USA: Protest gegen Abtreibung. Bild: Flickr.com, Raquel Baranow, Bildlizenz: CC BY-SA 2.0
Politik

Wegwerfgesellschaft: Wo Küken mehr wert sind als der Mensch

14. Juni 2019

Mit Spannung wurde gestern das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Kükenschreddern erwartet. Die Tagespresse ist voll mit Äußerungen gespielter Empörung aus der Politik gegen diese Praxis. Niemand will die grausigen Bilder mehr sehen, die immer wieder durch die Medien geistern. Die Kosten zur „Früherkennung“ männlicher Küken werden auf ca. 2 Cent pro Ei geschätzt, das sollte doch jedem ein gutes Gewissen wert sein. An den grausigen Zuständen in der industriellen Tierproduktion ändert das allerdings nichts. Hauptsache, der Verbraucher kann gut schlafen und die Politiker haben einen Haufen Steuergeld zum Fenster rausgeworfen. Mit über acht Millionen Euro fördert das Klöckner-Ministerium verschiedene Verfahren und Initiativen, die das Kükentöten überflüssig machen sollen.

Wie gehen wir eigentlich mit unserer eigenen Spezies um? Vorgeburtliche Früherkennung gibt es auch beim Menschen. Erst kürzlich wurde heftig über neue medizinische Methoden debattiert. Der Bundestag lud gar Menschen mit Down-Syndrom zur Debatte, weil man eine neue Form der Euthanasie fürchtet. Was bei Küken nun gefordert, soll beim Menschen verboten bleiben? Wunsch-Babys NEIN, Wunsch-Küken JA? Worüber wird hier gestritten? Ganz sicher nicht um ethische Grundwerte, nach denen sich solche Entscheidungen richten sollten, es geht um Geld und Polittheater.

Beim Menschen läuft es andersherum

Abtreibungsbefürworter würden aufhören von Ungeborenen oder Föten zu sprechen, wenn sie der gleichen Bilderflut abgetriebener Kinder ausgesetzt wären, wie vom Kükenschreddern.

Nur vier Prozent der jährlichen Abtreibungen beruhen auf der sogenannten medizinischen Indikation bzw. einer kriminologischen (nach Vergewaltigung). 96 Prozent der abgetriebenen Kinder sind mutmaßlich gesund bzw. lebensfähig. Dennoch werden sie abgetrieben, weil man sie nicht will. Theoretisch bis zur 22. Schwangerschaftswoche. Zu diesem Zeitpunkt hat ein Baby eine Länge von 23 bis 28 cm erreicht und ein Gewicht von 370 bis 454 Gramm, schreibt „Pampers“. Der Hersteller nennt das Kind beim Namen: Baby! Ihr Baby, liebe Eltern, nur das Beste für ihr Kind ($€)! Bei Pampers ist das Leben eben noch etwas wert. Vokabeln wie „Embryo“ werden dort nicht gerade als verkaufsfördernd angesehen. Wahrscheinlich sind es die gleichen Leute, die gegen Kükenschreddern und für Abtreibungen sind, die auch ein Problem mit solchen Großkonzernen haben, weil der Kapitalismus an allem schuld ist. Warum sie dann aber im Kapitalismus nicht auch den Grund erkennen wollen, der für die hohe Zahl der Armutsabtreibungen genauso verantwortlich ist, wie für das Kükenschreddern und mit „Embryos Welcome Schildern“ genauso laut gegen das Töten von Ungeborenen protestieren, wie für vermeintliche Flüchtlinge, von denen die meisten wiederum mit toxischer Männlichkeit ausgestattet sind, entbehrt jeder Logik. Oder auch nicht. Dumme Menschen denken eben nicht logisch!


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