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Bill Gates in den Epstein‑Files: 20 Jahre Pandemie‑Planung

Bill Gates ist ohne Zweifel eine der Haupt­per­sonen in den Epstein-Files. Wenn auch derzeit eine Geschlechts­krankheit im Mit­tel­punkt steht, die er sich even­tuell bei einem Besuch auf Epsteins Kri­mi­nellen-Insel geholt hat, scheint viel span­nender, was die neuen Epstein-Doku­mente über Macht, Geld und globale Gesundheit offen­legen. Bittel-TV hat einen inves­ti­ga­tiven Blick auf interne E‑Mails, Finanz­kon­strukte und Netz­werke geworfen– und auf die Frage, wie nah Vor­sorge und Profit anein­an­der­ge­rückt sind. (von David Berger)

Als Ende 2025 Mil­lionen Seiten aus dem Umfeld des ver­ur­teilten Sexu­al­straf­täters Jeffrey Epstein ver­öf­fent­licht wurden, richtete sich der öffent­liche Fokus zunächst auf Namen, Kon­takte und mora­lische Ver­feh­lungen. Ein Teil der Doku­mente wirft jedoch eine andere, struk­tu­relle Frage auf: Wurden Pan­demien über Jahre hinweg nicht nur als Gesund­heits­risiko, sondern auch als plan- und inves­tierbare Kate­gorie behandelt?

Ein For­schungs­be­richt, der sich auf interne E‑Mails, Text­nach­richten, Brie­fings und Finanz­un­ter­lagen aus den Jahren 2011 bis 2019 stützt, zeichnet das Bild einer lange vor COVID-19 auf­ge­bauten Infra­struktur, in der globale Gesundheit, Pseudo-Phil­an­thropie und Finanz­märkte eng mit­ein­ander ver­flochten sind. Der Bericht erhebt keinen Anspruch, den Aus­bruch von COVID-19 zu erklären oder zu ver­ur­sachen. Sein Gegen­stand ist nüch­terner – und für manche unbe­quemer: Was war bereits da, bevor die Krise kam?

Impf­stoffe als Investitionsnarrativ

Zentral sind interne E‑Mails aus dem Umfeld von JPMorgan aus dem Jahr 2011. Darin wird ein soge­nannter donor-advised fund (DAF) dis­ku­tiert – ein legales, steu­er­be­güns­tigtes Spen­den­ve­hikel, das Groß­spendern Ein­fluss auf die Ver­wendung ihrer Mittel lässt. In der Kor­re­spondenz taucht Jeffrey Epstein als Berater auf. Er emp­fiehlt, Impf­stoffe aus­drücklich als Kern­bot­schaft zu plat­zieren und Struk­turen mit Off­shore-Fle­xi­bi­lität auf­zu­setzen. In den Doku­menten ist von „zusätz­lichem Geld für Impf­stoffe“ und von Mil­li­ar­den­summen die Rede, die sich innerhalb weniger Jahre mobi­li­sieren ließen.

Solche Fonds sind nicht illegal. Kri­tisch wird es dort, wo sie laut den Unter­lagen auf unbe­grenzte Laufzeit, Ren­di­te­ori­en­tierung und minimale öffent­liche Kon­trolle aus­gelegt sind. Der Bericht spricht von einer Grauzone, in der Phil­an­thropie, Finanzengi­neering und poli­ti­scher Ein­fluss kaum noch zu trennen seien.

Krise als Assetklasse

Ein wei­teres Dokument der Gates Foun­dation aus dem Jahr 2013 beschreibt den Global Health Investment Fund als ersten Fonds, der gezielt in Medi­ka­mente und Impf­stoffe für die globale Gesundheit inves­tiert. Das Risiko für private Inves­toren wurde dabei erheblich redu­ziert: Stif­tungen und öffent­liche Partner garan­tierten einen Großteil des ein­ge­setzten Kapitals. Ver­luste würden sozia­li­siert, Gewinne pri­va­ti­siert – so die zuge­spitzte Analyse des Berichts.

Par­allel dazu ent­standen Rück­ver­si­che­rungs­pro­dukte, die bei for­malen Pan­demie-Erklä­rungen auto­ma­tisch aus­zahlten. Die Weltbank emit­tierte schon 2017 soge­nannte Pan­demie-Anleihen; Coro­na­virus-Aus­brüche waren aus­drücklich Teil der Bedin­gungen. Für Inves­toren lohnte sich das Geschäft, solange keine Pan­demie erklärt wurde – und auch dann griffen klare, vorher fest­ge­legte Mechanismen.

