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Globale Erwärmung erzeugt verzwei­felte Lügen in den Medien

20. August 2018

Es gibt mit Sicherheit zahlreiche Gründe, warum so viele Menschen aus Mittelamerika danach trachten, in dieses Land [= die USA] zu kommen – legal oder illegal, aber die Auswirkung der globalen Erwärmung auf die Ernteerträge gehört nicht dazu.

(Von James M. Taylor und Jay Lehr)

Die New York Times hat einen irreführenden Artikel veröffentlicht mit der Behauptung, dass die globale Erwärmung weitgehend allein verantwortlich ist für das Eindringen illegaler Immigranten aus Mittelamerika in die USA. Der Beitrag mit der Überschrift [übersetzt] „Eine sich erwärmende Welt bringt verzweifelte Menschen hervor“ [A Warming World Creates Desperate People] kolportiert, dass die globale Erwärmung zu Ernteeinbußen in Mittelamerika führt, was wiederum die Menschen dort dazu zwingt, nordwärts in die USA zu fliehen. In Wirklichkeit befinden sich die Ernteerträge global und auch in Mittelamerika auf einem rekordhohen Niveau. Die wirkliche Lektion aus dem Beitrag in der NYT lautet, dass ein vorteilhaftes Klima verzweifelte Medienlügen erzeugt.

Die NYT schreibt: „Dürre und steigende Temperaturen in Guatemala machen das Leben und sogar das Überleben der Menschen dort immer schwieriger, was die ohnehin schon prekäre politische Lage für die dort lebenden 16,6 Millionen Menschen weiter verschärft.“ Der Artikel spricht im Einzelnen die Kaffee-Produktion an und zitiert „einen jungen Landwirt“ mit den Worten „Wir können nicht mehr allein von der Kaffee-Produktion leben“. Der Artikel spekuliert dann, dass die Einbußen bei der Kaffeeernte der globalen Erwärmung geschuldet sind, was die Menschen dann dazu bringt, illegal in die USA zu kommen.

Objektive Fakten führen dieses fiktive Narrativ ad absurdum. Einer Veröffentlichung des Landwirtschaftsministeriums der USA [USDA] vom Juni 2018 zufolge mit dem Titel „Coffee: World Markets and Trade“ [etwa: Kaffee: Weltmarkt und Handel] erbrachte die Kaffee-Saison 2017/18 die zweithöchste Kaffeeernte jemals, die nur geringfügig den bisherigen Rekord der Saison 2016/17 verfehlte. Und lange dürfte der Rekord 2016/17 auch nicht mehr bestehen bleiben. „Es wird vorhergesagt, dass die Kaffeeernte 2018/19 11,4 Millionen Sack höher ausfallen wird als im Vorjahr mit 171,2 Millionen“, geht aus dem USDA-Report hervor.

Wichtig ist auch der Umstand, dass Mittel- und Südamerika den Löwenanteil der Welt-Kaffeeernte erzeugen. Brasilien erzeugt mehr als die Hälfte der globalen Kaffeeernte, und das USDA berichtet, dass die Kaffeeproduktion in Brasilien in jedem der letzten vier Jahre neue Rekorde erreicht hat. Inzwischen erreichte die Kaffeeernte 2017/18 in Mittelamerika einen neuen Rekord, und das USDA geht davon aus, dass die Saison 2018/19 einen weiteren Rekord verzeichnen wird.*

[*,Globale Erwärmung‘: Im Internet gibt es aus verschiedenen Quellen aktuell Berichte über Einbußen der Kaffeeernte in dieser Saison im südlichen Brasilien – wegen Frost aufgrund eines außerordentlich kalten Winters auf der gesamten Südhalbkugel. Anm. d. Übers.]

Nach dem Schwerpunkt Kaffee wendet sich der NYT-Artikel der Tomaten-Produktion zu, welche angeblich ebenfalls durch die globale Erwärmung verheerend geschädigt wird. Unter Verweis auf zwei anonyme Teenager aus El Salvador behauptet der Artikel: „Die Felder der Familien werfen immer weniger ab. Die Tomaten nehmen eine blasse, kränkliche Farbe an.“ Objektive Daten zeigen jedoch, dass falls das wirklich stimmen würde, es gegen die globalen Trends bzgl. Tomaten stehen würde. Dem „Overview Global Tomato Market“ zufolge, veröffentlicht von der Landwirtschafts-Website Hortidaily, gab es im Jahre 2016 global eine Rekord-Tomatenernte, die um 30% höher lag als noch vor zehn Jahren. Die Tomatenproduktion ist tatsächlich so hoch, dass die Preise für die Verbraucher rapide sinken. Hortidaily zitiert einen belgischen Händler mit den Worten „Es gibt einfach zu viele Tomaten, weil die Ernte in allen Ländern sehr gut ausgefallen ist“.

Es ist nicht nur die Kaffee- und Tomatenproduktion, welche unter den gegenwärtigen Klimabedingungen immer neue Rekorde erzielt. Die United Nations Food and Agricultural Organization (FAO) überwacht die globalen Ernteerträge einschließlich aller wichtigen Getreideernten. Darunter fallen die Großen Drei Reis, Weizen und Mais. Der FAO zufolge gab es bei den globalen Getreideerträgen 2017/18 einen neuen Rekord, der noch über den bisherigen Rekord von 2017/18 hinausging. Das sollte niemanden überraschen, weil für fast alle bedeutenden Nahrungsmittel in diesem Jahrzehnt Rekorderträge erzielt werden konnten, viele davon während der letzten ein bis zwei Jahre.

Es gibt mit Sicherheit zahlreiche Gründe, warum so viele Menschen aus Mittelamerika danach trachten, in dieses Land zu kommen – legal oder illegal, aber die Auswirkung der globalen Erwärmung auf die Ernteerträge gehört nicht dazu.


Link: https://www.heartland.org/news-opinion/news/global-warming-creates-desperate-media-lies

Übersetzt von Chris Frey für EIKE – Europäisches Institut für Klima & Energie