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Im Focus: Tat­säch­liche Volksverhetzung

Ohne das ganze recht­liche Brim­borium kann man Volks­ver­hetzung als etwas defi­nieren, was gesell­schaft­liche Gruppen gegen­ein­ander aus­spielt. Um gesell­schaft­liche Gruppen gegen­ein­ander aus­spielen zu können, muss man sie erst einmal schaffen, und zwar in der Regel auf Basis von genau EINEM Merkmal.

Nehmen wir Alter und Kin­der­besitz und schon haben wir zwei gesell­schaft­liche Gruppen, die sich vor­trefflich im Rahmen einer kol­lek­ti­vis­ti­schen Ideo­logie, wie sie sozia­lis­tische Träume und kom­mu­nis­tische Fiasken dar­stellen, gegen­ein­ander aus­spielen lassen:

Das ist die Form, die Volks­ver­hetzung beim Focus annimmt, eine Volks­ver­hetzung, die auf der faschis­ti­schen Vor­stellung basiert, es gebe ein Anrecht auf eine bestimmte Menge von „Wohnraum [DDR-Sprech]“, die von einer staat­lichen Stelle, einem Pla­nungsstab, einem Politbüro bestimmt und zuge­teilt wird. Und auf Basis dieses zuge­wie­senen Ver­fü­gungs­rechts gebe es dann Leute, die über ihre Rechte leben und andere, die unter ihrem ihnen zuge­teilten „Wohn­raum­kon­tingent“ [immer noch DDR-Sprech] verbleiben.

Ein durch und durch faschis­ti­scher Gedanke, der nur in kol­lek­ti­vis­ti­schem Morast gedeihen kann und jede Form indi­vi­du­eller Leistung, indi­vi­du­ellen Ver­diensts oder gar indi­vi­du­eller Prä­fe­renzen in Abrede stellt, vielmehr „das Wohnen“ an sich zum Gegen­stand pla­ne­ri­scher Aus­ge­staltung macht, was den­je­nigen, der im Knast wohnt, von dem, der nicht im Knast wohnt, nur durch die Menge der Allo­kation von Wohnraum durch Big Brother Staat unter­scheidbar macht.

Faschismus beginnt hier und hat seine sprach­liche Form beim Focus wie folgt gefunden:

Das Maß für „volle Nutzung“ wird wohl von Leuten wie Sabin bestimmt, die genau wissen, wie viel Qua­drat­meter der Durch­schnitts­deutsche im alters­gra­dierten System seines Ein­quar­tie­rungs­fa­schismus zur Ver­fügung hat. Eine Vor­stellung, die im wei­teren Verlauf dieses Bei­trags, die fol­gende sprach­liche Form findet:

„Wenn Pen­sio­nisten auf zu großen Flächen wohnen, aber alle anderen gut ver­sorgt sind, dann inter­es­siert das keinen, wer wie groß wohnt“, betont Reiner Braun, Woh­nungs­markt­analyst und Vor­stands­vor­sit­zender des Empirica-Instituts, im Interview mit FOCUS online. Erst ein Mangel bringe das Thema auf. „Knappheit und ein län­geres Leben, beides zusammen macht die Situation in Deutschland akut.“

Ver­mutlich will sich Herr Braun das Recht nehmen zu bestimmen, was eine „zu große Fläche“ ist, die von Pen­sio­nisten bewohnt wird. Ver­mutlich hat Herr Braun eine klare Vor­stellung vom „Durch­schnitts­pen­sio­nisten“, den er typo­lo­gi­sieren und zur Grundlage seiner Vor­stellung von „kor­rekter bewohnter Fläche“ machen will. Ob sich Herr Braun darüber bewusst ist, wie nahe sein kol­lek­tives Denken an dem ist, was im Dritten Reich und in der DDR Men­schen den Spaß am Leben ver­gällt hat?

Ver­mutlich nicht.

Seine Beur­teilung darüber, dass „Pen­sio­nisten auf zu großen Flächen wohnen“, findet sich im Text von Sabin, der im Wesent­lichen dazu da ist, Rentner, Pen­sio­nisten in den Worten von Braun, zum Problem des deut­schen Woh­nungs­markts zu machen. Würde man die Rentner, von denen Braun und wohl auch Sabin der Ansicht sind, sie lebten auf „zu großen Flächen“, zwangs­um­siedeln, das Problem wäre aus Sicht der beiden wohl gelöst.

Indes, ein Interview weiter im selben Focus erzählt „André Zücker, Co-CEO beim Invest­ment­ma­nager KGAL“, aus dem Inves­ti­ti­ons­näh­kästchen und gibt einen kleinen Ein­druck in das, was tat­sächlich dazu führt, dass in Deutschland „Wohnraum“ [DDR-Sprech] fehlt. Indes: Auch Zücker ver­gisst die Ver­knappung von Wohnraum, die daraus resul­tiert, dass Mil­lionen Zuwan­derer unter­ge­bracht werden müssen, denn Zelt­lager sind nur mit den Men­schen­rechten von Sol­daten, nicht mit denen von ille­galen Zuwan­derern vereinbar.

Nun zu Zücker:

„Focus: Warum wird trotz großer Nach­frage und hohen Mieten nicht mehr gebaut?

