Michael Jackson war der größte Popstar der Welt. Und plötzlich taucht sein Name in den freigegebenen Epstein-Akten auf. Neue Dokumente des US-Justizministeriums bringen alte Fotos, neue Fragen – und ein Minenfeld aus Gerüchten, Schuldzuweisungen und Halbwahrheiten. War es nur flüchtige Promi-Nähe? Oder steckt mehr dahinter, als bislang bekannt war? Zwischen Fakten, Schweigen und gezielter Desinformation beginnt eine Spurensuche, die zeigt, wie schnell aus einem Bild ein Urteil wird – und warum nicht alles, was jetzt kursiert, die Wahrheit ist. Lesen Sie, was belegt ist. Und was bewusst verschleiert wird.
Seit der jüngsten Veröffentlichung großer Teile der „Epstein Files“ durch das US-Justizministerium (DOJ) kursieren in sozialen Netzwerken wieder Behauptungen, Michael Jackson sei „Teil von Epsteins Netzwerk“ gewesen.
Der Kern dieser Welle: Fotos, auf denen Jackson in einem Umfeld auftaucht, das auch Epstein/Maxwell und weitere Prominente berührt.
Der harte Fakt: Jackson taucht in der neuen DOJ-Fotocharge auf
In den aktuellen DOJ-Releases sind Fotos enthalten, in denen Michael Jackson in einer Promi-Szene erscheint (u. a. zusammen mit Bill Clinton und Diana Ross).
Reuters hat diese Motive aus der DOJ-Veröffentlichung in einer Bilderstrecke dokumentiert. Reuters
Auch mehrere Medienberichte über den neuen Akten-Drop nennen Jackson explizit als eine der prominenten Personen, die in Bildmaterial vorkommen. SBS Australia+2The Guardian+2
Quelle Screenshot/Bildzitat: https://www.justice.gov/epstein/files/DataSet%202/EFTA00003367.pdf
Doch es existiert auch noch ein anderes Foto, das Jackson mit Epstein direkt zeigt:
Quelle Screenshot/Bildzitat: https://www.justice.gov/epstein/files/DataSet%202/EFTA00003256.pdf

„Jackson in den Epstein Files“: Welche Schlüsse sind zulässig?
Zulässig (belegt):
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Jackson ist in Material enthalten, das im Rahmen der Epstein-Ermittlungs-/Aktenveröffentlichungen öffentlich wurde. Reuters+1
Nicht zulässig (nicht belegt, häufig behauptet):
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Dass Jackson „Epstein-Kunde“ gewesen sei.
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Dass Jackson nachweislich auf Epsteins Insel gewesen sei.
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Dass Jackson in Epsteins Straftaten verwickelt gewesen sei.
Für diese harten Behauptungen braucht es primäre Belege (z. B. gerichtsfeste Dokumente, belastbare Zeugenaussagen, Verurteilungen). In den seriösen Übersichten zur aktuellen Aktenveröffentlichung wird genau deshalb regelmäßig betont, dass Promi-Namen und Fotos nicht automatisch Fehlverhalten beweisen. The Times+1
Allerdings existiert beim US-Justizministerium (DOJ) ein Dokument, in dem Opfer aussagen, Michael Jackson persönlich getroffen zu haben.
Hier:
Übersetzung:
Q: Haben Sie jemals jemanden Berühmtes getroffen, als Sie beide bei Jeffrey waren?
A: Ich habe Michael Jackson getroffen.
Q: Oh, wirklich? Und wo war das?
A: In seinem Haus in Palm Beach. In Jeffreys Haus in Palm Beach.
Q: Haben Sie ihn massiert?
A: Nein, habe ich nicht.
Quelle Screenshot/Bildzitat: https://www.justice.gov/multimedia/Court%20Records/Giuffre%20v.%20Maxwell,%20No.%20115-cv-07433%20(S.D.N.Y.%202015)/1320–12.pdf
Übersetzung:
Q: Sie wurden nach den berühmten Personen gefragt. Sie sagten, Sie hätten Michael Jackson getroffen?
Q: Aber Sie haben ihn nicht massiert?
A: Nein.
Michael Jackson war in seinem Leben selbst mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert (1993/94 zivilrechtliche Einigung; später Strafverfahren, das mit Freispruch endete).
Dieser Komplex ist inhaltlich von Epstein zu trennen, wird aber online gern vermischt, um einen „automatischen Schuldschluss“ zu erzeugen.
Was man seriös sagen kann (und was nicht)
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Ja: Jackson ist in der aktuellen Akten-/Fotowelle sichtbar. Reuters+1
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Nein: Aus dem bloßen Auftauchen in Fotos/Listen folgt kein Tatnachweis. The Times+1
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Offen: Ob es über zufällige Event-Nähe hinaus irgendeine belastbare Verbindung gab, müsste durch Primärdokumente belegt werden.
Der Artikel erschien zuerst auf dem Blog guidograndt.de.































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