Mystery & Geheimgesellschaften

Irreführung um das Marsgesicht?

10. März 2018

Das sogenannte Marsgesicht sah auf zwei von der Viking-Mission aufgenommenen Bildern auf der auf der Sonnenseite liegenden Seite wie ein menschliches Gesicht aus. Später wurden durch die MGS-Sonde Bilder mit höherer Auflösung gemacht, die jedoch nicht voll ausgeschöpft werden konnte. Obwohl man – im Gegensatz zu den Viking-Fotos – zwei Nasenlöcher erkennen konnte, sah das „Gesicht“ nicht mehr so gut aus und die Skeptiker triumphierten – während es auf Bildern von der Mars-Odyssey-Sonde, von der NASA und der Öffentlichkeit weitgehend ungeachtet, wieder gesichtsähnlicher wurde.

Auf einem vom Mars-Mars Reconnaissance-Orbiter (MRO) am 4. April 2004 aufgenommenen Bild sieht das „Gesicht“ nun wieder „gesichtsunähnlich“ aus. (s. Abb. 1-16)

Dabei spielt sicherlich die Partie eine große Rolle, die auf der auf den Viking-Fotos gemachten Aufnahmen im Dunkeln liegt und auf der neuen Aufnahme total zerfurcht aussieht. Die höchste Auflösung des Bildes beträgt 30 Zentimeter pro Pixel und die Sonne bescheint die Szenerie von links mit einer Höhe von etwa 17 Grad über dem Horizont.

Der amerikanische Plasma-Physiker J. O. Brandenburg erkennt, wie er in seinem Buch „Death on Mars“ schreibt, auf diesem Bild auf der östlichen Seite einen starken erosionsbedingten Einschnitt, der der Länge nach verläuft. Er erkennt jedoch auch, dass auch das neue Bild das gleiche anscheinend „symmetrische Mauerwerk der Nase“ des Gesichts wie auf vorigen Bildern zeigt.

 

Bild der MRO-Sonde vom Marsgesicht
Quelle: https://photojournal.jpl.nasa.gov/jpeg/PIA09654.jpg (Abgerufen am 22.08.2017)

 

Auf der Seite des Cydonia-Instituts (Thecydoniainstitute.com), einer privaten Initiative, finden wir einen Artikel von George J. Haas, einem Mitglied der präkolumbischen Society der University of Pennsylvania vom September 2007 (neu bearbeitet 2011), in dem er einige Ungereimtheiten bezüglich des Marsgesichts erkennt. Er stellt zunächst fest, dass das „Gesicht“ auf diesem Bild in einem sehr dunklen Licht gezeigt wird. Deshalb bearbeitete er das Bild, indem er die Helligkeit und den Kontrast änderte.

Doch kommen wir zu einer Kuriosität: Zwei Tage nach der Einstellung dieses Bildes, äußerte sich der Operations-Spezialist Richard Leis vom HiRISE Operationscenter (HiROC) an der University of Arizona bezüglich des „Marsgesichts“ wie folgt: „Das genau ist das wirkliche Marsgesicht. Ein mit Felsbrocken übersäter Tafelberg, der nicht durch imaginäre Wesen geschnitzt, sondern durch die langsame, aber stetige Erosion, die durch Wind, Einschläge, physikalischen Felseinbrüchen und vielleicht Temperaturänderungen verursacht ist.“ (Haas nach Richard Leis, HiRISE Blog, Face, (Friday April 13). (http://hirise.lpl.arizona.edu/HiBlog/)

Haas schreibt weiter: „Irgendwann in den sommerlichen College-Ferien ersetzte das Team der Universität von Arizona das Bild still und heimlich ihr originales umfassendes Bild des Gesichts mit einer „Roh“-Version, die nicht nur an den Ecken beschnitten wurde, sondern auch invertiert ist. […] Obwohl die umgekehrte Ausrichtung in der verfügbaren Bildlegende des Bildes nicht angegeben wird, würde man, wenn man sich bemüht, weiterzulesen, im zweiten Absatz des bereitgestellten Textes schließlich realisieren, dass das Bild tatsächlich verkehrt herum, mit dem Norden nach unten zeigend, präsentiert wird.“

Das ist schon ein Hammer: Ein zuvor richtig herum eingestelltes Bild vom Marsgesicht wird von einem Tag auf den anderen umgedreht und beschnitten. Welchen Sinn hat das, außer dem, den Betrachter zu verwirren?

Doch lassen wir Haas weitersprechen: „Nach einer umfangreichen E-Mail-Anfrage wurden die gegebenen Gründe, weswegen das gegenwärtige Bild verkehrt herum gezeigt wird, auf die Tatsache zurückgeführt, dass das Bild nicht bearbeitet war und in seinem Roh-Format veröffentlicht wurde, die eine umgekehrte Ausrichtung hätte, was bedingt sei durch die Kombination des Pushbroom-Imagers und die Süd-Nord-Umlaufbahn der HiRISE-Kamera. Kurz gesagt sind alle Roh-Bilder, die eine umkehrte Ausrichtung haben, unbearbeitet und umgekehrt. Die Erklärung war in Anbetracht der Tatsache interessant, dass jedes andere HiRISE-Bild, das auf der Arizona-Universität abgebildet wird, bearbeitet ist und mit dem Norden oben präsentiert wird.“

Haas zieht den Schluss: „Ich sehe keinen Grund, ein umgekehrtes Bild von dem Cydonia-Gesicht zu präsentieren, außer dem, die Öffentlichkeit zu verwirren und seine gesichtsartigen Details zu verschleiern.“

Das gleiche Bild gedreht und winkelkorrigiert durch Roland M. Horn

Soll hier tatsächlich etwas vertuscht werden, wie es so oft behauptet wird? Ich bin solchen Dingen gegenüber immer etwas skeptisch, aber feststeht: Auch ich habe mich durch das (umgekehrte) Bild verwirren lassen und mich in meiner damaligen Auffassung, dass das „Marsgesicht“ nur ein Steinhaufen ist, bestätigt gefühlt und mich in diversen Veröffentlichungen entsprechend geäußert…

Nach: Roland M. Horn: Rätselhafter Mars -Marsgesicht reloaded. NIBE-Verlag Alsdorf 2017


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