Verschwörungen, Enthüllungen & Unglaubliches

Die größte Katastrophe der Menschheit?!

19. Juli 2021

Die Geschichte der ewigen Verdummung

(von Edgar Steinbrecher)

Der Anfang schuf den Anfang. Dieser Satz ist nicht von mir, sondern steht in einer der verschiedenen Ausgaben der Genesis – die gibt’s im Plural (samaritanisch, jüdisch, christlich und apokryph). Die katholisch-christliche Edition beginnt mit der bekannten Variante, dass im Anfang Gott Himmel und Erde schuf. Unser Paul schuf das Christentum richtig, verkünden die Überlieferungen. Zu welcher Größe das gelangen sollte, welche Gebirge der Macht grausamst erobert wurden, welche Abgründe, überfüllt mit Not und Elend, mit nicht zählbaren menschlichen Kadavern, die dieses religiöse Hochgebirge glatt überragen, hat er wahrscheinlich nicht mal erahnt, gleichwohl aber die Basis dafür, wissentlich, in voller Absicht, geschaffen, kannte er doch die Charaktere seiner Anhänger und deren Generosität genau. Zur Spendenfreude ist bekannt, dass er Kollekten eigenhändig ins Hauptquatier nach Jerusalem schleppte. Seine Nachfolger in Sachen Christianisierung versuchten Paul noch zu übertreffen, abgeschaut von antiken Königshöfen, wo der Ehrgeiz der Thronfolger, den Vorgänger zu toppen, zum Standardprogramm gehörte, wohl genetisch verankert war. Ein weiteres Vorbild war sicher das jüdische Establishment samt Tempel und Schatz. Als Angehöriger des mosaischen Glaubens war ihm bewusst, dass die zur Religionsausübung ins Kraut geschossenen, als erforderlich erachteten Regularien kaum noch einen anderen Alltag zuließen, als Jahwe zuzutexten. Bei den ultraorthodoxen Juden wird’s heute noch praktiziert. Deren Frauen dürfen einer Arbeit nachgehen, ihre Familie ernähren, die Herren ergehen sich derweil in Gebet und Schriftenstudium samt hitzigster Diskussionen, um der Propheten lang verfaulter Bärte? Shalom!

Eine relativierte Neufassung der vorherrschenden Konfession des Judentums sollte Erfolg versprechen. Der Zeitpunkt war extrem günstig für ein derartiges Startup. Hatte doch die bestehende Götterclique (verehrt wurden neben besagtem Jahwe der Juden, der semitische El, der mit dem großen Glied, den man später Jahwe eingliederte, Gestirne, Bäume, Kälber, Quellen, Steine . . . ) gerade erst kläglich, bei der Keilerei gegen die Römer versagt. (Stärkere gab’s schon immer, heutzutage reicht ein Virus, um Grenzen aufzuzeigen – Gelobt seien die Heilige Angela, der Heilige Jens und – immer wieder eine zu Tränen rührende Offenbarung – der Heilige Markus).

Jerusalem war annektiert worden, der Tempelschatz, diese rabbinische, bereits automatisierte Generationenversorgung – von den irdischen Buchhaltern Jahwes als überdimensionierte Spardose angelegt – war gemopst worden und auf dem Weg nach Rom, eskortiert von frisch versklavten Bevölkerungsteilen. Dann noch die Situation des ägyptischen Reli-Kultes. Der lag wenigstens zu der Zeit in Agonie, spielte de facto keine Rolle mehr. In Notzeiten hatten und haben aber Religionen immer Hochkonjunktur! Paulchen, unsere charismatische Hauptfigur mit rhetorischem Talent war startklar, schließlich bettelte die Meute um Trost und Segen in irgend einer Glaubensform, haderten mit der alten Besatzung des Himmels. Ergo wurden die Ärmel hochgekrempelt, der Kaftan gerafft, Waffen geschliffen, aber fürs Erste im Gewande versteckt, und auf ging’s! Er machte sich, immer im festen Glauben, ans Werk, das religiöse Glücksrad abermals zu erfinden. In Wirklichkeit drehte er es kaum, sondern griff zu Althergebrachtem. Unter Einbringung seiner Auslegungen zum AT erweiterte um Erstfragmente des langsam entstehenden NT, versah er das Ganze, das gezielt als Christentum bezeichnet wurde, mit einigen „ultramodernen“ Ideen nach Isis, Istar, Zoroastrismus usw. sowie einem Erlöser und darüber hinaus mit Spickzetteln, die wir heute als „Paulus-Briefchen“ kennen, die nachhaltigst genutzt und interpretiert werden. An Bibel, als Gesamtwerk, war noch lange nicht zu denken. Dieses neue Testament wurde wohl erst im 12. Jahrhundert fertig gestellt. An Übersetzungen aus dem Mönchslatein (die Sprache soll von der speziellen Gruppierung   a n g e p a s s t  worden sein, an Änderungen dieser Translationen dieser Allegorien, war noch lang nicht gedacht. Jeder Prediger in jeder Gemeinde, und wenn´s nur ein Eselsdorf weiter war, fabulierte anderes. Die dörflichen Predigten samt Auslegungen waren Grund genug, dass man sich die Köpfe einschlug, gar regionale Kriege, besser Raubzüge, führte. Die aber nicht zu knapp, ausschließlich im Namen Gottes natürlich, diesem blutdurstigen, rachsüchtigen und immer wieder mal Massenmord glorifizierenden Phantom in allen monotheistischen Religionskulten! Der Satz, dass der Friede mit einem sei, bekommt so eine ganz andere Bedeutung und Wertung – denken Sie mal darüber nach!

