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Politik

Frosch, sei wachsam! Schiefe Metaphern zur Klimarettung

10. August 2019

Von Roger Letsch

Es ist mühsam geworden, in Sachen Klimarettung eine andere Meinung zu vertreten, als es Politik, Medien und eine immer hysterischer agierende und anwachsende Schar von Aktivisten tut. Mühsam deshalb, weil die Debatte mehr und mehr in religiösen Wahn abgleitet und uns der Eindruck vermittelt wird, die Menschheit sehne sich geradezu nach Schuld, Bestrafung und Katharsis. Die ganze Moderne mit ihren Erfindungen, dem technologischen Fortschritt, Transport, Kommunikation und Medizin, deren Basis letztlich die Konzentration von Energie ist, erscheint im Licht des Klimawandels nur noch als Purgatorium, das die sündige Menschheit in Richtung eines diffusen Lichts nun endlich verlassen müsse. Irgendwas mit Sonne und Wind und Digitalisierung warte da hinter dem Licht, aber genaueres wissen wir nicht. Zahlen bekommen wir nicht. Der Weg dorthin ist nicht bekannt. Wir sollen aber auf jeden Fall daran glauben, dass dieser Weg der einzige sei. Und während alle Büßer vor der Monstranz „Klimapanik“, die Greta vor sich her trägt, reumütig auf die Knie fallen und ihre Priester zu Klimakonferenzen jetten und zum Ausgleich Ablassbriefe kaufen, hört niemand mehr die Skeptiker, die am Rand stehen und rufen „Ich habe aber keine Panik, ich komme zurecht“. Die Rufe „Ketzer, Ketzer!“ sind einfach lauter und schriller.

Aus dem Wort „Klimawandel“, den zu leugnen nicht einmal mir schlimmen Ketzer am Wegesrand durch die Rübe rauscht, ist längst die Parole „Klimakatastrope“ geworden und diese zu „leugnen“ betrachte ich als meine Pflicht. Gerade wenn sie durch Artikel prominenter Philosophen in den Medien verkündet wird. In einem übersetzten Welt(+)Artikel kommt der Philosoph und Marxist Slavoj Žižek zu Wort und spricht zu uns von Fröschen. Nicht denen aus den biblischen Plagen, sondern vom Frosch aus einem berühmten Experiment. Ramaposa, der aktuelle Präsident Südafrikas verwendete dieses Bild um seine Pläne zu zeichnen, die er einst mit weißen Landsleuten hatte: langsam die Temperatur erhöhen, um sie nicht an Flucht denken zu lassen. Žižek leiht sich die Metapher um sie auf das Zögern der Menschheit angesichts der „Klimakatastrophe“ anzuwenden. Die Menschen, so Žižek, seien wie jener Frosch, der einfach nicht merke, dass das Wasser um ihn herum immer wärmer werde und er am Ende im heißen Wasser umkomme. Žižek weiß offenbar nicht, dass der Ausgang dieses Experiment nichts als ein Mythos ist.

Der Frosch ist nicht blöd!

Denn der Frosch bleibt nicht im heißer werdenden Wasser, er ist ja nicht blöde! Er springt rechtzeitig heraus, wenn man ihn lässt. Allerdings tut Žižek für seinen Artikel genau das, was auch das IPCC noch 2014 in seinem „Summary for policymakers“ tat: er unterstellt, der Mensch würde sich nicht anpassen und willenlos jedes Wetter und jede Klimaänderung über sich ergehen lassen – genau wie jener Frosch, den es in Wirklichkeit nicht gibt. Dabei ist das Gegenteil richtig! Der Mensch hat sich zu allen Zeiten seiner Umgebung angepasst. Wechselnden Witterungen ebenso wie den verschiedensten Klimata. Tendenziell meidet er Risiken, lernt aus Fehlern und Katastrophen – auch wenn dies im Einzelfall ganz und gar nicht danach aussieht. Aber Häuser in Oslo haben für gewöhnlich Heizungen, während in Tel Aviv nirgends Klimaanlagen fehlen. Zufall ist das nicht. Žižek weiter:

Der Prozess der globalen Erwärmung geht langsam vonstatten und ist voller Mehrdeutigkeiten, die von den Leugnern ausgenutzt werden – so mag der Wandel des Klimas extreme lokale Kälteeinbrüche zur Folge haben.“

