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Österreichischer Buchautor rettet afghanische Familie über die pakistanische Grenze

10. September 2021

Pakistan, ein Land abseits unserer bekannten Normalität – eine andere Normalität, die von chronischer Instabilität, von unzähligen Konflikten, Korruption und Terrorismus geprägt ist. Es ist eines der ärmsten und unterentwickeltsten Staaten von Asien – eine Armut, die Marcus E. Levski hautnah erfahren musste. In seinem kurzen Reisebericht erzählt er uns von seinen Erlebnissen und Entdeckungen.

Man fragt sich: „Weshalb Pakistan?“ Nun, wer mein zweites Buch „Die Goldene Stadt im Untersberg 2“ gelesen hat, der weiß, wovon ich hier spreche. Damals hatte Stefan, ein ehemaliger Bundeswehrsoldat, sehr engen Kontakt zu einer afghanischen Familie. Sie unterstützten ihn bei seinen Forschungen zu den von den Taliban zerstörten Buddha-Statuen von Bamiyan. Die Erkenntnisse zu diesen Forschungen waren faszinierend und sonderbar zugleich. Man fand dort tatsächlich einen Beweis für UFOs, Indizien zu MIBs sowie mysteriöse Tunnelzugänge, die von den USA und Deutschland erforscht wurden. Nun war es so, dass diese sehr gut befreundete Familie wegen den aktuellen Entwicklungen in Afghanistan festsaß. Stefan und ich hatten deshalb alle Hebel in Bewegung gesetzt, Unterstützung für diese Familie zu organisieren. Neben der geplanten Hilfsaktion haben wir auch Kontakt zu verschiedenen Mittelsmännern aus Pakistan aufnehmen können, die uns Zugang in diese mysteriösen Tunnel verschaffen konnten.

Somit stand die Entscheidung, nach Pakistan zu reisen! Liebe Freunde, bitte seid mir an dieser Stelle nicht böse, wenn ich sage: ,,Uns geht´s gut!“ Mir ist bewusst, dass es in den letzten zwei Jahren auch bei uns in Österreich nicht einfach war, mit all den Maßnahmen und sonstigen Auswirkungen der Krise. Doch wenn wir in andere Länder blicken, können wir in unserer Welt bei Weitem noch nicht von Krise sprechen! Ja, liebe Freunde, es ist erschütternd zu sehen, dass Menschen tatsächlich in Lehmhütten oder unter der Erde leben. Viele haben nichts zu essen, und die ständige Angst vor Anschlägen oder sonstigen Verbrechen geben auch keine Hoffnung in diesem gottverlassenen Land namens „Pakistan“. Wir fanden abseits der Stadtmetropole blutigen Asphalt vor, massenhaft Gräber und verbrannte Autos auf den Gehwegen neben den Straßen. Auch wenn es bei uns ebenso schwer war in den letzten Monaten, können wir nicht einmal ansatzweise erahnen, wie sich das Leben dort anfühlt.

Wie bereits beschrieben, war es das oberste Ziel, diese Familie aus Afghanistan heraus zu bringen. Was auch erfolgreich geschah! Dazu gleich die Details… Doch neben dieser Aktion hatten wir ebenso die Tunnelsysteme besuchen können, die sich kilometerlang bis nach Indien und Afghanistan erstrecken. Alle Bereiche konnten wir natürlich nicht begutachten, doch wir bekamen eine Karte sowie händische Aufzeichnungen von diesen „Stollen“ – Aufzeichnungen, die tatsächlich eine weit verbreitete Theorie bestätigen. Wir sprechen von unterirdischen Einrichtungen, wenn nicht sogar von ganzen Dörfern oder Kommunen, die sich unterirdisch verbergen. Vieles davon ist vom heimischen Militär bewacht und abgeriegelt. Doch haben wir nun endlich den Beweis gefunden, dass solche unterirdischen Systeme tatsächlich existieren. Unser Aufenthalt war leider viel zu kurz, um hier Näheres in Erfahrung bringen zu können, dennoch haben wir sehr eindeutige Beweise und Indizien gefunden, und konnten uns vor allem selbst ein Bild von diesem hartnäckigen Mythos machen.

Doch zurück zu unserem eigentlichen Reiseanlass: Seit Dienstag, den 24.8.21 kämpften wir uns durch ein Land, abseits unseres bekannten Wohlstandes. Die Reise an sich lief problemlos! Stefan und ich waren am Dienstag um ca. 22:00 Uhr am Flughafen in Quetta angekommen, wo wir freundlich in Empfang genommen wurden. Nachdem uns die einheimischen Kontaktmänner (Freunde von Stefan) in Empfang genommen hatten, ging es mit einem rostigen Jeep ab in die City von Kharod Abad. Vorbei an Schlaglöchern und ausgebrannten Autos am Wegrand sind wir nach einer halben Stunde in der Stadt angekommen und wurden dort Zeugen einer Explosion in einem Haus. Sehr viel Militär, Polizeiaufgebot und aufgescheuchte Menschenmassen waren demnach das erste Bild, das wir bei unserem kurzen Ausflug aufschnappten. War es ein Fehler, hierher zu kommen? Es ist erschreckend für uns Europäer, da wir solche Bilder nicht gewohnt sind, doch für die Einheimischen dort sind sie eine ständige Realität, mit der sie sich täglich konfrontieren müssen.

