Wirtschaft

Jeder Deutsche bezahlt sicher gerne 12.000 € für eine Temperatur­reduktion von 0,001 Grad bis ins Jahr 2100

4. Februar 2019

Davon sind 27 der 28 Mitglieder der Kohlekommission fest überzeugt. Denn diesen „Kleckerlesbetrag“ von Klimaschadensablass muss jedem ordentlichen, deutschen Bürger die Vorbildfunktion Deutschlands in der Klimarettung für die Welt wert sein.

(Von Helmut Kuntz)

Die „Kugel Eis im Monat“ wird zur Endlosschleife

Nun ist der Vorschlag der Kohlekommission durch und alle, inklusive unseren Einheitsmedien, überschlagen sich ob des großen Erfolges für das Klima: Deutschland rettet wieder die Welt. Diesmal nicht mittels Mord und Totschlag, sondern friedlich und vorbildlich, sodass sich alle Politiker wohlig darin sonnen können: mit dem Geld seiner Bürger:
T-Online 26.01.2019: Kohleausstieg kostet 40 Milliarden Euro
Handelsblatt 24.01.2019: DIHK-Präsident warnt vor Kosten für Kohleausstieg von bis zu 170 Milliarden Euro

Die Spanne reicht vom Startwert für die reinen Anfangsmaßnahmen von 40 Milliarden, bis zu vorsichtigen Nennungen der wahrscheinlichen Gesamtkosten von 170 Milliarden EUR.
Wer die Schätzungen für „öffentliche Baumaßnahmen“ und deren in aller Regel explosiven Kostensteigerungen kennt, weiß, dass die wirkliche Summe viel wahrscheinlicher an, wenn nicht über der oberen Summe, unwahrscheinlich dazwischen, schon gar nicht an der unteren Grenze liegen wird.

Doch unsere Umweltministerin glänzt mit einer Vorhersage, welche noch schwachsinniger ist, als die damalige mit der Kugel Eis von Herrn Trittin und belegt damit wieder, dass bei diesem Job das Auswahlkriterium noch nie Intelligenz, oder wenigstens im Ansatz Ähnliches war:
WELT 27.01.2019: Kohleausstieg bis 2038 – Umweltministerin erwartet keine steigenden Strompreise

Es mag ja sein, dass die Strompreise nicht steigen, wenn künftig – um Proteste zu verhindern oder weit Schlimmeres: Ankreuzen der falschen Partei durch von unserer Ein(heits)parteienrepublik genervte Wähler*innen – ein von den verbliebenen Steuerzahlern zu finanzierender Stromsozialismus eingeführt wird. Aber irgend jemand bezahlt es doch. Und das werden wieder nicht die diesmal vor dem Klima geretteten Weltbewohner sein.

Ein CO2-Molekül auf 26.316.000 wird es nach der vollständigen Abschaltung nun jedes Jahr weniger

Rechnet man anstelle mit der Temperatur mit der Anzahl eingesparter Moleküle, wird der beschlossene Wahnsinn deutlicher:
Die ab der vollständigen Abschaltung eingesparten jährlichen 300 Mio t CO2 aus den Braunkohlekraftwerken, ersparen der Atmosphäre jährlich 0,038 ppm von dem aktuellen 400 ppm CO2-Anteil.
Das sind:
– auf 1.000.000.000 (1 Milliarden) CO2-Moleküle 38 Moleküle jährlich weniger,
– auf 26.316.000 (26,316 Millionen) CO2-Moleküle jedes Jahr ein sagenhaftes Molekül weniger,
– in den 81 Jahren bis zum Jahr 2100 dann 81 Mal so viel, also in Summe bereits ein reduziertes Molekül auf „nur noch“ 324.886 CO2-Moleküle, falls sofort abgeschaltet würde

Das Ermitteln der wirklich reduzierten Molekülzahl – es sind leider weniger – spart sich der Autor.
Entsprechend ist der Einfluss auf die globale Temperatur:

0,001 Grad Temperaturrettung bis zum Jahr 2100

Immer neu muss man sich klar machen, um welche Temperaturbeträge es somit bei dieser verkündeten Klimarettung geht.
Berechnet mit dem wahrscheinlichen Forcing in der Größenordnung von 1 K/CO2-Verdopplung (die, welche von 0,6 K oder weniger reden, ganz ausgenommen),
– beträgt die Temperaturverringerung, welche die Erdenbürger im Jahr 2100 (nicht) messen können, sagenhafte 0,00125 °C. Dazu müsste das CO2 allerdings sofort auf Null reduziert werden.
– Mit der aktuellen Ausstiegsplanung liegt der Effekt irgendwo in der Größenordnung von unter 0,001 Grad.
Selbst im gemäßigten Deutschland, welches von allen Wetterextremen verschont ist, beträgt die Spanne der Min-/Max-Temperatur mindestens 60 Grad. Da machen die 0,001 Grad weniger im Jahr 2100 wirklich viel aus, wie es die Kohlekommission für unsere Medien wohl überzeugend dargelegt hat.

Mancher mag einwenden, die Kohlekommission hat ja mit dem IPCC-Forcing gerechnet und dann ist es sinnvoll, wie es Herr Hubert Weiger in einem Interview betonte:
Interview (im BR Inforadio) mit Herrn Hubert Weiger, Vorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz und Mitglied in der Kohle-Ausstiegskommission. Seine Aussage: Die Kohle muss weg – darüber wird auch nicht mehr diskutiert, da es beschlossen ist. Das erfordert der Klimaschutz, und weil Deutschland ein Vorbild für die Welt sein muss.

Vielleicht sind manche der Überzeugung, dass 0,003 Grad Klimarettung im Jahr 2100 (gerechnet mit dem IPCC-Forcing von 3 K/CO2-Verdopplung) wirklichen Sinn ergeben und die Kosten rechtfertigen. So viele (27:1) wie in der Kohlekommission werden es im Verhältnis aber wohl nicht sein. Zur Entschuldigung muss man selbstverständlich sagen: In der Kommission war ganz viel von der angeblich staatstragenden Intelligenz – und wenig vom normalen Bürger – versammelt.

Tabelle der Temperaturverringerung durch sofortiges, vollständiges Abschalten aller deutschen Braunkohlekraftwerke bis zum Jahr 2100

Wer bezahlt es

Anbei eine kleine Übersicht, wie sich die Kosten aufteilen könnten. Dabei daran denken: Viele der statistisch Erwerbstätigen, können es auch nicht bezahlen. Es wird also – wie immer – die „Zahlkäftigen“ davon überproportional treffen.

Tabelle Kosten des Kohleausstiegs

Der Autor hofft bei den vielen Nullen (nicht die in der Kohlekommission) keinen Zählfehler gemacht zu haben. Allerdings kommt es auf einige mehr oder weniger wirklich nicht an.

 


Helmut Kuntz auf EIKE


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