By Maik Meid - Own work, CC BY-SA 4.0, Link
Politik

Geschichte wiederholt sich! EKD-Präses meint: „Kirche muss politisch sein“

Der Staatsfunk weist stolz auf eine Veröffentlichung hin:

Kirche darf nicht nur, sie muss politisch sein. Das sagt Irmgard Schwaetzer, Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland, im heute.de-Interview. „Für jeden, der das Neue Testament liest, gibt es keine Alternative dazu“, so Schwaetzer. Allerdings seien damit keine parteipolitischen Vorgaben von der Kanzel gemeint. Nächstenliebe, Menschenwürde und Bewahrung der Schöpfung hätten politische Auswirkungen. „Davon müssen wir reden.“ Der Vorwurf, die EKD bilde eine Art Einheit mit SPD und Grünen, sei „völlig falsch“, so Schwaetzer. „Ich erlebe es täglich anders.“ Parteipolitik spiele zum Beispiel bei den Synoden „wirklich keine Rolle“. […] Das vollständige Interview ist ab Freitag, 30. März 2018, 8.00 Uhr, auf www.heute.de zu lesen.

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Schwaetzer ist FDP-Mitglied und grätscht in der Scheindebatte auch gegen „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt, der eine Debatte über politische Predigten ausgelöst hatte. Heiligabend hatte er getwittert: „Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den #Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?“

Kardinal Woelki und der Treueeid auf das Dritte Reich

Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden die Kirchen wegen ihrer Rolle im Nationalsozialismus gescholten. Davon ist heute nicht mehr viel zu hören. Doch die Früchte dieses Zusammenwirkens von Politik und Kirche werden noch heute geerntet. So leistete Kardinal Woelki am 18. September 2014 in der Staatskanzlei in Düsseldorf seinen Treueeid auf die freiheitliche demokratische Grundordnung. Was auf dem Bild der Urkunde nicht zu erkennen ist, geben wir hier einmal in Schriftform wieder:

Der Treueeid, den Woelki laut Presseerklärung der Deutschen Bischofskonferenz geleistet haben soll: „Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und von meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtgemäßen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in der Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.”

Und der Text auf der Urkunde:

Seine Eminenz,

Dr. Rainer Maria Karl Woelki,

bisher Erzbischof von Berlin,

vom Domkapitel zu Köln rechtmäßig

zum Erzbischof von Köln gewählt

hat am 18. September in der Staatskanzlei

des Landes Nordrhein-Westfalen

den nach Artikel 16 des Konkordats zwischen

dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich

vom 20. Juli 1933 vorgeschriebenen Treueeid geleistet

 

Und hier der tatsächliche Wortlaut aus dem ursprünglichen Artikel 16:

Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, so wie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und dem Lande… Treue. Ich schwöre und verspreche, die verfassungsmäßig gebildete Regierung zu achten und vorn meinem Klerus achten zu lassen. In der pflichtmäßigen Sorge (um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte.

Geschichte wiederholt sich eben doch auf die ein oder andere Weise. Damals wurden Geschäfte, in denen man nicht einkaufen gehen sollte, mit einem Judenstern gekennzeichnet. Heute macht man es etwas geschickter andersherum.

Foto: O24

Welcher Geschäftsmann würde es angesichts des Aufmarschs eines breiten Bündnisses wagen, den per Amtsblatt verteilten Flyer nicht ins Fenster zu hängen, wenn vermummte Steinewerfer die Stadt unsicher machen?


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