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☢️ 🚧 End­spiel der „Eliten“: Ver­nunft vs. Bunker-Golf

Während die Bevöl­kerung emo­tional zwi­schen Abstiegs­ängsten und Promi-TV, realer Armut und poli­ti­schen Auf­bruch­s­pa­rolen, Hoffnung und Welt­un­ter­gangs­stimmung, Selbst­mo­ti­vation und Resi­gnation hin- und her­ge­rissen ist, spielt die Elite Golf. Noch.

Dieser Sams­tag­morgen fühlt sich an wie der letzte Tag vor einem Finale der Fußball-Natio­nal­mann­schaft – jenes Teams, das man heute neu­deutsch und angenehm unver­bindlich auch „Team D“ nennt.

Von Dänemark bis Dschibuti ist damit sprachlich für jeden etwas dabei. Dieses eigen­tüm­liche Gefühl gespannter Erwartung hatte ich jeden­falls lange nicht mehr. Viel­leicht ist auch das einer der Gründe, weshalb es hier­zu­lande inzwi­schen wieder einen neuen Fusball-Bun­des­trainer gibt.

Der Blick aus dem Bade­zimmer-Fenster liefert dazu die pas­sende Kulisse. Meteo­ro­logen würden ver­mutlich von „unbe­stän­digem Wetter“ sprechen. Auf der Straße liegt ein vom Wind gefällter Apfelbaum, der dort sein bota­ni­sches Ende erwartet und dem­nächst den ört­lichen Bauhof beschäf­tigen dürfte – in diesen Breiten bis­weilen auch lie­bevoll „Faul­tierfarm“ genannt.

Im Radio läuft „Wake Me Up Before You Go-Go“. Zwi­schen dem Song erinnert die Mode­ra­torin daran, dass morgen die „wich­tigste Land­tagswahl der Welt“ statt­findet. Von dieser bemer­kens­werten Ein­ordnung noch leicht irri­tiert, fahre ich meinen Com­puter hoch.

Auch dort wartet bereits die nächste kleine Irri­tation: Der Start­bild­schirm begrüßt mich mit einem in voller Pracht blü­henden Kirschbaum im Green Mountain National Forest in Vermont und fragt höflich, ob mir dieses Bild gefällt. (☢️ 🚧 Stimmen die Ver­schwö­rungs­theorien über den Über­le­bens­bunker, der unter dem Ballsaal des Weißen Hauses gebaut werden soll?)

Es ist der 5. September.

Nach Frühling fühlt sich dieser Morgen nun wirklich nicht mehr an.

Kann die künst­liche Intel­ligenz inzwi­schen alles – nur noch keine Jah­res­zeiten unterscheiden?

Viel­leicht ist es aber auch schlicht das pas­sende Bild für unsere Zeit: Während uns auf den Bild­schirmen noch die Blüten des Früh­lings ent­ge­gen­leuchten, kündigt sich draußen längst der Herbst an.

Und nicht nur beim Wetter.

Eigentlich müsste die Menschheit vor Selbst­be­wusstsein strotzen.

Rund 300.000 Jahre, nachdem der Homo sapiens die Bühne der Evo­lution betreten hat, ver­fügen wir über einen tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lungs­stand, der selbst unseren Urgroß­eltern wie Zau­berei erschienen wäre. Wir unter­halten uns mit Maschinen, die in Sekun­den­bruch­teilen auf einen beträcht­lichen Teil des mensch­lichen Wissens zugreifen können.

Wir ent­schlüsseln Genome, landen wie­der­ver­wendbare Raketen, ope­rieren mit Robotern und lassen künst­liche Intel­ligenz ganze Welten erschaffen, Krank­heiten dia­gnos­ti­zieren, Bilder kre­ieren, Aktien-Research betreiben und zunehmend auch Ent­schei­dungen vor­be­reiten, die sogar über Leben und Tod entscheiden.

Gleich­zeitig bauen wir Hyper­schall­waffen, die das Potenzial der Selbst­aus­lö­schung besitzen.

Das beschreibt das Dilemma unserer Epoche mög­li­cher­weise besser als jeder Zukunftskongress.

