Wirtschaft & Finanzen

Steuererhöhung von Tabak und E-Zigaretten steht unmittelbar bevor

26. Februar 2021

Gegenwärtig haben Konsumenten von E-Zigaretten gegenüber vielen anderen Ländern einen entscheidenden Vorteil – die Steuersätze auf jene Produkte sind hierzulande nicht besonders hoch angesiedelt. In Zukunft soll allerdings ein neues Tabakmodernisierungsgesetz neue Rahmenbedingungen schaffen. Abgesehen von herkömmlichen Zigaretten sollen auch jene Produkte teurer für den Endverbraucher werden. 

Mit jenen Schritten, die das Bundesfinanzministerium in die Wege leiten möchte, könnten sich die künftigen Ausgaben für Raucher signifikant erhöhen – die Tabaksteuer soll durch eine Gesetzesreform angehoben werden. Darunter sollen nun auch mit Nikotin angereicherte E-Zigaretten aufgeführt werden, die bislang von jener Steuerschuld nicht betroffen waren. Sogenannte Verdampfer werden damit ebenfalls eingeschlossen – hier kam bis jetzt der deutlich niedrigere Steuersatz für Pfeifen und ähnliche Produkte zum Einsatz. Durch das anstehende Modernisierungsgesetz steht auch hier eine bemerkbare Teuerung im Raum.

Mit diesem Schritt erhofft sich die Regierung eine maßgebliche Erhöhung staatlicher Einnahmen. Bis zu 12 Milliarden Euro sollen dadurch bis zum Jahr 2026 für anderweitige Projekte zur Verfügung stehen. Die jährliche Steuer von Zigaretten würde sich dadurch um ca. 8 Cent pro Packung erhöhen. Gegenwärtig beläuft sich die Summe auf 15,7 Cent. Ein Risiko besteht allerdings darin, dass einige Menschen aufgrund der Erhöhung ihren Konsum aufgeben oder zumindest maßgeblich einschränken – die tatsächlichen Einnahmen könnten dadurch wesentlich geringer ausfallen als die eben angeführten Berechnungen.

Nicht nur aus finanzieller Sicht, welche eine Packungssteuer von fast 30 Cent bewirken könnte, handelt es sich hier um einen unerwarteten Schritt. Die letzte Reform in diesem Bereich passierte nämlich bereits im Jahr 2015. Noch gegenwärtig und ohne möglicherweise angepasste Gesetzeslage konnte der Staat dadurch einiges verdienen. 2020 betrugen die steuerlichen Einnahmen auf jene Produkte über 14 Milliarden Euro – im Vergleich zum Jahr 2019 ist der Wert um fast drei Prozent gewachsen. In diesem Rahmen ist allerdings eine Trendwende zu erkennen – steuerliche Einnahmen generiert die Regierung nun vermehrt durch Feinschnitt-Tabak und weniger durch herkömmliche Zigaretten in Stangenform.

Der Schritt zur steuerlichen Anhebung betrifft wie erwähnt nun auch erstmals E-Zigaretten. Jessica Theis, medizintechnische Fachhändlerin und Redakteurin für das Magazin Medmeister vermutet bei jener Entscheidung auch einen Zusammenhang mit dem wachsenden Interesse: “Alleine in Deutschland verfünffachte sich der Umsatz an E-Zigaretten im Zeitraum von 2013 bis 2018. Das aktuelle Marktvolumen jener Produkte wird landesweit auf eine halbe Milliarde Euro geschätzt”. Aufgrund aktueller Entwicklungen könnte jenes Wachstum allerdings nun eine Delle erhalten. Abgesehen von der möglichen Berücksichtigung in Sachen Tabaksteuer wird auch ein Werbeverbot ab dem Jahr 2024 erlassen, welches für herkömmliche Tabakprodukte bzw. Zigaretten bereits gegenwärtig gilt.

Zusätzlich zu staatlichen Gewinnen erhofft sich der deutsche Regierungsapparat laut eigener Aussage auch eine Verbesserung des heimischen Kinder- und Jugendschutzes. Durch die dadurch entstehende Teuerung sollen Jugendliche abgeschreckt werden, ihr Taschengeld für solche Produkte auszugeben. Aktuelle Zahlen belegen jedoch, dass E-Zigaretten bereits ihren Weg in die Kreise schulpflichtiger Kinder gefunden haben. 2016 griffen 2,4 Millionen Schüler zumindest einmal zur E-Zigarette. Bereits zwei Jahre später stieg die Zahl um die Hälfte an.