Mehrdeutigkeiten werden aber nicht nur von „Leugnern“ ironisiert und „ausgenutzt“. Selbst wenn in Deutschland seit Jahren jede Schneeflocke, sie sich weigert, durch Abwesenheit die Voraussagen von Mojib Latif zu erfüllen, humoristisch willkommen geheißen wird, so gilt doch ebenfalls, dass für die Alarmisten jeder heiße Sommertag bereits der unumstößliche Beweis der Apokalypse ist. Was all die Klimaexperten mit diese Phänomenen und Mehrdeutigkeiten übrigens nicht können, ist uns die anthropogene Ursache für die Erwärmung schlüssig zu beweisen. Gegen die Annahme, dass vom Menschen produziertes CO2 dafür hauptverantwortlich sei, spricht unter anderem die Tatsache, dass alle dies behauptenden Computermodelle, füttert man sie mit den Werte der Vergangenheit – und da meine ich konkret die letzten 15.000 Jahre – nicht nachvollziehen können, was damals geschah. Temperatur und CO2-Gehalt der Atmosphäre passen einfach nicht immer so gut zur Theorie, wie sie das im Augenblick scheinbar tun.

Selbst die Zukunft bilden die Modelle ja nur sehr vage ab und müssen daher ständig korrigiert werden. Eigentlich logisch, denn wenn schon die Wettervorhersage bei etwa zehn Tagen im statistischen Rauschen untergeht, welche Sicherheiten sollen dann Klima-Vorhersagen für die nächsten 100 Jahre haben? In der Vergangenheit ist es offenbar immer so gewesen, dass Phasen der Erwärmung dem Anstieg der CO2-Konzentration um viele Jahre vorausliefen. Warum sollte diese heute gerade andersherum sein?

Es gibt andere Erklärungen

BRATIS

Somit ist rein logisch der CO2-Anstieg nicht die Ursache der Erwärmung, sondern deren Folge. Als Mechanismus nennen hier zahlreich Forscher die Ozeane – unsere größten CO2-Senken – und deren wegen ihrer schieren Masse sehr allmähliche Erwärmung und Abkühlung. Kälteres Wasser kann mehr CO2 aufnehmen, als wärmeres, womit wir zur Ursache der Erwärmung oder Abkühlung kommen. Zunächst einmal muss es ja einen Mechanismus geben, der auch ohne den Menschen funktioniert, denn wie wir wissen, gab es Warm- und Kaltzeiten schon, als Jan-Malte noch nicht im SUV zum Kindergarten gebracht wurde. Der sogenannte Svensmark-Effekt, also die von Sonnenaktivitätsschwankungen beeinflusste Intensität der Wolkenbildung passt nicht nur meiner Meinung nach als Erklärung (bislang) am besten, was mittlerweile auch experimentell bestätigt ist.

Diese Erklärung passt jedenfalls besser als die hysterische Annahme, durch fossile Energieträger erzeugtes CO2 wäre mehr als nur zu einem sehr bescheidenen Teil für die Erwärmung mitverantwortlich. CO2 kommt schon deshalb nicht in Frage, weil es die ihm zugeschriebene Eigenschaft, IR-Strahlung am Verlassen der Atmosphäre zu hindern, nur in einem winzigen Spektralbereich hat. Man könnte also salopp sagen, die Strahlungsphysik hat hier ein „Lüftungsloch“ eingebaut. Žižek weiter:

Beinahe fühlt es sich so an, als sei das „Projekt Klimaerwärmung“ so orchestriert, dass die Mehrheit der Menschen skeptisch bleiben und sich weigern wird, etwas dagegen zu tun. Und bloß als Erinnerung, dass die Lage ernst sein könnte, trifft uns gelegentlich eine Hitzewelle oder ein unerwarteter Tornado, doch solche Katastrophen werden dann schnell zu unvorhersehbaren Unfällen umgedeutet.“ … „Wir tun uns das alles selbst an, wir selbst erhöhen Stück für Stück die Temperatur, was uns die Möglichkeit gibt, die Bedrohung zu ignorieren. Wir sind die Frösche, die sich selbst langsam zu Tode kochen.“