Tech­no­lo­gisch ist die Menschheit erwachsen geworden. Emo­tional wirkt sie bis­weilen, als hätte man einem puber­tie­renden Pri­maten den Atom­koffer überlassen.

Wir können inzwi­schen beinahe alles. Nur mit dem, was wir können, ver­nünftig umzu­gehen, fällt uns erstaunlich schwer.

Auch öko­no­misch scheint uns aus­ge­rechnet auf dem bis­he­rigen Höhe­punkt unserer Ent­wicklung die Vor­stel­lungs­kraft abhan­den­ge­kommen zu sein. Wo sind die großen Zukunfts­ent­würfe? Wo ist das Ver­sprechen, dass tech­no­lo­gi­scher Fort­schritt das Leben der Mehrheit tat­sächlich sicherer, freier und lebens­werter macht?

Statt­dessen erleben wir eine Gesell­schaft, die mit jeder neuen Inno­vation gleich­zeitig neue Abstiegs­ängste pro­du­ziert. Künst­liche Intel­ligenz soll die Pro­duk­ti­vität revo­lu­tio­nieren. Doch Mil­lionen Men­schen fragen sich, ob sie damit ihren eigenen Arbeits­platz abschaffen. Roboter sollen uns von mono­toner Arbeit befreien. Doch Beschäf­tigte über­legen, wovon sie leben sollen, wenn die Befreiung tat­sächlich gelingt.

Selten war so vieles möglich

Wahr­scheinlich nie zuvor herrschte so große Unsi­cherheit darüber, was aus uns werden soll.

Darin liegt der eigent­liche Wider­spruch unserer Zeit: Die Menschheit steht in nahezu allen mate­ri­ellen und tech­no­lo­gi­schen Dimen­sionen auf einem his­to­ri­schen Höhe­punkt und wirkt zugleich mental erschöpft, poli­tisch zer­rissen und zunehmend auf Krawall gebürstet.

Eine toxische Mischung.

Dabei ließe sich manches von dem, was wir täglich erleben, viel­leicht sogar etwas gelas­sener betrachten, wenn wir ein sehr altes Prinzip der Macht schlicht beim Namen nennen würden:

Teile und herrsche

„Divide et impera“ lässt sich zwar keinem römi­schen Caesar zwei­felsfrei als Urheber zuschreiben. Das dahin­ter­ste­hende Prinzip ist jedoch uralt: Wer Macht sichern will, ver­hindert am besten, dass sich die­je­nigen unterhalb der Macht­py­ramide über ihre gemein­samen Inter­essen verständigen.

Die Römer beherrschten diese Kunst, lange bevor poli­tische Berater Fokus­gruppen erfanden. Machia­velli hat sie später in einer derart nüch­ternen Weise ana­ly­siert, dass sein Name bis heute stell­ver­tretend für eine Politik steht, bei der Moral spä­testens dort endet, wo Macht­in­ter­essen beginnen.

Und viel­leicht erklärt dieses Prinzip auch einen Teil unserer merk­wür­digen Gegenwart.

Während der über­wie­gende Teil der Bevöl­kerung mit Dingen beschäftigt ist, die für das eigene Leben durchaus exis­ten­ziell sind: Miete, Ener­gie­preise, Arbeits­platz, Ver­mö­gens­verlust, Alters­vor­sorge, gesell­schaft­licher Status, poli­tische Gesinnung, Ideo­lo­gische Bor­niertheit, findet darüber ein immer uner­bitt­licher geführter Ver­tei­lungs­kampf statt.

Links gegen rechts.

Alt gegen jung.

Stadt gegen Land.

Arm gegen reich.

Ost gegen West.

Ver­brenner gegen Elektroauto.

Fleisch­esser gegen Veganer.

Boomer gegen Gene­ration Z.

Und wenn das alles für einen Don­ners­tag­abend noch nicht reicht, findet sich garan­tiert irgendwo ein Fern­seh­studio, in dem sechs Erwachsene darüber dis­ku­tieren, ob ein siebter Erwach­sener vor acht Jahren einen pro­ble­ma­ti­schen Satz gesagt hat.

Beschäf­tigung ist schließlich auch eine Form der Stabilität.