Wir fuhren weiter in unsere Unterkunft und bezogen unsere Zimmer im Hotel, wo wir feststellen mussten, dass uns ein „kühles Bier“ nicht gestattet war. Leider ist Alkohol in Pakistan verboten. Nach einer sehr unruhigen Nacht und wenig Schlaf wegen der ständigen Sirenen und dem Geschrei auf den Straßen, mussten wir dennoch bereits um 9:00 Uhr morgens los. Es ging nach Sare, einer kleinen Ortschaft inmitten der Wüste Pakistans. Während einer längeren, und vor allem sehr heißen Autofahrt unter der Wüstensonne, kamen wir bei gefühlten 50° Celsius trotzdem zügig voran und erreichten schließlich das kleine Wüstendorf bei Sare. Wir wurden höflich von den Ziegenhirten aufgenommen und durften den Lebensstil der dort beheimateten Beduinen kennenlernen. Zu unserer Verwunderung zeigten uns die dort lebenden Menschen ihre unterirdischen Unterkünfte, die von Lehmbauhütten überbaut sind. Wir durften sie sogar besichtigen! Tatsächlich wurden wir Zeuge dieser kilometerlangen Gänge, die immer noch bewohnt sind. Nach einer knappen Stunde im ständigen bergab-gehen, erblickten wir eine riesige Aushöhlung unter der Erdoberfläche, wo diese Menschen ihren Lebensalltag verbrachten. Einer der dort wohnenden Menschen zeigte uns Kartenmaterial sowie alte, händische Aufzeichnungen von diesen unterirdischen Welten, die selbst im Visier von den USA und einheimischen Militärs sind. Nach ein paar Erklärungen konnte uns der Übersetzer mitteilen, dass die meisten Zugänge sehr scharf bewacht werden. Die Menschen, die in den Anlagen leben, wissen von verrückten Geschichten zu berichten. So wisse man angeblich von vampirähnlichen Schattenfiguren, die immer zur Dämmerung aus den Löchern steigen und sich die Ziegen der Einwohner holen würden. Wir sahen einen solchen Vampir nicht! Leider mussten wir nach einem eher kurzen Aufenthalt unsere Reise wieder fortsetzen.

Wir begaben uns, wie vereinbart, um ca. 15:00 Uhr mit den Kontaktmännern und den Paramilitärs, die Stefan organisiert hatte, in Richtung afghanischer Grenze, um dort unsere Forscher-Kollegen und Freunde in Empfang zu nehmen. Diese wurden durch eine von Stefan bezahlte Paramilitärgruppe unter einigen Anstrengungen über die Grenze geschleust. Stefan und ich sahen nur einen Jeep über die Grenze holpern, in dem drei Menschen blutüberströmt auf der Ladefläche lagen. Dieser wurde von zwei weiteren Jeeps verfolgt, die zwar nicht über die Grenze fuhren, jedoch hinterherschossen. Leider wurden bei einem Schusswechsel zwei der Familienmitglieder getötet. In Angst und Panik sprangen wir auf den Jeep und fuhren so schnell wie möglich wieder in die City zurück. Ja, ich erlebte schon vieles, jedoch war es das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Waffe abgefeuert hatte.

Nach diesem Zwischenfall mussten Stefan und ich langsam begreifen, dass wir soeben haarscharf dem Tode entkommen waren, und uns nun wieder in der Sicherheit der Stadt beruhigen durften. Wir wollten uns noch einige Dinge ansehen, doch dies blieb uns leider verwehrt, als wir von unserem Kontaktmann erfuhren, dass die Linienflüge aufgrund weiterer Anschläge eingestellt wurden. Dennoch konnten wir, mittels finanzieller Unterstützung, mit einem Frachtflugzeug aus Pakistan verschwinden. Nachdem wir knapp 3.000 Euro an Schmiergeld bezahlt hatten, waren wir auf dem Weg nach Hause. Wer weiß, vielleicht würden wir immer noch Pakistan festsitzen, wenn wir dieses Angebot ausgeschlagen hätten. Bei einem raschen Treffen bezahlten wir den Piloten an Ort und Stelle und gaben uns als Frachtträger aus. Nachdem wir einen Tag früher als geplant aus Pakistan raus und in Oman gelandet waren, mussten wir so tun, als ob wir zur Mannschaft gehörten. Stefan und ich entluden über drei Stunden lang die Maschine, und als sich alles zu unseren Gunsten einstimmte, betraten wir nun – inoffiziell, ohne erwischt zu werden – den Flughafen-Innenbereich von Oman. Das kann sich wahrlich kein Mensch vorstellen! Vom Undercover-Gepäckträger wandelten wir uns zum Touristen, holten uns einen PCR-Test, und flogen nach ein paar Stunden in Richtung Bagdad weiter, und von dort weiter nach Ankara, bis wir schließlich in Wien ankamen.

Liebe Freunde, diese Reise war ein sehr teures Unterfangen, und ebenso ein faszinierendes. Es war ein schockierendes und kurzes Erlebnis, das wir nicht so schnell vergessen werden! Unsere Freunde aus Afghanistan wurden in Sicherheit gebracht, und wir durften kurz einen Einblick in das „unterirdische Pakistan“ mit seinen Mythen nehmen. Nun denn, jetzt geht es erst einmal in Quarantäne. Seien wir alle froh, dass wir leben, wo wir leben, denn wir möchten nicht mit diesen Menschen tauschen…

Dies war eine kurze Schilderung der Erlebnisse, eine ausführliche Version wird Eingang in mein neues Buch „Die Goldene Stadt im Untersberg 5 – Der Drache erwacht“ finden, das im November 2021 erscheinen wird. (Mein neues Buch kann übrigens hier bereits vorbestellt werden: buch@marcus-levski.at)