Zücker: Es rechnet sich einfach nicht. Die Immo­bi­li­en­branche kämpft mit mas­siven Preis­stei­ge­rungen in unter­schied­lichen Bereichen, ange­fangen bei den Bau­grund­stücken über die Technik, Heizung, Lüftung und Stell­plätze bis zu Zement. Bauen ist innerhalb von vier Jahren fast 50 Prozent teurer geworden. Das Ergebnis: Im Mittel liegen die Erstel­lungs­kosten von Woh­nungen in deut­schen Groß­städten bei mehr als 5200 Euro je Qua­drat­meter, in der Spitze sind es über 7000 Euro. Gleich­zeitig ist die Zinslast seit der Zins­wende erheblich gestiegen. Um die Geste­hungs­kosten zu decken, muss der Ver­mieter im Schnitt rund 17,50 je Qua­drat­meter auf­rufen, in München jen­seits von 25 Euro.“

Wenn Regie­rungen in ihrem Wahn und aus Anbetung der Kli­ma­wandel-Religion alles ver­teuern, was mit Bau zu tun hat, von der Arbeits­kraft über die Roh­stoffe bis zu den Betriebs­kosten für not­wendige Maschinen, dann wird Bauen teurer und wenn es teurer wird, dann ist es für Inves­toren nur noch lukrativ, relativ zur Zeit bevor Regie­rungen Bauen mit ideo­lo­gi­schen Spleens teurer gemacht haben, MEHR Geld in die Erstellung der­selben Menge „Wohnraum“ zu stecken, wenn die Rendite, die sich damit erzielen lässt, deutlich über der einer sicheren Anlage liegt.

Und hier machen sich Regie­rungen in ihrer Gier selbst Konkurrenz:

„Focus: Sind die Gewinn­vor­stel­lungen der Ver­mieter und Inves­toren viel­leicht einfach überzogen?

Zücker: Wir sind nicht Ursache des Pro­blems, falls Sie das meinen. Leider ist die Vor­stellung ver­breitet, dass es pri­vaten und pro­fes­sio­nellen Inves­toren um reine Pro­fit­ma­xi­mierung geht. Dem ist nicht so. Um einen wesent­lichen Beitrag leisten zu können und die Woh­nungs­lücke zu schließen, benö­tigen Inves­toren aber eine risi­ko­ad­äquate Rendite. Dabei gibt der Ver­gleich mit anderen Anlagen, ins­be­sondere Staats­an­leihen, den Aus­schlag. Deutsche Bun­des­an­leihen gelten quasi als risi­ko­loser Gold­standard und bieten heute bei 10-jäh­riger Laufzeit 2,7 Prozent Rendite. Ita­lie­nische und fran­zö­sische Staats­pa­piere weisen ein geringes Rest­risiko auf, werfen dafür aber auch 3,5 Prozent ab.“

Regie­rungen schaffen nicht nur die Pro­bleme, die zu Woh­nungs­knappheit führen, indem sie ihre Rege­lungswut (ich regele, also bin ich) aus­leben, sie erschweren auch die Lösung der Pro­bleme, indem sie ihren eigenen Finanz­bedarf stets erhöhen und den Inves­ti­ti­ons­markt leerräumen:

Zücker: Machen wir es an Bei­spielen fest: Werden die Anfor­de­rungen an PKW-Stell­plätze von Neu­bauten redu­ziert, lassen sich bereits bis zu zehn Prozent ein­sparen. Oder erhalten die Bau­ämter mehr Per­sonal und werden digital auf den Stand der Zeit gebracht, dann können wir Geneh­mi­gungs­ver­fahren straffen – eine Grund­vor­aus­setzung für den geplanten „Bau-Turbo“ – und hohe Ein­spa­rungen erzielen. Sehr wichtig sind aber auch ver­läss­liche Regeln. Pro­jekt­ent­wickler müssen sich aktuell in Deutschland durch einen Regel- und För­der­dschungel kämpfen, in dem sich kaum noch jemand zurecht­findet. Jedes Bun­desland hat andere Vor­gaben. Auch bei den Bau­an­for­de­rungen ändern sich immer wieder Wege und Abzwei­gungen. Es leuchtet ein, dass ein Bauherr bei einem Projekt, das mehrere Jahre bean­sprucht, nicht ständig seinen Busi­nessplan ändern kann.“

Aber natürlich sind die Rentner, die „auf zu großer Fläche“ leben, das Problem, nicht etwa die Polit-Spinner, die sich ihrer Existenz dadurch ver­si­chern müssen, dass sie andere gängeln und ihnen unter einer Vielzahl erfun­dener Pseu­do­vor­wände Maß­nahmen auf­zwingen, die letztlich nur ihrer Eitelkeit, nicht aber der Gesell­schaft dienen.

Das Tüp­felchen auf dem „i“, dieser neuen deut­schen Jagd auf Gruppen der Bevöl­kerung stammt dann daraus, dass die­je­nigen, die Pro­bleme ver­ur­sachen, eine Bevöl­ke­rungs­gruppe iden­ti­fi­zieren, meist eine, die sich nicht adäquat zu wehren vermag, um diese Gruppe zu pro­ble­ma­ti­sieren und all die Neider, die immer dann zur Stelle sind, wenn sie glauben, sie könnten sich auf Kosten Dritter besser stellen, loszulassen.

Ich bin mir nicht sicher, was wider­licher ist: Die Täter, die ihre Ver­ant­wortung an alte Men­schen abdrücken wollen oder die Neider, die nichts lieber tun, als auf den Karren auf­zu­springen, der auf­ge­stellt wurde, um sie in ihrem Eifer und ihrer Dummheit abzu­holen und gegen Mit­bürger in Stellung zu bringen.


Dieser Artikel erschien zuerst hier: ScienceFiles.org.

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