Der Weiße Elefant bleibt unsichtbar

Wäh­rend­dessen geschieht auf der eigent­lichen Welt­bühne etwas wesentlich Beun­ru­hi­gen­deres: Die­je­nigen, die über Atom­waffen, globale Finanz­ströme, Daten, künst­liche Intel­ligenz und mili­tä­rische Macht ver­fügen, spielen wieder Welt­po­litik wie ein Brettspiel.

Nur dass die Spiel­fi­guren diesmal acht Mil­li­arden Men­schen sind.

Man könnte darüber lachen, wäre der Einsatz nicht so hoch.

Einer, der das schon sehr früh ver­stand, war Albert Ein­stein. Sein Som­merhaus in Caputh bei Potsdam und seine ebenso schlichten wie ent­waff­nenden Gedanken haben mich schon als Her­an­wach­senden fas­zi­niert. Dieser Mann konnte die kom­pli­zier­testen Struk­turen des Uni­versums mathe­ma­tisch beschreiben und gleich­zeitig poli­tische Zusam­men­hänge in Sätze gießen, die ein Kind verstand.

Ein­stein, jener freund­liche Herr mit den zer­zausten Haaren, der der Welt zu seinem 72. Geburtstag genüsslich die Zunge her­aus­streckte, warnte bereits 1949 in der Sprache seiner Flucht­heimat vor der Kon­se­quenz eines wei­teren Weltkriegs:

„I know not with what weapons World War III will be fought, but World War IV will be fought with sticks and stones.“

Es ist einer jener Sätze, die mit zuneh­mendem Alter nicht anti­quiert, sondern unheim­licher werden.

Denn schaut man heute auf das Handeln und Streben mancher Akteure aus Politik, Tech­no­logie, Finanzwelt und Militär, ent­steht zuweilen der Ein­druck, als beschäf­tigten sie sich inten­siver mit der Frage, wie man den Untergang überlebt, als damit, wie man ihn verhindert.

Das Wort „Elite“ ver­wende ich dabei bewusst in Anführungszeichen.

Denn ich meine damit nicht auto­ma­tisch Minister, Abge­ordnete oder Men­schen mit einem großen Bank­konto. Ich meine jene über­schaubare Gruppe von Per­sonen, die auf­grund von Kapital, Daten, Tech­no­logie, Netz­werken oder mili­tä­ri­scher Macht Ein­fluss ausüben kann, den demo­kra­tische Wahl­zettel allein kaum noch abbilden.

Und hier beginnt das Absurde

Nehmen wir als Gedan­ken­ex­pe­riment einen gebür­tigen Frank­furter Mil­li­ardär wie Peter Thiel, Mit­gründer und Chairman von Palantir Tech­no­logies. Stellen wir uns vor, die Welt ginge tat­sächlich zum Teufel und irgendein Luxus­bunker tief unter der Erde hielte, was seine Pro­spekte versprechen.

Cham­pa­gner­lager: voll.

Luft­filter: aktiv.

Not­strom­ag­gregat: läuft.

Golf-Simu­lator: selbst­ver­ständlich vorhanden.

Und nun steht dort, hundert Meter unter einer radio­aktiv kon­ta­mi­nierten Erd­ober­fläche, einer der reichsten Men­schen der ehe­ma­ligen Zivi­li­sation und ver­bessert beim vir­tu­ellen Abschlag sein Handicap.

Neuer High­score.

Herz­lichen Glückwunsch.

Nur inter­es­siert es nie­manden mehr.

Nicht die Mil­li­arden Men­schen, die nicht mehr leben.

Nicht die Gesell­schaft, deren Sta­tus­symbole seinen Reichtum über­haupt erst definierten.

Nicht die Märkte.

Nicht die Medien.

Nicht einmal die Projektionswand.

Macht braucht Men­schen, die sie aner­kennen. Reichtum braucht eine Gesell­schaft, in der er etwas bedeutet. Und Elite braucht eine Welt, über die sie sich erheben kann.

Wer diese Welt zer­stört, schafft deshalb nicht den ulti­ma­tiven Triumph der Mächtigen.

Er schafft ihre end­gültige Bedeutungslosigkeit.

