Wenn Ster­bende ins Jen­seits schauen

Seit vielen Jahren arbeite ich als Trau­er­red­nerin und erlebe immer wieder Geschichten, die das Spi­ri­tuelle und auch das Jen­seits betreffen, denn in der Zeit des Sterbens bzw. des Hin­über­gehens in die geistige Welt ist der Vorhang hinüber sehr dünn. Wenn ich als Trau­er­red­nerin meine Reden schreibe, ver­wende ich bei dieser zum Teil medialen Arbeit keinen Schutz, denn ich will ja mit der Seele in Ver­bindung treten. Nor­ma­ler­weise schützt man sich nämlich bei der Kon­takt­auf­nahme mit einem Ver­stor­benen, was jedoch bei meiner Arbeit aus den genannten Gründen nicht möglich ist. Es bleiben mir nur die Erdung, das Duschen, die Natur, viel Schlaf und die bewusste Ent­scheidung, den Geist klar zu halten.

(Von Caroline Stiegler)

Und manchmal denke ich bei meiner Arbeit: Manche Umstände sind keine Zufälle. Das sind oftmals Ein­la­dungen, wieder hin­zu­hören. Dorthin, wo wir alle irgendwann hin­gehen – nur eben zu unter­schied­lichen Zeiten.

Alles Aber­glaube?

Eine Episode betrifft eine Witwe, bei der ich vor zwei Jahren im Mai gesessen bin. Eine sehr freund­liche Frau, ruhig, gefasst – und doch voller unaus­ge­spro­chener Fragen. Ihr Mann war noch relativ jung gewesen, beim Bun­desheer in Deutschland. Da bestand Corona-Impf­pflicht, was auch ihn betraf. Die Folge: plötzlich Krebs, aggressiv und rasend schnell.

Sie hat mich ange­schaut und ganz ruhig gesagt: „Ich bin mir sicher, das war die Impfung.“

Ich urteile in solchen Momenten nicht. Ich höre zu. Aber innerlich weiß ich: Diese Geschichte habe ich schon oft gehört, denn viele Trau­er­fa­milien erzählen mir Ähn­liches. Manche haben es längst erkannt, andere ringen noch damit.

Bei diesem Mann haben wir bei der Feier „Purple Rain“ von Prince gespielt – sein Lieb­lingslied. Ein langes Lied, das im Radio immer in ver­kürzter Form gespielt wird. Die letzten zwei Minuten werden prin­zi­piell weg­ge­lassen. Ich habe den Bestatter gefragt: „Sollen wir es kürzen?“
Wir haben uns ange­sehen und gleich­zeitig gesagt: „Nein. Das machen wir nicht. Wenn das sein letzter Wunsch war, dann werden wir das so machen. Nicht, dass er uns noch heim­sucht…“ War das ein Scherz? Oder Aber­glaube? Denn selbst im Aber­glauben steckt manchmal ein Fünkchen Wahrheit. Es gibt Momente, in denen man spürt: Jetzt braucht die Seele genau das. Zeit. Raum. Respekt.

Kli­nisch tot

Eine andere Geschichte: Eine Frau, die mir von ihrem Nah­tod­erlebnis erzählt hat. Sie war bei der Geburt ihres Sohnes kli­nisch tot. Und sie hat sich selbst gesehen – von oben. Und sie sah ihren wei­nenden Mann, der über ihrem neu­ge­bo­renen Kind stand, daneben ihr leb­loser Körper. Und sie erkannte: Das bin ich!

Und das Erstaun­liche war: Sie hatte keine Angst, keine Panik, nur Liebe. Eine so bedin­gungslose, alles durch­drin­gende Liebe, dass sie gar nicht mehr zurück wollte.

Ein Zeichen aus dem Jenseits

Oder die Mutter, die im Kran­kenhaus stirbt – und genau in diesem Moment fla­ckern bei der Tochter zu Hause die Lichter am Ess­tisch. Es läutet an der Tür. Niemand ist da. Spooky, ja. Aber auch tröstlich.

Immer wieder erzählen mir Familien, dass Ster­bende nach oben greifen. Die Schul­me­dizin nennt es „Zuckungen“. Die Ange­hö­rigen sehen etwas anderes: ein Lächeln. Ein Wie­der­erkennen. Ein Will­kommen. Ich glaube nicht, dass sie ins Leere greifen. Ich glaube, sie greifen nach denen, die schon vor­aus­ge­gangen sind. Nach den Ahnen. Nach der geis­tigen Welt.

Meine eigene Groß­mutter hat kurz vor ihrem Tod gerufen: „Mutti, wart auf mich.“ Sie hatte die­je­nigen gesehen, die auf sie gewartet haben. Es ist der Übergang. Man ist nicht mehr ganz hier und noch nicht ganz dort. Schon mehr drüben als herüben.

Viel­leicht ist Demenz genau das. Nicht ein Verlust, sondern ein Ver­schieben. Weg von unserer linearen Welt, hin zu einer anderen. Deshalb erinnern sich viele Demenz­kranke besser an ihre Kindheit als an gestern. Weil dort die stehen, die sie erwarten. Mama. Papa. Die Wurzeln.

Jen­seits-Podcast

Und weil es so viele Geschichten in dieser Richtung gibt, mache ich seit Kurzem mit der Hell­se­herin Ursula Haimerl, der Autorin des Buches „Karma is a Bitch – plötzlich und uner­wartet gibt es nicht!“ den Video-Podcast „Jen­seitswelt“.

In unserem ersten Video behandeln wir die Themen „Leben, Tod und der Blick ins Unsichtbare“.

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In unserem zweiten Podcast haben wir über „plötz­liche und uner­wartete Todes­fälle und deren Kon­se­quenzen“ gesprochen und ein wun­der­bares Bei­spiel gebracht, nämlich die Ermordung von Charlie Kirk.

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Und wer direkt mit mir Kontakt auf­nehmen möchte für Jen­seits­kon­takte, Trau­er­reden, mediale Trau­er­be­gleitung und Haus­rei­ni­gungen, der erreicht mich hier: caroline@die-herzenssprecherin.at

 

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