Nebenbei: Ein Testament und das Erbe daraus ist eigentlich immer eine Verpflichtung und damit Verantwortung, die auf Nachfolger übergeht. Ob man dieses Erbe annehmen muss, im religiösen Kontext, ist mehr als diskussionswürdig. Erzählt mir jemand, dass er gläubig ist, dass er Christ sei, bitte – sein Offenbarungseid. Übersehen wird dabei aber, dass man sich durch diese Behauptung mit den unzählbaren Gräueltaten, die im Namen dieses „letzten“ Willens veranstaltet wurden, identifiziert. Bei einer Schwangerschaft kann man schließlich auch nicht sagen, dass man nur ein bisschen schwanger sei. Es geht nur Hopp oder Topp! So verhält es sich meiner Ansicht nach auch mit Religionszugehörigkeiten. Milliardenfaches Elend gehört da zwingend dazu, es war die blutige Brühe, die den Erfolg garantierte. Das diese Selbstbezichtigung, Christ zu sein, letztlich eine Einverständniserklärung ist, die alle Schwerstverbrechen akzeptiert, sanktioniert und abgesegnet, auch im Nachhinein, ist den Gläubigen seltenst bewusst!

Essenziell für Kirchengemeinden war schon immer das Geld – die Religion, so mein Eindruck, reduziert auf das Mittel zum Zweck. Damit es ja richtig verwaltet wurde, bestimmte man in den Urchristencliquen einen Anhänger, der damit nach Meinung seines Milieus gut umgehen konnte. Die Person nannte man Bischof, Aufseher – ein antiker Buchhalter mit Prokura, der sich kümmerte und das Vermögen möglichst mehrte. Wahrlich eine ungebrochene Tradition die, von kommenden Aufsehergenerationen deutlichst ausgedehnt und entgegen dem anfänglichen Sinn zweckentfremdet wurde! Anzunehmen ist, dass dies mit dem frömmlerischen Gedanken, dass alle „Kinder Gottes“ sind, unterschwellig zusammenhängt, und intern entsprechend als naiv kategorisiert wurden. Naiv bedeutet kindlich, unkritisch, einfältig. Aus Sicht der eiskalt und menschenverachtetenden Erlösungsführer dürfte die Auslegung, dass grundsätzlich alle, außer der Aufseher und ihren (ein)geweihten Vasallen, dem Klerus, zu blöd sind, die Religion, ihren Sinn und Zweck, ihre Sicht, auf die Gesamtheit der Heiligkeiten bis hin zu Gott zu erfassen, erklärbar sein. Unrecht hatten sie damit nicht, sieht man, welchen Scharen von Fans – auch wenn die weniger und weniger werden – dem Kult noch anhängen. Egal, ob Männlein oder Weiblein – wieder muss man erkennen, dass selbständiges Denken selten ist, vielleicht sogar weh tut. Großväter und Väter werden zu Laienpredigern, Großmütter und Mütter entdecken plötzlich ihr Talent als Bibelsuffragetten. Etwas nachzuplappern und bedenkenlos zu glauben, ist halt unkompliziert. Und man will ja nur das Beste für die Kids. Ob es wirklich das Beste ist, Kinder mit Mord, Todschlag, Folter, Krieg und Elend und, immer wieder aktuell, Missbrauch zu konfrontieren, bezweifle ich. Hinzu kommt, dass von der Masche Sexualstraftäter und Betrüger aller Couleur seit eh und je leben! Das Bistum Köln ist das akute Paradebeispiel. Die kirchenamtliche Reaktion zum Umgang mit den abartigen Gelüsten von Teilen seiner Kleriker ist aussagekräftiges Vorbild! Horribilis. . . (Amtssprache Vatikan, Küchen- oder Mönchslatein genannt. Nicht identisch mit altaramäisch, der unterstellten Amtssprache des Himmels.)

