Es brodelt in Südamerika. Chile scheint in Anarchie abzugleiten, In Bolivien trat Präsident Evo Morales zurück und will Neuwahlen, aus dem verarmenden Venezuela fliehen die Menschen in alle Richtungen davon. Wir erfahren hier in Europa, dass die Bauern in Ecuador gegen das Ende der Benzinpreis-Subventionen auf die Straße gehen, in Bolivien glaubt die Opposition wegen Wahlbetruges nicht gewonnen zu haben, in Venezuela tobt eine Inflation und erzeugt Not, und in Chile bricht das Chaos aus wegen einer Erhöhung der U‑Bahn-Fahrpreise.
Der chilenische Präsident Sebastian Piñera spricht jetzt sogar offen von „Krieg“ im Lande. Chile befinde sich im Kriegszustand gegen einen mächtigen Feind, ließ er wissen. Hier aus den chilenischen RT Nachrichten:
Nachdem er die Preiserhöhung für die U‑Bahn offiziell zurückgenommen hatte, sagte Piñera:
„Wir führen einen Krieg gegen einen mächtigen, unerbittlichen Feind, der nichts und niemanden respektiert, der bereit ist, Gewalt und Kriminalität grenzenlos anzuwenden, selbst dann, wenn das den Verlust von Menschenleben bedeutet.“
„Estamos en guerra contra un enemigo poderoso, implacable, que no respeta nada ni a nadie, que está dispuesto a usar la violencia y la delincuencia sin ningún límite incluso cuando significa pérdidas de vidas humanas.“
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Weiter kündigte Präsident Piñera an, dass der für den Ausnahmezustand zuständige General Javier Iturriaga 9.500 Soldaten einsetzt, um den Frieden und die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen und die „Exzesse“ unter Kontrolle zu bekommen. Den Einsatzkräften dankte er dafür, dass sie sich den Gewalttätern und Kriminellen entgegenstellen.
Der Ausnahmezustand war zunächst nur für die Hauptstadt Santiago de Chile ausgerufen worden, wird aber nun auch auf mehrere Städte im Norden und Süden des Landes ausgeweitet. Die Städte Antofagasta, Valdivia, Valparaíso, Talca, Chillán, Chillán Viejo, Temuco, Padre Las Casas und Punta Arenas stehen jetzt ebenfalls unter Ausnahmezustand und teilweise Ausgangssperre. General Javier Iturriaga setzte die Ausgangssperren ab 22:00 fest.
Die Unruhen haben bereits Todesopfer gefordert. Zurzeit ist von zehn Toten die Rede. Am Sonntagmorgen wurden zwei Tote in der vollkommen ausgebrannten Halle einer Baumarktkette im Süden Santiagos nach den Löscharbeiten aufgefunden. Am späteren Sonntag wurden nach Informationen der Feuerwehr weitere fünf Leichen aus einer ausgeplünderten und dann in Brand gesetzten Textilfabrik in der Hauptstadt geborgen.
Die Lage beruhigt sich nach Einschätzung der Sicherheitskräfte keineswegs. Daher wird allgemein gewarnt, bis auf Weiteres nicht – oder nur, wenn es sein muss, mit großer Umsicht — sich in den betroffenen Gebieten auf der Straße aufzuhalten. Man solle sich via lokale und soziale Medien, Radio und Fernsehen über die Vorkommnisse und die Lage auf dem Laufenden halten und zur eigenen Sicherheit Menschenansammlungen vermeiden. Für ganz Chile gelte eine erhöhte Sicherheitsstufe. Bisher sollen über sechzig Supermärkte ausgeplündert und mindestens sechs in Brand gesteckt worden sein, 78 U‑Bahnstationen in Santiago wurden beschädigt. Kirchen sollen geplündert und zerstört werden. 1.554 Menschen sollen festgenommen worden sein. Am 19. Oktober bereits gab es 308 Festnahmen und 156 verletzte Polizisten, davon 5 mit schweren Verletzungen, 49 beschädigte Polizeifahrzeuge, 11 verletzte Zivilisten und 41 zerstörte U‑Bahnstationen.
Die Proteste hatten sich zwar an den heraufgesetzten U‑Bahn-Ticketpreisen entzündet. Wie Unbestechlichen-Autor Thomas Röper aber darlegt, war das nur der Funke, der das Pulverfass entzündete. Die Gründe für die Unzufriedenheit liegen tiefer:
Wer seine sehr fundierte Beschreibung liest, der fühlt sich an den Ursprung der Gelbwesten-Proteste in Frankreich erinnert. Auch Thomas Röper zieht diesen Vergleich. Doch sowohl in Frankreich wie auch in Katalonien machte sich die Extreme Linke die berechtigten Proteste des Volkes zunutze, um in Gewalt- und Zerstörungsorgien zu schwelgen. Dasselbe haben wir in Deutschland bei den G8 bis G20-Gipfeln erlebt. Der berechtigte und verständliche Protest der Bürger wird missbraucht, um eine gewaltsame Rebellion oder Umsturz zu veranstalten. Ob dabei Menschen sterben und verletzt werden, ob wichtige Infrastruktur zerstört wird, ist den Linksextremisten egal. Es geht ihnen nicht um das Volk, sondern um die Durchsetzung ihrer kommunistischen, globalistischen, diktatorischen Agenda.
Wie oft lesen wir solche Berichte: Das Volk zieht friedlich und protestierend durch die Straßen, aber ein Haufen gewalttätiger Extremisten veranstaltet Chaos, Blut und Feuer, wie jetzt auch in Chile:
„Sie [die Bürger] zogen am Freitag größtenteils friedlich zur Plaza Italia im Zentrum der Metropole. Laut einem Bericht der Zeitung „La Tercera“ war es die zweitgrößte Demonstration bei den seit Wochen andauernden Protesten. Vermummte stürmten unterdessen ein historisches Gebäude der Universität Pedro de Valdivia und steckten es in Brand. Daneben plünderten gewalttätige Demonstranten eine Kirche und errichteten Barrikaden aus dem Mobiliar.“
Und doch tun unsere Medien so, als seien das alles die Demonstranten und benutzen allerhöchstens das Wort „Vermummte“, anstatt das Kind beim Namen zu nennen: Antifa und Linksextremisten, die einen Umsturz versuchen. Wären es Rechtsextremisten, würde die gesamte Medienlandschaft vor Aufregung und Entsetzen toben.
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