Verschwörungen, Enthüllungen & Unglaubliches

Die Burg Houska und ihre Spuk-Geschichte

30. Oktober 2020

Viele Mythen und Legenden ranken sich um Burg Houska, eine ehemalige Ritterburg und einstiger Sitz eines gefürchteten Adelsgeschlechts. So wird unter anderem berichtet, dass es in den alten Gemäuern spuken soll. Unheimliches soll sich dort zugetragen haben: Besucher wurden wahnsinnig, ja sogar Menschen sollen verschwunden sein. Seit Jahrhunderten hält sich das Grauen in den Mauern und so wird berichtet, dass es in dieser Burg das Tor zur Hölle gäbe.

(von Marcus E. Levski)

Diese auf einer hohen Klippe erbaute Burg steht im Herzen der Dubské-Hügel in der Nähe der Mácha-See bei Česká Lípa. Unweit der Stadt Prag, der „Goldenen Stadt“, die bei Sonneneinstrahlung die Dächer in Goldtönen schimmern lässt, thront diese Burg über den Wäldern.

Das Schloss selbst liegt auf einem bewaldeten Hang und zwar auf einer Sandsteinklippe, deren Wände auf drei Seiten fast senkrecht abfallen. Im Mittelalter bestand das Gebäude aus einem Grundriss in U-Form, der jedoch in der Renaissance umgebaut wurde. Auch das Innere des Gebäu- des beeindruckt den Besucher. Dieser findet im ersten Stock des Schlosses drei alt-gotische Räume mit einer zentralen Halle. Der interessanteste Innenraum auf dem Schloss ist jedoch der polygonale Kapellenbau, der das Erdgeschoss und den ersten Stock durchdringt. Darüber hinaus gibt es in diesem Schloss das sogenannte „grüne Zimmer“ mit seinen Hirschtrophäen.

Unter den Einheimischen geht das Gerücht um, dass es sich bei dieser Burg um einen der gruseligsten Orte der Welt handeln soll. Blickt man auf die Anlage, so erscheint sie für den ersten Blick ganz normal – alte Gemäuer und bröckelnde Ziegelsteine. Doch bei näherer Betrachtung können wir ein paar Details erkennen, die mysteriös zu sein scheinen. Wir finden viele Fenster die nur als Attrappen eingebaut wurden. Ohne Glas, nur gemalt, zieren sie die Fassadenwände und laden den Besucher ein, mehr erfahren zu wollen über diese Symbolik.

Ein seltsamer Ort und mysteriöse Tatsachen

Veremund Proche (1694-1748), Prior des böhmischen Klosters auf dem Berg Bößig, schrieb in einer 1743 in Prag gedruckten Schrift „von verschiedenen Merkwürdigkeiten des Berges Bezdiez“. Er habe von einem Mönch gehört, dass zwischen der Burg auf dem Berg Bezdiez und dem Schlossberg von Houska, der eineinhalb Meilen (ca. 2,5 km) entfernt liegt, eine eigenartige akustische Verbindung bestanden haben soll. Wenn nämlich jemand mit mittlerer Stimme, also nicht schreiend, dem Anderen zuruft, so könne er ohne Probleme verstanden werden. Beide könnten also miteinander sprechen, ohne von dazwischenstehenden Menschen gehört zu werden. Dies sei auch immer wieder ausprobiert worden. Die Stimmen würden gleichsam wie durch ein Rohr fahren. Die Ursache dessen sei ihm unbekannt und man meint, da ginge es nicht mit rechten Dingen zu. Er habe auch von den Alten gehört, dass von alters her „Strick und eysener Faden ausgestrecket“ gewesen sei, welcher von einem Turm des einen Schlosses zum Turm des anderen „auf zweyerley Ordnung seynd ausgespannet gewesen“, also doppelt gespannt und hin und her gezogen werden konnte. Auf diese Weise konnten die beiden Schlossherren miteinander brieflich korrespondieren, wenn Feinde im Anmarsch waren oder sonstige Hilfe benötigt wurde.

Der Schwarzmagier Oronto und die Schweden

Im 16. Jahrhundert wurde die Burg als Befestigungswehranlage ausgebaut. Sie galt im Dreißigjährigen Krieg als uneinnehmbar. Die Schweden brachten Unheil über das Land. Sie plünderten lange Zeit in den Dörfern und vergingen sich auch an den Einwohnern. Es kam zu Vergewaltigungen und Morden wie unzähligen Gräueltaten. In diesem Zusammenhang gibt es eine Legende über Oronto, den Kommandanten der schwedischen Truppen. Dieser war angeblich ein Schwarzmagier und Alchemist und betrieb ein geheimnisvolles Labor im Schloss. Er wurde von den Bauern ermordet, aus Angst vor seinen Hexenkünsten. Eine andere Geschichte erzählt, dass Oronto für seine Unverwundbarkeit bekannt war. Er ließ sich nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges im damals verlassenen Schloss Houska nieder. Zusammen mit einer Gruppe von etwa zehn weiteren Räubern überfiel er Anwohner, stahl und mordete, und so wurde eine Belohnung von 100 Taler auf seinen Kopf ausgesetzt.

Zwei Jäger schossen ihm ins Gesicht, seitdem soll er im Schloss als Geist sein Unwesen treiben. Nach einer anderen Legende offenbart er sich in der Figur eines schwarz vermummten Mönchs, der kein Gesicht hat und über die Region Opovážlivce wacht. – Und wehe, man betritt nachts dieses Gebiet!

Eine mysteriöse Zeitreise

Im August 1836 besuchte der tschechische Dichter Karel Macha das Schloss für eine Nacht. Schreckliche Visionen suchten ihn heim, von denen er nicht wusste, ob er sie tatsächlich erlebt hatte oder sie nur ein Albtraum waren. Er soll – nach seinen eigenen Worten – nach Mitternacht in ein Loch gegangen sein, wo er dann im Jahr 2006 in Prag herausgekommen war. In einem für ihn völlig unbekannten Prag, mit Hochhäusern und Maschinen, die er nie zuvor gesehen hatte. Diese Geräte waren Furcht einflössend und bewegten sich wie mit Geisterhand geführt. Ein Mädchen zeigte ihm so etwas wie eine Schatulle, aus der Töne und Bilder stiegen, deren Herkunft er sich nicht erklären konnte. War es wirklich nur eine Vision oder war er tatsächlich durch eine Zeitanomalie hindurchgegangen?

Einige Leute sagen, dass Houska gemäß den Prinzipien der Heiligen Geometrie erbaut worden ist und somit ein Portal für Teleportation oder Zeitreise sein könnte. Hauska steht auf einem keltischen Kraftort. Allerdings wurde der ursprüngliche Kraftplatz später für schwarze Magie missbraucht.