Hitzewellen, Tornados…gab es die früher nicht? Waren diese Ereignisse früher berechenbarer als heute, oder weniger verheerend? Nein! Lernten die Menschen nicht auch schon früher aus solchen Katastrophen und werden diese heute nicht vielmehr propagandistisch aufgeladen? Žižeks Aussage weiter oben, dass Wetterereignisse zu Propagandazwecken missbraucht werden, gilt doch eigentlich gerade hier, wenn natürlich vorkommende Wetterphänomene zu den Reitern der Apokalypse hochgefiedelt werden. Doch seltsam, niemand bleibt am Strand liegen, wenn ein Tornado im Anmarsch ist, jeder sichert sein Eigentum so gut er kann und bringt sich in Sicherheit, anders als es der Frosch-Mensch in Žižeks Gleichnis angeblich tut. Warum tut er das, der Mensch, und kocht sich nicht brav „selbst zu Tode“, wie Žižek es postuliert? Die „Erinnerungen“, die uns „geschickt“ werden, kommen wohl eher durch Um-Etikettierung zu Stande.

Ein ungleicher Kampf

Ein Problem der ganzen Debatte ist das Tempo, in dem Politiker und Klimaaktivisten ihre Aussagen verschärfen, den Druck erhöhen und die schiere Masse an medialen Breitseiten, die sie – mit Steuergeldern gut aufmunitioniert – abfeuern können. Wer hat da schon Zeit, all die Rohrkrepierer und Blindgänger zu zählen oder medial zu korrigieren? Wo ist der Faktencheck für die Faktenchecker, die mit reichlich Lobbygeld Seiten wie „klimafakten.de“ oder „skepticalscience.com*” betreiben können? Wer zählt die Lügen, die Gefälligkeitsgutachten und die finanziellen Erpressungen an den Universitäten, die auf der Jagd nach Drittmitteln zu manchem bereit sind? Man denke nur an die „Hockey-Stick-Kurve“, die eine Fälschung war, den amerikanischen Nationalpark, der kleinlaut Hinweisschilder zu einem schmelzenden Gletscher entfernte, weil dieser einfach nicht schmelzen wollte oder den wie ein Zombie durch die Medien geisternden 97%-Konsens der Klimawissenschaft, der auf der durch weglassen, fälschen und tricksen beruhenden Cook-Studie beruht. Man könnte stundenlang aufzählen, müsste es aber bei Lanz, Maischberger oder als Souffleur der allabendlichen Klebercläuse tun, wozu es für „Leugner“ keine Gelegenheit gibt. Indes hält kein Großalarm, keine Klima-Übertreibung der Prüfung oder der Zeit stand, schon gar nicht die Schlussfolgerungen daraus. Nur: niemanden interessiert das. – „Raus aus der Koh-le, runter mit Flug-zeu-gen!“

Angesichts des politisch-medialen Flächenbombardements fehlen den „Skeptikern“ einfach Zeit, Mittel und Aufmerksamkeit, um es mit ihren Einsprüchen und Überprüfungen über die Wahrnehmungsschwelle zu schaffen. Und wenn doch, ist es längst zu spät und eine Richtigstellung in irgendeinem Fachblatt oder auf Seite sieben einer Tageszeitung erhält längst nicht die Aufmerksamkeit, welche dem vorangegangen falschen Alarm zuteilwurde. Die Aktivisten sind ohnehin längst weitergezogen und schießen neue Behauptungen und Horrorszenarien ab. Kaum eine Woche vergeht, in der sie sich nicht an einem schönen Ort dieser Welt und auf Kosten der Allgemeinheit oder reicher Gönner aber mit schlechtem Gewissen auf Konferenzen der Festigkeit ihrer Filterblase versichern. Auch so ein Vorwurf, der gern umgekehrt und den „Leugnen“ gemacht wird. Dabei kann man den Argumenten und dem Aktivismus der Klimatisten dank deren Präsenz gar nicht entgehen, während sich unerwünschte Fragen und Fakten sehr leicht wegdrücken oder übertäuben lassen.

