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☠︎︎ 👶🏻 „Das große Bevöl­ke­rungs­sterben“: Weltweit überholt die Zahl der älteren Men­schen die der Kinder – ein his­to­ri­scher Wandel, da sich der Bevöl­ke­rungs­rückgang beschleunigt

Der demo­gra­fische Wandel setzt die Renten- und Gesund­heits­systeme zunehmend unter Druck, ins­be­sondere in Europa.

Laut einem neuen Bericht des US-Zen­sus­büros hat die Zahl der älteren Men­schen weltweit erstmals in der Geschichte der Menschheit die Zahl der Klein­kinder über­troffen. West­liche Nationen, dar­unter die Ver­ei­nigten Staaten und euro­päische Staaten, sind Vor­reiter dieser Entwicklung. 

Men­schen ab 65 Jahren werden im Jahr 2025 10,5 % der Welt­be­völ­kerung aus­machen und damit erstmals Kinder unter fünf Jahren über­treffen, so das US-ame­ri­ka­nische Census Bureau in seinem Bericht „  Eine alternde Welt: 2025“.

Dieser Trend ist auf sin­kende Gebur­ten­raten und Frucht­bar­keits­pro­bleme bei Men­schen im gebär­fä­higen Alter zurück­zu­führen. Laut Census Bureau kann eine anhal­tende Gebur­tenrate unterhalb des Repro­duk­ti­ons­ni­veaus eine  „Gebur­ten­falle“ aus­lösen,  da die Zahl poten­zi­eller Eltern rapide sinkt und die Bevöl­kerung dadurch in einen plötz­lichen Zusam­men­bruch gerät.

Weltweit werden laut UN-Daten jährlich rund 132 Mil­lionen Babys geboren, ver­glichen mit einem Höchst­stand von etwa 142 Mil­lionen Anfang der 2010er-Jahre. In Afrika wurden 2024 etwa 47 Mil­lionen Geburten ver­zeichnet, was einen zunehmend ungleichen glo­balen Trend widerspiegelt.

Besonders deutlich ist der Rückgang in Europa. In der EU kamen 2024 nur 3,55 Mil­lionen Babys zur Welt, knapp die Hälfte der 6,8 Mil­lionen Geburten im Jahr 1964. Die Gebur­tenrate der EU ist auf einen Tiefst­stand von 1,34 Kindern pro Frau gesunken.

Dieser demo­gra­fische Wandel wird sich vor­aus­sichtlich beschleu­nigen. Die Welt­be­völ­kerung wird bis 2060 um mehr als 2 Mil­li­arden Men­schen wachsen, während die Zahl der über 65-Jäh­rigen laut US-Zen­sus­be­hörde um rund 1,15 Mil­li­arden steigen wird.

Pro­gnosen zufolge werden ältere Men­schen bis dahin 19,6 % der Welt­be­völ­kerung aus­machen, gegenüber 10,5 % heute. In Europa soll ihr Anteil laut dem Bericht von 21 % auf fast 31 % steigen.

Diese Ent­wicklung wird die Staats­haus­halte zusätzlich belasten, da weniger Erwerbs­tätige und Steu­er­zahler eine wach­sende Zahl von Rentnern finan­zieren müssen.

Der Bericht des US Census Bureau schätzt, dass die stei­genden staat­lichen Gesund­heits­aus­gaben in den OECD-Ländern im nächsten Jahr­zehnt 2,6 % des BIP erreichen werden – doppelt so viel wie das pro­gnos­ti­zierte Ein­nah­men­wachstum von 1,3 %.

Gleich­zeitig erhöhen euro­päische Regie­rungen ihre Mili­tär­aus­gaben ange­sichts der wahr­ge­nom­menen Bedrohung durch Russland. Die EU-Ver­tei­di­gungs­aus­gaben werden dieses Jahr vor­aus­sichtlich 454 Mil­li­arden Euro erreichen, ein Anstieg um rund 75 % gegenüber 2021.

Die OECD warnte im Juni, dass höhere Mili­tär­aus­gaben die Regie­rungen zu  schwie­rigen Ent­schei­dungen  hin­sichtlich ihrer Aus­ga­ben­prio­ri­täten zwingen würden, ins­be­sondere in hoch­ver­schul­deten Ländern wie Belgien, Frank­reich, Italien und Groß­bri­tannien. Sie erklärte, größere Ver­tei­di­gungs­haus­halte würden den bestehenden Druck durch stei­gende Renten- und Gesund­heits­kosten noch verstärken.

Die wider­strei­tenden For­de­rungen prägen bereits die euro­päische Politik. Belgien hat die Renten- und Sozi­al­leis­tungs­re­ge­lungen ver­schärft, Deutschland nimmt höhere Schulden auf, um seinen Mili­tär­ausbau zu finan­zieren, und Frank­reich beschränkt die zivilen Ausgaben.

In Groß­bri­tannien schlugen die Kon­ser­va­tiven diese Woche Kür­zungen im Sozi­al­be­reich vor, um zusätz­liche 10 Mil­li­arden Pfund (13,5 Mil­li­arden US-Dollar) für das jähr­liche Militär zu finanzieren.

Dazu gehören Kür­zungen bei der Wohn­bei­hilfe und die Wie­der­ein­führung einer Ober­grenze für Kindergeld.

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