Neue Artikel Politik & Aktuelles

AfD-Leaks oder die widerwärtigste Denunziation, seit es die Antifa gibt

21. Juni 2017

Am 30. April begann der Bundesparteitag der AfD. Bereits im Vorfeld war klar, dass dieser Anlass wieder gewaltbereite Antifa-Anhänger auf den Plan rufen würde. Doch bei dieser Art von Angriffen blieb es nicht, denn am 1. Mai veröffentlichte eine linke Internetseite Namen und Anschriften von mehr als 2000 Besuchern des AfD Parteitages.

Diese Aktion war kein Einzelfall, denn bereits 2014 und 2015 wurden persönliche Daten von AfD-Mitgliedern im großen Maßstab „geleaked“. Der Begriff „Leak“ ist in diesem Zusammenhang fast schon ein Witz, denn man sollte nicht aus dem Blick verlieren, was hier genau passiert. Im Gegensatz zu anderen Fällen wurde hier nicht auf Missstände oder Skandale einer Regierung, des Militärs oder eines Unternehmens durch einen Whistleblower hingewiesen. Anstelle dessen wurden Mitglieder einer Oppositionspartei mit Namen, Anschriften und Kontaktdaten im Internet veröffentlicht. Man sollte das Kind beim Namen nennen: es wurde nichts „geleaked“, sondern  stattdessen klassisch und drastisch denunziert.
Die Folgen dieser Aktion können für die Betroffenen auf sehr vielfältige Art und Weise problematisch werden. Die „klassische“ Antifa Vorgehensweise muss ich hier wohl gar nicht skizzieren, da diese preiswerten Aggressionen sicherlich als bestens bekannt vorausgesetzt werden können. Mittlerweile sind nämlich einige Fälle bekannt, in denen die Mitgliedschaft in der AfD berufliche Repressionen ausgelöst hat. So wurde kürzlich außerhalb der Massenmedien über den Fall einer freiberuflichen Lehrerin in Offenbach berichtet, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der AfD einstweilig nicht mehr weiterbeschäftigt werden konnte. Dies passiert aber auch prominenteren Personen, wie etwa Marius Radtke, dem Vorstandsvorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlins. Aufgrund seiner Parteimitgliedschaft soll Radtke nun zurücktreten, notfalls möchten gewisse Kreise nun mit einer Unterschriftenaktion nachhelfen.
Dies sind lediglich zwei Fälle, bei denen eine AfD-Mitgliedschaft offenkundig für Probleme gesorgt hat. Zahlreiche Parteimitglieder, die als Arbeitnehmer ihren Lebensunterhalt erwirtschaften, dürften sich nun Gedanken machen, wie ihre politische Tätigkeit bei ihrem Arbeitgeber oder bei Arbeitskollegen ankommt. Gleiches gilt für selbstständige AfD-Mitglieder, die nun auf die Reaktionen ihrer Kunden warten und vielleicht auch hoffen können.

Zur Erinnerung: Wir sprechen hier nicht über die Mitglieder in einer als extremistisch eingestuften Partei oder einer Terrororganisation. Deshalb bemühen sich die Medien auch so bereitwillig, die AfD und ihre Mitglieder im schlechtesten Licht darzustellen, denn faktisch kann man dieser Partei nichts vorwerfen – außer dass diese dem Establishment nicht gefällt.
Aus diesem Grund fiel der mediale #Aufschrei über diese Denunziation auch entsprechend gering und verhalten aus. An einigen Stellen wurde sogar unverhohlen Sympathie für diese Verletzung der Persönlichkeitsrechte betreffender AfD-Mitglieder geäußert.

Diese Denunziation hat jedenfalls bei mir zum Nachdenken geführt. Wie kann es sein, dass angebliche „Aktivisten“ die Daten von Mitgliedern einer Oppositionspartei veröffentlicht? Was ist dann das Ziel dieser Aktivisten? Bisher hatte ich nämlich eigentlich immer geglaubt, dass sich solche politischen Aktionen gegen das Establishment, also gegen die Regierung richten, da ja diese für die bestehenden Zustände verantwortlich ist. Hier kann ich aber nirgendwo die Kontaktdaten von einer Angela Merkel oder eines Sigmar Gabriel erkennen. Wenn überhaupt könnten diese Daten der Gegenstand eines würdigen „Leaks“ sein, aber hier möchte sich wohl niemand die Finger verbrennen.

Weiterhin ist es fast unglaublich, aber die betreffenden Daten stehen weiterhin für jeden Internetbenutzer (Stand 06.05.2016) zur Verfügung. Wäre dies auch denkbar, wenn die Daten von 2000 CDU/CSU/FDP/ Grün*INNEN/SPD-Mitgliedern veröffentlicht worden wären? Ich glaube nicht – Himmel und Hölle würden in Bewegung gesetzt, damit diese Daten von den Servern verschwinden. Im Internet ist dies natürlich nur begrenzt möglich, aber es ist schon ein Armutszeugnis (oder ein eindeutiges Statement), wenn die ursprüngliche Quelle noch fast eine ganze Woche lang online bleibt.
Vielleicht ist diese Episode der erste Schritt der vollmundig angekündigten Kampagne „Aufstehen gegen Rassismus“, deren Ziel besonders die AfD zu sein scheint, obwohl dort durchaus auch Menschen unterschiedlichster Herkunft, Homosexuelle und auch Menschen nicht-christlicher Konfessionen eine Heimat gefunden haben.  Das scheint aber egal zu sein, denn Vorwürfe von Rassismus und Faschismus sind ja bewährte Strategien zur Schädigung einer Person oder einer Institution.

Wir leben 2016 wirklich in aufregenden, aber auch sehr ernsten Zeiten, in denen unsere persönliche Freiheit massiv in Gefahr geraten ist. Medien und etablierte Parteien bilden eine Art politisch-medialen Komplex, der anscheinend zu einem kompromisslosen Krieg bereit ist, um seine Macht um jeden Preis zu sichern.
Deshalb sollte sich jeder Einzelne fragen, in was für einem Land er zukünftig leben will und dann auch seine Konsequenzen daraus ziehen. Das ist die Pflicht, die jeder von uns zu tragen hat und vor der wir uns auch nicht drücken können!

Letztlich geht es darum, ob wir uns trauen, ein „gefährliches“ Leben führen zu wollen, für das wir auch selbstverantwortlich sind. In meinem Buch „Gefährlich!“ geht es gerade um dieses Thema, vielleicht riskieren Sie ja mal einen Blick hinein.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:

Link entfernt/2016/05/12/afd-leaks-oder-die-widerwaertigste-denuziation-seit-es-die-antifa-gibt/