Der letzte Schritt, weg von Wissenschaft und Fakten und hin zu Glaube und Emotion ist längst vollzogen und auf dieser Weise entzieht sich die Debatte jedem Widerspruch. Auf Meinungen, Fakten und deren Interpretation kommt es jetzt gar nicht mehr an, jetzt ist „die richtige Einstellung“ gefragt, wie ein blauhaariger YouTuber es formulieren würde. Kann man sich gegen Politiker und deren Besteuerphantasien (welche aktuell im Zusammenhang mit Klima und CO2 wieder mächtig ins Kraut schießen) noch mit Verweis auf das eigene leere Konto oder der Drohung des Stimmentzuges noch praktisch zur Wehr setzen, wird bei Jugendlichen, die sich freiwillig als menschliche Schutzschilde vor zwei fixe Ideen werfen (Klima retten, Kapitalismus abschaffen), jeder Widerspruch als unmoralisch und eigennützig wahrgenommen. Da steht er dann mit seinen Fragen und Fakten, der Skeptiker, und niemand will sie hören. „Ketzer, Ketzer!“ Und wie zum Hohn brüllt man ihn mit dem Hinweis nieder, er hätte gar keine Fakten und sei doch nur dumm, von gestern und ein Gedankenverbrecher. „Ketzer!“

Schmerz mit Ansage

Stimmte Žižeks Methapher mit dem Frosch, so könnte man sie allenfalls auf die Aktivisten anwenden, denn all die Maßnahmen, die Verbote, Forderungen und Steuern, die von den Klimaglaubensbrüdern und ‑schwestern gefordert werden, werden ihnen selbst zwar auch Schmerzen bereiten, aber erst ganz zum Schluss, wenn schon alles zu spät und die Gesellschaft „umgebaut“, sprich: zerstört ist. Wer ein Flugverbot umgehen kann, weil er Ablass-Zettel bei atmosfair kaufen oder die Flugbereitschaft der Bundeswehr, den Privatjet von Bono oder alternativ ein pfeilschnelles Carbon-Regattasegelboot nutzen kann, muss (noch) auf nichts verzichten. Wer sich eine Solaranlage aufs Dach schrauben kann, jammert nicht über zu hohe Strompreise und natürlich muss man kein Auto haben, wenn man morgens in der Innenstadt von Berlin in fünf Minuten mit dem E‑Roller ins Greenpeace-Büro fahren kann. Und in New York, Los Angeles oder Madrid, wo man gern ausspannt oder gleichgesinnte Aktivisten auf Konferenzen trifft, gibt es doch Uber!

Das System, das energiehungrige System Kapitalismus, das gern unter „Der Westen“ rubriziert wird, kämpft derweil um sein Überleben und gibt den Forderungen der Klimahysteriker nur scheinbar bereitwillig nach. Es biegt sich, verspricht, besticht und betrügt auch, nur um weiter halbwegs funktionieren zu können. Nicht zuletzt sind auch die Klimakämpfer selbst darauf angewiesen, auch wenn sie das nicht glauben wollen. Sie nutzen Kommunikations- und Transportmittel, wollen leckeres Essen…auf ihrer „Smile-4-Future“-Tagung in Lausanne sorgte die kärgliche Kost für Unmut, ganz zu schweigen davon, dass die Schweiz als EU-Ausland Roaming-Gebühren für Mobilfunk erhebt. Es soll Heulkrämpfe und knallende Türen gegeben haben, Greta musste Trost spenden.

Zeit für das ganze Bild

Der eigene Energiebedarf findet sich eben nicht nur auf der Stromrechnung wieder, wo sich dank der Solarzellen auf Papas Dach und staatlichen Subventionen ein kleines Plus findet, sondern auch beim Gang zum Bäcker, der Google-Suchanfrage, der konfliktfreien Erholung im Safe-Room einer Klimakonferenz, im Soja-Latte, ja sogar im vorbildlichen Bambus-Becher, aus dem man ihn plastikfrei schlürfen kann.

Der Kampf des Systems Marktwirtschaft gegen seine Feinde geht an dessen Substanz, andere Probleme, die sich aufgestaut haben, wie etwa Währungsunsicherheiten, Bildungsdefizite und die immer dreisteren staatlichen Markteingriffe bleiben unbeachtet, es kommt zu Ermüdungsrissen, die immer sichtbarer werden. Bruch ist vorprogrammiert. Wir fahren nicht nur unser Energieversorgungssystem längst auf Verschleiß und versuchen dennoch, wie beim Jenga-Turm immer weitere Steinchen aus den Wänden zu ziehen. Was soll schon passieren!

