Bild: Wikimedia Commons, Gage Skidmore , Lizenz CC BY-SA 2.0, Bildquelle: https://flickr.com/photos/22007612@N05/30354690690

Ohne Krieg gegen Trump schnurren füh­rende US-Medien auf ihre wahre Bedeutung zusammen

Die Schlacht um die Wahl ist geschlagen, Donald Trump ist nicht mehr Prä­sident. Joe Biden, der kaum noch, trotz aller Hilfs­mittel, ver­bergen kann, dass er geistig nicht mehr so richtig an Deck ist und schonmal vor­aus­eilend seine Vize­prä­si­dentin Harris als Prä­sident titu­liert, wird von den Medien hofiert und gefeiert. Lob­ge­sänge und Ver­tu­schung zugunsten Bidens domi­nieren die Presse- und Fern­seh­land­schaft. Die Ame­ri­kaner fangen an, sich zu langweilen.

Ob man ihn mag oder nicht, Ex-Prä­sident Donald Trump ist ein Steher und ein Kämpfer. Einfach ein Brocken, an dem man nicht vor­bei­kommt und eigentlich das, was Ame­ri­kaner so als ihre her­vor­ste­chendste Eigen­schaft sehen (wollen). Mit Prä­sident Trump jagte ein Auf­reger den anderen, da war immer Wirbel in der Bude. Er steckte Schläge ein – und steckte sie weg. Und er teilte mächtig aus. Und jetzt?

Bidens Stab ist ja schon froh, wenn der Mann heil die Treppe zum Flugzeug hoch­kommt. Reaktion: betre­tenes Schweigen und faden­scheinige Erklä­rungen. Die Medien spielen mit, not­ge­drungen. Was sollen sie auch dazu sagen? Wenn sie schon das Ein­leiten eines Impeachment-Ver­fahrens gegen Trump beju­belten, dem man mal so eben frei­händig geistige Umnachtung andichtete, was kann man dann zu den kata­stro­phalen Aus­setzern Prä­sident Bidens noch sagen?

Besser nix, genau. Man schweigt pie­tätvoll, und das Thema Demenz und Gebrech­lichkeit ist tabu, wie einst die Aus­rut­scher des jovial-fröh­lichen Trun­ken­boldes und Ex-Prä­si­denten der EU-Kom­mission „Jean-Claude Ischias Juncker“. Seit er weg ist und damit seine urko­mi­schen Ent­glei­sungen, fehlen die Schen­kel­klopfer-Video­clips, die am nächsten Tag in den sozialen Medien die Runde machten.

So geht es den US-Medien im Moment. Sie haben kaum noch Zugriffe und Ver­käufe und Abon­nen­ten­schwund. Seit Donald Trump nicht mehr Prä­sident ist, hat sein Lieb­lings-Medi­en­feind CNN sogar in der Prime-Time 45% seiner Zuschauer ver­loren. Das ist richtig, richtig viel. Der Sender MSNBC (ein Sender von NBC) ist mit zackigen 26% Verlust an Zuschauern noch gnädig weggekommen.

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Unter dem Foto steht (Über­setzung):

„Trump sagte voraus, dass die Zugriffs­raten „abstürzen werden, wenn ich nicht da bin“. (…) Die meisten natio­nalen Netz­werke und Nach­rich­ten­seiten sehen, wie ihre Zuschau­er­zahlen seit der Amts­ein­führung (Bidens) sinken.

Das Zitat Trumps hieß 2017:
„Zei­tungen, das Fern­sehen, Medien aller Form werden ein­brechen, wenn ich nicht mehr da bin. Ohne mich gehen ihre Quoten den Bach runter.“

Man kann nicht bestreiten, dass er Recht behalten hat. Denn wenn damals Prä­sident Trump wieder einmal gegen CNN als Ver­breiter von Fake News wet­terte, gingen die Ein­schalt­quoten hoch. CNN pöbelte munter drauflos, nichts war zu geschmacklos, keine Räu­ber­pistole über Prä­sident Trump zu bös­willig – und der Prä­sident schoss aus allen Rohren zurück. Dann hing Amerika vor dem Fern­seher, seine Anhänger waren wütend und empört über die Belei­di­gungen gegen „ihren Prä­si­denten“, seine Gegner begeistert. Kam Prä­sident Trumps Gegen­salve, war es umgekehrt.

Donald Trumps Lieb­lings­sender Fox News ist dagegen wieder ganz vorne, aller­dings ohne neue Zuschauer zu gewinnen, sondern indem man kaum Zuschauer ver­loren hat, berichtet die Medien Seite MEEDIA. Nur sechs Prozent Schwund hat der Kon­ser­vative Sender ein­stecken müssen, weil die Trump-Fans weniger Stoff zum Auf­regen haben und weil Fox nun keinen Trump-Kurs mehr fährt.

Der Markt­for­scher Nielsen, so MEEDIA, sieht „FOX“ als Kri­sen­ge­winner: „Fox News hat den Spit­zen­platz unter den drei Nach­rich­ten­sender über­nommen – allein dadurch, dass sie stillstehen.“

Der Nach­frage-Ein­bruch, in den USA auch „Trump-Slump“ (Trump-Abrut­scher) genannt, zeigt sich auch in den Druck­medien und deren Online-Präsenz. Wie die „Washington Post“ selbst ein­räumt, hat die Haupt­stadt­zeitung im Februar sowohl im Ver­gleich zum Jah­res­beginn als auch im Jah­res­ver­gleich einen deut­lichen Reich­wei­ten­rückgang hin­nehmen müssen.

Sogar der prächtige Pfau der Branche, die alt­ehr­würdige „New York Times“ gleicht jetzt eher einem gerupften Huhn. 17 Prozent Schwund seit Januar machen Sorgen, ermit­telte laut MEEDIA das Markt­for­schungs­in­stitut „Comscore“. Auch zum Ver­gleichs­monat 2020 ist ein Schwund von 16 Prozent zu ver­zeichnen. Das ist nicht nur von den Nut­zer­zahlen und Käufern ein Desaster.

Auch der Akti­enkurs der „New York Times Company“ ist auf 47 Dollar und um 20 Prozent abge­sunken nach einem All­zeithoch im Januar, wo die Fet­scherei zwi­schen Noch-Prä­sident Trump, dem Noch-Nicht-Prä­si­denten Biden und den Medien im vollen Gange war. Würde Trump viel­leicht das Weiße Haus nicht räumen? Ist Biden zu schwach? Der Januar war vor allem für die Trump-Fans bitter. Bis zuletzt hatten sie sich an die Hoffnung geklammert, dass irgendeine Macht, das Militär oder ein ganz aus­ge­buffter Plan Trumps die Sache im aller­letzten Moment retten würde.

Der ständige Wirbel um den Prä­si­denten Trump hatte der New York Times vier­einhalb Mil­lionen neue Leser ein­ge­bracht. Wie sich die Dinge doch wandeln. Fox News und die New York Post, beide einst treue Trump-Alli­ierte, spiegeln nun die Ent­täu­schung mancher Trump-Anhänger wider und hängen viel­leicht ihr Fähnchen auch in den Wind – und distan­zieren sich offen von Trump. Dagegen dürften sich die New York Times, CNN und andere klamm­heimlich wün­schen, es wäre noch so viel los, wie unter Trump, wo die Kasse klingelte.