Gesundheit, Natur & Spiritualität

MRT: Künstliche Intelligenz kann bereits Persönlichkeitsprognosen aus Hirnscans erstellen

12. August 2018

Geht es um die sogenannte Künstliche Intelligenz, vermelden Wissenschaftler derzeit einen Durchbruch nach dem anderen. Vor wenigen Jahrzehnten bedeutete die Kernspintomografie einen solchen Durchbruch. Viele Patienten fühlen sich unwohl, wenn sie in die Röhre geschoben werden. Die Apparatemedizin liefert präzise Diagnosen, was menschlichen Augen verborgen bleibt, fördert sie zutage.

 

Doch es geht nicht mehr nur um Einblicke in den Körper, aus MRT-Bilddaten lassen sich Informationen über Persönlichkeitsmerkmale eines Menschen gewinnen. Gezeigt haben das Wissenschaftler vom Forschungszentrum Jülich und von der Universität Düsseldorf in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift „Brain Structure and Function“, berichtet das Deutsche Gesundheitsportal. In ihrer Studie identifizierten die Forscher Netzwerke im menschlichen Gehirn, die bei verschiedenen Aufgaben besonders aktiv waren. Sie trainierten dann eine Software darauf, diese Aktivität spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen zuzuordnen. Wie die Forscher in einer weiteren Studie nachgewiesen haben, kann auf diese Weise aus MRT-Daten auch gut erkannt werden, ob ein Mensch etwa unter Schizophrenie oder Parkinson leidet.

Die funktionelle Magnetresonanztomografie (fMRT) macht sichtbar, wenn sich die Sauerstoffsättigung in den Blutgefäßen des Gehirns innerhalb von Sekunden ändert. Wissenschaftler nutzen fMRT-Aufnahmen, um zu erforschen, welche Gehirnareale bei den verschiedensten Denkaufgaben oder Anweisungen aktiviert werden. Doch auch während Menschen ihren Gedanken freien Lauf lassen, können ihre Gehirne mit dieser Methode gescannt werden. Genau diese Aufnahmen nutzten die Jülicher und Düsseldorfer Wissenschaftler, um die Persönlichkeit von Probanden einzuschätzen, beispielsweise, wie emotional labil oder gewissenhaft er vermutlich ist.

In der Pressemitteilung der Uni wird das noch etwas genauer formuliert: Die Hirnforscher entwickelten ein Computerprogramm, das sie dann darauf trainierten, aus den fMRT-Daten abzuleiten, wie der Proband wahrscheinlich bei einem weit verbreiteten Persönlichkeitstest abschneiden wird. Dieser Test mit dem Kürzel NEO-FFI besteht aus 60 Aussagen wie etwa „Ich versuche, zu jedem freundlich zu sein“. Der Proband kreuzt auf einer Skala von „Starke Ablehnung“ bis „Starke Zustimmung“ an, wie er zu der jeweiligen Aussage steht. Auf diese Weise erfassen Psychologen fünf Merkmale, in denen sich die Persönlichkeit eines Menschen widerspiegelt. Die sogenannten „Big Five“ sind: Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit, Geselligkeit, Verträglichkeit und emotionale Labilität.

Und noch etwas haben die Wissenschaftler herausgefunden: Interessanterweise lassen sich mit weiteren Netzwerken weitere Persönlichkeitsmerkmale abschätzen, wenn man die Daten von weiblichen und männlichen Probanden trennt – und die lernende Software getrennt füttert und trainiert.

„Offensichtlich sind die Muster der Verbindungsstärken in den funktionellen Netzwerken zumeist geschlechtsspezifisch“, folgert Prof. Simon Eickhoff. Neben dieser gar nicht so mit dem herrschenden Zeitgeist konform gehenden Aussage, sehen die Wissenschaftler auch die Schattenseiten der neuen Technologie „von der Gefahr des gläsernen Menschen bis hin zu ökonomischen Folgen oder dem möglichen Missbrauch von Patientendaten.“


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