Vera Lengsfeld: Das Ver­fas­sungs­ge­richt als Erfül­lungs­ge­hilfe der Politik

Je mehr über das Ver­fahren des Ver­fas­sungs­ge­richts in Sachen Impf­pflicht bekannt wird, desto deut­licher wird, dass es sich nicht um einen iso­lierten Aus­rut­scher handelt, begründet in schlam­piger Arbeit der zustän­digen Richter. Nein, das Problem ist, dass unser oberstes Gericht, seiner Aufgabe, das Grund­gesetz zu schützen und die Bürger vor will­kür­lichem Miss­brauch durch die Politik zu bewahren, nicht mehr nach­kommt. Kein Wunder, wer mit der Flug­be­reit­schaft zum Essen mit der Ex-Kanz­lerin fliegt, der handelt nach dem Motto: „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“

Schon die Tat­sache, dass immer mehr Ver­fas­sungs­be­schwerden einfach nicht ange­nommen werden, zeigt das Des­in­teresse der Richter, ihrer eigent­lichen Aufgabe nachzukommen.

Im Falle der Impf­pflicht hat der von Ex-Kanz­lerin Merkel auf seinen Posten als Prä­sident des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts gesetzte Stephan Har­barth, der gleich­zeitig Vor­sit­zender des zustän­digen Ersten Senats ist, bereits im Februar den Kern dessen ver­kündet, was in der gest­rigen Pres­se­mit­teilung zum Beschluss steht. Imp­fungen seien hoch­wirksam, Ärzte und Pfleger, die sich nicht impfen lassen wollten, könnten sich ja einen anderen Beruf suchen. Davon wollten Har­barth und Co. offen­sichtlich nicht abgehen, deshalb scheinen Sie die Argu­mente Der Kläger und die von ihnen ein­ge­reichten inter­na­tio­nalen Studien, die etwas anderes besagen, nicht zur Kenntnis genommen zu haben.

Die Richter haben nur die Experten angehört, auf die sich die Regierung gestützt hat. Eine Prüfung von deren Argu­menten hat offen­sichtlich nicht stattgefunden.

Aber der Skandal geht noch tiefer.

Offen­sichtlich war den Richtern nicht ganz wohl, deshalb haben sie eine Aus­stiegs­klausel in Rand­nummer Rn. 167 aus der Impf­pflicht ins Papier geschrieben: „Das Ver­fas­sungs­ge­richt als Erfül­lungs­ge­hilfe der Politik“wei­ter­lesen


Vera Lengsfeld — Erst­ver­öf­fent­li­chung auf dem Blog der Autorin www.vera-lengsfeld.de