Deutsche Unter­neh­merin in Sachen Pan­demie erfolgreich

In dem Bericht sucht man den Namen der deut­schen Unter­neh­merin Nicole Jun­kermann ver­geblich. Diese „tauschte sich über Jahre regel­mäßig mit dem schwer­reichen US-Ame­ri­kaner aus – per­sönlich, stra­te­gisch, über Pro­jekte, Netz­werke und private Fragen“ so ein aktu­eller Bericht von t‑online. Nicole Jun­kermann ist eine deutsche Unter­neh­merin, Investor­in und Grün­derin der inter­na­tio­nalen Invest­ment­firma NJF Hol­dings. Sie lebt in London und inves­tiert u. a. in Technologie‑, Gesund­heits- und Biotech-Unternehmen.

Sie hat früh in Unter­nehmen wie OWKIN inves­tiert (ein Pariser Gesund­heits-KI-Unter­nehmen) und saß im Board. Sie war Mit­glied des Healthtech Advisory Board im bri­ti­schen Gesund­heits­mi­nis­terium (UK Department of Health and Social Care), was sich mit digi­taler Gesund­heits­tech­no­logie im NHS befasst. In Inter­views und öffent­lichen Auf­tritten hat Jun­kermann betont, dass einige ihrer Betei­li­gungs­un­ter­nehmen (z. B. OWKIN) sich tech­no­lo­gisch gegen COVID-19 enga­gierten – z. B. durch Unter­stützung beim Daten­aus­tausch für For­schung oder das Spenden von Schutz­aus­rüstung in der Pandemie.

Simu­la­tionen, Kar­rieren, Machtkreise

Besonders brisant sind Text­nach­richten aus dem Jahr 2017, in denen Pan­demie-Simu­la­tionen bei­läufig als beruf­liche Qua­li­fi­kation erwähnt werden – im selben Atemzug wie mög­liche Posten bei der Gates-nahen Invest­mentwelt, in Impf­stoff­ab­tei­lungen großer Phar­ma­kon­zerne oder bei Rück­ver­si­cherern. Pan­demie-Vor­sorge erscheint hier nicht als iso­lierte Not­fall­übung, sondern als Kar­rie­re­währung innerhalb eines eli­tären Netzwerks.

Im Oktober 2019 folgte schließlich Event 201, eine öffentlich bekannte Pan­demie-Simu­lation mit einem neu­ar­tigen Coro­na­virus, orga­ni­siert von der Gates Foun­dation, dem Welt­wirt­schafts­forum und der Johns Hopkins Uni­versity. Solche Übungen sind an sich legitim. Der Bericht argu­men­tiert jedoch: Wenn Simu­la­tionen, Finanz­pro­dukte, Patente, Per­so­nal­netz­werke und poli­tische Foren jah­relang par­allel auf­gebaut wurden, dann ist es zu kurz gegriffen, all dies als bloße Vor­sorge ohne öko­no­mische Inter­essen abzutun.

Keine Ver­schwörung – aber ein struk­tu­relles Problem

Der Bericht betont mehrfach, was er nicht behauptet: Er liefert keinen Beweis für die bewusste Aus­lösung einer Pan­demie und keinen Nachweis straf­baren Han­delns im Bereich der Gesund­heits­fi­nan­zierung. Was er zeigt, ist etwas anderes: eine sys­te­mische Bereit­schaft zur Mone­ta­ri­sierung von Krisen, lange bevor diese ein­treten. Und damit natürlich ver­bunden der Wunsch, dass sie noch mehr Geld und Macht ein­bringen, wenn sie dann tat­sächlich eintreten.

Pro­ble­ma­tisch ist dabei weniger die Existenz ein­zelner Instru­mente als ihre Kon­zen­tration in wenigen Händen – und die Rolle von Inter­me­diären wie Epstein, der trotz bekannter Vor­strafen über Jahre hinweg Zugang zu Banken, Stif­tungen und poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trägern hatte. Dass große Insti­tu­tionen einen solchen Akteur wie­derholt ein­banden, wirft Fragen nach Urteils­ver­mögen, Kon­trolle und Ver­ant­wortung auf.

 


Der Artikel erschien zuerst auf dem Blog philosophia-perennis.com.

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