Dazu passt ein Satz, der häufig Nikita Chruscht­schow zuge­schrieben wird, dessen authen­tische Her­kunft aller­dings nicht zwei­felsfrei belegt ist:

„Die Lebenden werden die Toten beneiden.“

Viel­leicht ist das die tref­fendste Beschreibung einer von wenigen her­bei­ge­sehnten Apo­ka­lypse überhaupt.

Denn spä­testens nach einigen Jahren unter der Erde dürfte selbst dem raf­fi­nier­testen Macht­stra­tegen dämmern, dass hundert Mil­li­arden Dollar Ver­mögen erstaunlich wenig helfen, wenn draußen niemand mehr exis­tiert, dem man damit impo­nieren könnte. Und radio­aktive Isotope zeigen sich gegenüber Ver­mö­gens­ver­hält­nissen bemer­kenswert unbeeindruckt.

Dabei wäre die Alter­native so viel interessanter.

Wir könnten ver­suchen, von der dunklen Seite des tech­no­lo­gi­schen Fort­schritts wieder auf seine helle Seite zu wechseln.

Nütz­liche Werkzeuge

Noch nie in der Geschichte hatten so viele Men­schen Zugang zu so viel Wissen. Ein Smart­phone genügt, um innerhalb von Minuten Infor­ma­tionen abzu­rufen, für die frühere Gene­ra­tionen Biblio­theken, Uni­ver­si­täten und jah­re­lange Recherche benötigt hätten.

Ein Schüler in einem abge­le­genen Dorf kann heute theo­re­tisch auf die­selben wis­sen­schaft­lichen Ver­öf­fent­li­chungen, Vor­le­sungen und his­to­ri­schen Quellen zugreifen wie ein Student an einer Eli­te­uni­ver­sität in Nw York mitten in einer Vor­lesung von Frau Pro­fessor Annalena Baerbock (die vom Völkerrecht).

Auf­klärung war noch nie so einfach.

und viel­leicht war sie gesell­schaftlich noch nie so notwendig.

Und noch gibt es ein his­to­ri­sches Zeit­fenster: Noch beant­wortet uns künst­liche Intel­ligenz erstaunlich offen die Fragen, die wir über uns selbst, unsere Geschichte und unsere Macht­struk­turen stellen.

Das muss nicht so bleiben.

Mög­li­cher­weise wird die­selbe künst­liche Intel­ligenz eines Tages mehr Geheim­nisse vor uns hüten als ein Ehepaar im Trennungsjahr.

Umso mehr sollten wir die Zeit nutzen.

Nicht für die nächste ideo­lo­gische Stam­mes­fehde. Nicht für den nächsten digi­talen Pranger. Nicht für einen wei­teren Stell­ver­tre­ter­krieg zwi­schen Men­schen, die ein­ander nie begegnet sind.

Sondern für etwas, das erstaunlich radikal geworden ist:

selbst denken.

Zwi­schen Mani­pu­lation und Aufklärung

Viel­leicht besteht der große Kon­flikt unserer Zeit deshalb gar nicht zwi­schen links und rechts, Ost und West oder Kapi­ta­lismus und Sozialismus.

Viel­leicht ver­läuft die ent­schei­dende Grenze längst woanders:

zwi­schen Auf­klärung und Manipulation.

Zwi­schen Ver­nunft und Machtwahn.

Zwi­schen Auf­bruch und Untergang.

Und wenn eine Gesell­schaft merkt, dass sie nur noch Zuschauer eines Spiels ist, dessen Einsatz ihre eigene Zukunft ist, darf sie irgendwann durchaus aufstehen.

Oder, frei nach Heidi Rei­chinnek, einer Poli­ti­kerin, der ich poli­tisch nun wirklich nicht in jeder Hin­sicht nahestehe:

„Auf die Barrikaden!“.

Bevor dort oben jemand den nächsten Abschlag macht.

Mehr über geheime Bunker und Tunnel lesen Sie in den Büchern „DUMBs: Geheime Bunker, unter­ir­dische Städte und Expe­ri­mente: Was die Eliten ver­heim­lichen“ und „DUMBs: Von unter­ir­di­schen Welten, geheimen Ener­gie­waffen und selt­samen Ereig­nissen„

Quellen: PublicDomain/finanzmarktwelt.de am 09.09.2026

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