Screenshot: Afri Forum
Politik

#FarmAttacks in Südafrika: Opfer berichtet von Vergewaltigung vor den Augen der eigenen Kinder

6. Juli 2019

Ein erschütterter Bericht über die Greueltaten an den weißen Farmern in Südafrika:

„Guten Morgen, ich bin Nikki, mein Großvater, mein Urgroßvater und mein Vater waren alle Farmer in Südafrika. Ich heiratete auch einen Farmer, dessen Familie über drei Generationen ihr Land bebaut hat. Es erfüllt mich mit tiefer Traurigkeit, hier sagen zu müssen, dass keiner meiner beiden beiden Söhne jemals in Südafrika eine Farm betreiben wird.

17 Jahre lang hatte ich das Glück, meine drei Kinder auf einer wunderschönen Zitrusfarm aufwachsen zu sehen. Sie konnten sich frei entfalten, spielten in den Obstgärten und schwammen in den Flüssen ohne jede Furcht, so wie es für alle Kinder selbstverständlich sein sollte.

Wir ahnten nicht, dass wir die ganze Zeit beobachtet wurden und der Angriff auf unsere Farm akribisch geplant wurde.

Unsere Familie, unser ganzes Leben, hat sich verändert am 23. März 2018 um 20:00 Uhr, als die Schüsse abgefeuert wurden. Sie verfehlten nur knapp den Kopf meines Sohnes, der vor dem Fernseher saß und spielte. Was dann folgte, war die Hölle und sie dauerte vier qualvolle Stunden lang an.

Ich wurde getroffen, als der Angreifer wiederholt auf unsere Haustüre schoss. Ich kann das Gefühl nur so beschreiben, dass ich mir vorkam, wie ein gejagtes Tier. Durch die Schiebetür zu unserem Schlafzimmer drang er in unser Haus ein. Er hielt meinem neunjährigen Sohn die Pistole an den Kopf und drohte, ihn zu erschießen. Ich sagte meiner kleinen Tochter, dass sie ruhig sein solle, weil er uns sonst alle umbringen würde. Alles was ich sah, waren ihren stillen Tränen, die an ihren Wangen herunterliefen … vier Stunden lang. Dann fesselte er uns mit Weidedraht, so fest, dass unsere Hände taub wurden. Er sagte zu meinen Kindern, dass er gekommen sei, um ihren Vater zu töten, dass er ihn zerhacken würde … in kleine Stücke und sie dabei zusehen sollten. Es ist unbeschreiblich, was meine Kinder in dieser Nacht aushalten mussten.

Immer wieder drohte er, meinem ältesten Sohn in die Füße zu schießen und er befahl ihm, mich zu vergewaltigen. Wir flehten ihn an, damit aufzuhören. Dann sagte er meinen Kindern (9, 13 und 15 Jahre alt), dass er mich jetzt vor ihren Augen vergewaltigen würde. Ich bettelte ihn an, meine Kinder dabei nicht zusehen zu lassen und dann schleifte er mich ins Schlafzimmer und vergewaltigte mich dort. Alles war voller Blut, weil ich dort von der Kugel getroffen worden war. Ich konnte nichts machen, denn meine Hände waren gefesselt.

Dann holte er meine 13-jährige Tochter ins Schlafzimmer und riss ihr die Kleider herunter. Ich konnte wieder nur betteln, dass er sie verschonen solle und dann vergewaltigte er mich ein zweites Mal vor ihren Augen. Ich wusste, dass meine Kinder nur eine Chance zum Überleben hatten, wenn es mir gelänge, den Mann von unserer Farm wegzulocken. Als Mutter ist dir dein eigenes Leben egal, wenn du bedroht wirst, du willst nur, dass deinen Kindern nichts geschieht.

Ich bot ihm an, mit ihm die Stadt zu fahren, gab ihm unsere Bankkarten und Pin-Nummern dazu. Er ließ sich darauf ein und sperrte mich ins Auto. Ich verlor immer mehr Blut, doch als er das Geld endlich hatte, willigte er ein, mich gehen zu lassen. Da war es bereits vier Minuten nach Mitternacht.

Inzwischen war mein Mann nach Hause gekommen und konnte nachdem er unsere gefesselten Kinder befreit hatte, einen Nachbarn um Hilfe rufen. Das Schlimmste für uns als Eltern ist, dass wir unseren Kindern niemals wieder ihre Unschuld und Unbedarftheit zurückgeben können, die sie an diesem Abend verloren haben.

Meine Kinder und ich werden nie wieder auf unserer Farm leben können. Das Trauma ist einfach zu stark. Heute leben wir in der Stadt, ohne meinen Mann, der uns an den Wochenenden besucht. Mein Mann hat die Farm verbarrikadiert und mit Überwachungselektronik ausgestattet. Wie traurig ist es, dass er nun alleine in dem Haus leben muss, in der er fast seine gesamte Familie verloren hätte? Das erste was unsere Kinder nach dem Überfall zu ihm sagten, war, dass sie so froh waren, dass er nicht da war an jenem Abend, denn dann wäre er jetzt mit Sicherheit tot.

Als ich mich Anfang des Jahres mit elf Frauen traf, die ebenfalls eine FarmAttack überlebt haben, kamen die Ereignisse wieder in mir hoch. Nur zwei von uns haben ihre Ehemänner nicht dabei verloren. Wir sind nicht die einzigen, die bei den Angriffen verletzt wurden, auch unsere loyalen Farmarbeiter sind geschockt, denn sie gehören ja mit zur Familie. Sie fragen mich immer wieder, wann ich zurück komme. Die Zukunft ist ungewiss. Wir haben bereits eine Farm verkauft und werden auch alles andere Land verkaufen, damit unsere Familie wieder irgendwo zusammen leben kann. Die Wirkung jeder einzelnen FarmAttack betrifft nicht nur die Farmer, sondern alle Südafrikaner. Wer wird unsere Nation ernähren, wenn es keine Farmer mehr gibt?

Das Ausmaß an Gewalt und Grausamkeit, das wir erlebt haben, ist nicht einzigartig, sondern hat sich in rasender Geschwindigkeit zu einem alltäglichen Phänomen entwickelt.

Meine Familie und ich hatten keine Wahl in dieser Nacht. Wir sind froh, dass wir überhaupt noch am Leben sind. Es hätte auch anders ausgehen können.

Ich möchte mich bei Afri-Forum für die Unterstützung für mich und meine Familie bedanken.
Zum Schluss möchte an jeden einzelnen Südafrikaner appellieren, sich an die Worte von
Nelson Mandela zu erinnern: „Wir können die Welt verändern und sie zu einem besseren Ort machen, es liegt in unseren Händen.“

Danke!

Hier das Video im Original:


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