Back to the roots: Selbst wenn man der Bibel, diesen 66 Büchern, die übertreibende orientalische Textung unterstellt, als Betrachtungsobjekte nur diese 2 Testamente wählt, ging es in Sachen kriegerischer Auseinandersetzungen überall an den „erlösenden“ Eroberungsfronten hoch her. Nahostkonflikte haben eben eine traurige, blutige und „ewige“ Tradition. Da waren die Ideen, Gutes zu tun, die andere Backe hinzuhalten usw. bei der andauernden Endzeitstimmung der oft strapazierte Silberstreif am Horizont, ja eine Art Revolution gegenüber den brutalen Realitäten der sonstigen Religionen. Später, als die Hauptverwaltung nach Rom verlegt war, artikulierte man gegenüber Andersgläubigen, das es gar nicht wichtig sei, den Christengott anzuhimmeln, sondern wichtig sei, überhaupt an irgendein höheres Wesen, ungleich singular oder plural, zu glauben. Als man dann aber den Status der verbindlichen Staatsreligion errungen hatte, kam es richtig dick, die Maske wurde fallen gelassen: Es kam, was man mit den Worten Nietsches umschreiben kann, die Qualitas occulta, die dunkle Eigenschaft, zutage.

Wer nicht die „neue“ Religion annehmen wollte, seiner bisherigen abschwörte, wer seine entsprechenden Schriften nicht verbrannte, durfte sich augenblicklich vor dem christlichen Weltenschöpfer verantworten. (Die Offenbarungen vom Jüngsten Tag und dem Fegefeuer waren noch nicht erdacht, geschweige denn verkündet. Ergo ging’s flotter vor den Schöpfer. Der urteilte und dann ging’s in den Himmel oder in die Hölle.) Besondere Aufmerksamkeit widmete man den Philosophen, anscheinend eine gefürchtete Intelligenz. Unfassbar, aber da weigerten sich welche, zu Christus und den Lehren von Paulchen zu konvertieren!

Diejenigen, die sich von den offenen Drohungen nicht beeinflussen ließen, erfuhren ganz schnell, was man unter christlicher Gnade zu verstehen hat: Sie wurden Kirchengeschichte. Böse Geister, wenn nicht Luzifer selbst, berichten weiter, dass deren heidnische Schriften verbrannt, sonstiger Besitz den Urgemeinden bzw. deren Anhängern, einverleibt, nein christianisiert wurden!

Letztlich kulminierte das Ganze in der weitestgehenden Übernahme des Imperiums Romanum. Die Titel wurden geändert, aus Caesar wurde Papst. Die christliche, später katholisch benannte Monarchie der besonderst grausamen Art, das Imperium Romanum 2.0, war entstanden. Ein antikes Opus Dei, ein klassisches Werk Gottes! Hallelujahhhhh, lobet den Herrn und dessen mordendes, raubend und plünderndes Bodenpersonal…

Vergessen wurde nichts und niemand. Alle und alles fanden in der Story den richtigen Platz und seine erlösende Verwendung. Wunder über Wunder geschahen. Aus Massenmördern wurden Heilige. Die Apotheose mittels Kanonisierung ereilte aber auch Menschen, immer posthum, die heute ihr Dasein in einem Bezirkskrankenhaus fristen dürften. Zu der Facette der Heilsgeschichte, selbstverständlich mit einigen signifikanten Exemplaren, kommt von meiner Seite bald Ausführlicheres.

Wenn wir das Ebenbild Gottes sein sollen, frage ich mich, ob der auch dafür verantwortlich zeichnet, dass die Mutter Kirche zwei Arten Gläubige schuf: Opfer und Bestien!

Abschließend für heute das noch: Die anfänglich erwähnten Genesen (Plural von Genesis) beinhalten ein Exemplar, das als erste Frau Adams nicht etwa Eva kennt, sondern Lilith. Die trennte sich von ihm, weil er es nicht zuließ, dass die beim Beischlaf einmal oben hocken durfte. Erbost entschwand sie als Zombie in luftige Höhen. Aber unbesorgt – nichts verkommt bei der Catholica! Später wurde die als böser Geist, als Teufelin, die für die hohe Mortalitätsrate bei Kindern fortan verantwortlich war, wieder eingegliedert. Der Widerspruch der Story: Eva war aus einer Rippe Adams als erste Frau gebastelt worden, Lilith war aber eher aktiv, scheint sogar eine entsprechende Libido entwickelt zu haben. Dies bedarf dringend einer theologischen Überarbeitung.