Der Wiedereinstieg des ehemaligen Justizministers Marco Buschmann (FDP) bei White & Case erschüttert derzeit viele Impfopfer, weil die Kanzlei bis 2025 BioNTech in Verfahren gegen Impfgeschädigte vertreten hatte und ihre Honorare dabei mutmaßlich aus staatlichen Mitteln finanziert wurden. Der Anwalt Tobias Ulbrich wertet den Karriereschritt als politisch wie moralisch taktlos, sieht darin ein Signal gegen die Interessen der Betroffenen und fordert einen Untersuchungsausschuss zur Vergabe der Kanzleimandate. (von David Berger)
Der frühere Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) schlägt – wie lto berichtet – nach dem Ende seiner politischen Karriere wieder einen juristischen Weg ein. Ab dem 1. Februar arbeitet der 48-Jährige erneut als Rechtsanwalt bei der internationalen Wirtschaftskanzlei White & Case in Berlin. Dort wird er als sogenannter Counsel im Bereich Unternehmensübernahmen und ‑fusionen (Mergers & Acquisitions) tätig sein.
Schon 2007-09 für White&Case tätig

Dieser Wiedereinstieg bei White & Case LLP ist besonders brisant, da die Kanzlei BioNTech gegen die Impfgeschädigten bis November 2025 vertrat. Der Anwalt Tobias Ulbrich dazu:
„Nachdem erst BioNTech von CMS Hasche Sigle vertreten wurde, wechselte das Mandat auf die US Kanzlei White & Case LLP, die bis 22.05.2024 auch noch gar keine nach deutschem Recht eingetragene Berufsausübungsgemeinschaft waren und nun im letzten Herbst 2025 legte White & Case LLP das Mandat nieder und nun vertritt Clifford Chance weiterhin die BioNTech Manufacturing GmbH.
Millionen an Steuergeldern gingen an Buschmanns neuen Arbeitsplatz
Für die Impfgeschädigten ein glasklares Signal, wo schon immer der Ex ‑Justizminister stand, nachdem schon klar war, in wessen Interesse allein das BMG agierte. Besonders taktlos ist es dann, genau dort Anwalt zu werden. Das ist so ähnlich taktlos wie erst mit Gazprom die Verträge zu über die Ostseepipelines zu schließen, um anschließend sich von Gazprom nach Ausscheiden als Bundeskanzler honorieren zu lassen.
Hier lag die Finanzierung der Kanzleien der Impfhersteller nach dem APA Vertrag bei der Bundesrepublik Deutschland. Niemand wollte sagen, aus welchem Etat die Millionen an White & Case LLP aus Steuergeldern an White & Case LLP flossen. In höchstem Maße geschmacklos und ein Faustschlag ins Gesicht aller Impfgeschädigten ist das allemal. Für mich ein Fall zur Einberufung eines Untersuchungsausschusses über die Vergabe der Mandate in den Verfahren der BioNTech Manufacturing GmbH.“
Kanzlei erfreut über Buschmann
Seine Rückkehr machte Buschmann über das Karrierenetzwerk LinkedIn öffentlich. Dort erklärte er, seine sogenannte „Cooling-off-Periode“ nach dem Ministeramt sei nun ausreichend gewesen. Für ihn beginne damit eine Rückkehr „zu den Wurzeln“.
Buschmann war von Dezember 2021 bis November 2024 Bundesminister der Justiz und gehörte über viele Jahre dem Deutschen Bundestag an. Innerhalb der Kanzlei wird seine Rückkehr positiv aufgenommen. Ob die derzeitige Freude an Buschmann die Freude, die er der Kanzlei zuvor gemacht hat, übertrifft, ist nicht ganz klar. Die Kombination aus juristischer Expertise und politischer Erfahrung sei eine wertvolle Bereicherung, erklärte die Deutschlandspitze von White & Case.
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Der Artikel erschien zuerst hier: philosophia-perennis.com.

























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