Marxist, Modephilosoph und DiEM25-Mitglied Žižek bietet sich als Stichwortgeber bei der Überwindung des Kapitalismus im Namen der Klima-Weltrettung natürlich an. Er beklagt ja an anderer Stelle, den Linken mangele es an einer „neuen Vision“ für Europa und welche Vision wäre derzeit präsenter als die Vorstellung, dass in zehn Jahren unser letztes Stündlein geschlagen hat, wenn wir Greta nicht sofort sämtliche Schlüssel, Schalter und Schecks aushändigen? Wobei sich die Linke hier fundamental täuscht. Denn der gewünschte Zusammenbruch des kapitalistischen Systems wird dieses Mal gerade nicht die „vollständigen materiellen Voraussetzungen“ für die Errichtung des nächsten Sozialismusexperiments liefern, wie Karl Marx postulierte.

Dieses Mal soll die materielle Basis ja mit Vorsatz und Ansage vernichtet werden, um die Klimarevolution auf den Trümmern früherer technischer Revolutionen zu machen. Nur der Bambusbecher wird bleiben, Kaffee ist dank gestiegener Transportkosten kaum noch bezahlbar und statt Sojabohnen, die aufwändig verarbeitet werden müssen, baut man lieber Kartoffeln an. Spätestens in dieser Zukunft wird dann die Energie nicht mehr ausreichen, um den Topf samt Frosch mehr als lau zu erwärmen. Gut für den Frosch, schlecht für Menschen, die heißen Soja-Latte im Bambusbecher lieben.

Schlussbemerkung zur Klimarettung

Auch weil ich immer wieder danach gefragt werde, ob ich denn pauschal alles ablehne, was die Klimakirche fordert, hier noch einige Nachbemerkungen. Die Fixierung auf das „menschengemachte CO2“ finde ich übrigens längst nicht so störend, wie die Schlüsse, die man daraus fälschlich gezogen hat. Ginge es wirklich darum, den CO2-Gehalt der Luft von gerade mal 400 ppm zu reduzieren (wozu auch immer das gut sein sollte), wären aktive Maßnahmen erfolgversprechender und zudem einer Industrienation würdiger, als langfristig auf preußisch-landjunkerliches Agrarniveau zurückzusinken. Wir hätten noch eine intakte Energiewirtschaft samt niedriger Energiepreise, auf welche gerade die energieintensive Industrie angewiesen ist und jedes Windrad und jede Solarkachel könnte an der Dekarboniserung der Luft arbeiten. Die Idee, langfristig von der Energieerzeugung durch Kohlenwasserstoffe weg zu kommen, ist eine gute, schon weil wir mit dem Zeug besseres machen können, als es einfach zu verbrennen. Aber wir reden hier von Zukunftstechnologien, wie wir entweder nicht wollen dürfen (Kernspaltung) oder noch nicht haben (Kernfusion). Stattdessen springen wir sofort vom Dach und setzten beim „fliegen lernen“ auf Technologien, die nichts taugen (Sonne, Wind).

Die Vermeidung von „Senken“, also das Verstreuen von Stoffen, die wir erst mühsam und unter großem Energieeinsatz konzentrieren mussten, gelingt bei einigen Metallen oder Glas schon ganz gut. Ausgerechnet bei vielen Materialien, die wir jedoch für unsere Energiewende samt Klimarettung benötigen – welche wir ja gerade wegen der riesigen Kohlenstoffsenke durchführen (Öl und Gas sind nach der Verbrennung für geologische Zeiträume „weg“) – haben wir noch keine Ahnung, ob und wie wir diese jemals zurückgewinnen können. Das Ganze Rettungstheater ist also ein gewaltiger Schritt ins Dunkel, ein Fall ins Nichts. Ob dahinter wirklich irgendwo das Licht des dekarbonisierten Paradieses auf uns wartet, kann ich nicht glauben. Vielmehr hoffe ich, dass wir die Kraft finden, das warme moralische Bad der „Klimarettung“ durch einen realistischen, rettenden Sprung zu verlassen, weil wir am Ende mindestens so schlau wie Frösche sind. Und die springen am besten, wenn sie sehen können, wo sie landen werden.

* Im Impressum treffen wir einen alten Bekannten als Betreiber wieder. skepticalscience.com wurde ausgerechnet von John Cook initiiert, eben jenem australischen Autoren, dem wir die unhaltbaren „Studie” über den 97%igen „Konsens der Wissenschaft” verdanken.


Quelle: unbesorgt.de


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