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Schon 1993 ent­larvt: »Wie Politik und Medien in Deutschland kriegs­tauglich gemacht wurden!«


Schon 1993 warnte der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ordnete und Publizist Albrecht Müller vor Kriegs­pro­pa­ganda – und seine Worte klingen heute aktu­eller denn je. Er pran­gerte eine Politik an, die Deutschland Schritt für Schritt an mili­tä­rische Ein­sätze gewöhnt – begleitet von Medien, die diese Ent­wicklung kri­tiklos mit­tragen; mit dem Ziel: „Nie wieder Krieg“ aus den Gehirnen zu ver­bannen! Mehr als drei Jahr­zehnte später wirken seine Worte wie eine düstere Vorhersage …


Vor beinahe 33 Jahren, genauer am 16. April 1993, schrieb der damalige SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ordnete und Publizist Albrecht Müller, unter anderem Leiter der Pla­nungs­ab­teilung im Bun­des­kanz­leramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt, bevor er von 1987 bis 1994 Bun­des­tags­ab­ge­ord­neter war, ist so aktuell wie damals.

In jener Zeit standen die Jugo­sla­wi­en­kriege im Mit­tel­punkt, die von 1991 bis 2001 geführt wurden und mit dem Zerfall des Staates ver­bunden waren. 2001 folgte nach 9/11 der soge­nannte „Krieg gegen den Terror“, der bis heute anhält und lediglich Groß­macht­ge­lüsten, Impe­ria­lismus und Regi­me­ch­anges dient.

Aber zurück zu Albrecht Müllers Brief, der 1993 der deut­schen „kriegs­geilen“ Politik und den „hin­terher hechelnden“ Medien die Maske vom Gesicht riss und bis heute seine Gül­tigkeit hat.

Die Argu­men­tation kann eigentlich eins zu eins über­nommen werden.

Aber lesen Sie selbst (Her­vor­he­bungen durch mich):

ALBRECHT MÜLLER (16.04.1993):

Wir erleben zur Zeit ein Feu­erwerk an Pro­pa­ganda für die Mög­lichkeit der Kriegsführung.

Das deutsche Volk soll weich­ge­klopft werden für den Einsatz der Bun­deswehr außerhalb des NATO-Bereichs. Zweck und Hin­ter­grund ist klar: Die Bun­deswehr sucht ein neues Betä­ti­gungsfeld; die Rüs­tungs­in­dustrie sucht nach dem Ende des Ost-West-Kon­fliktes Gründe für die Fort­setzung von Rüstung und Rüs­tungs­ent­wicklung; Herr Wörner sucht für die NATO Felder zur wei­teren Beschäf­tigung der auf­ge­bla­senen NATO-Mili­tär­bü­ro­kratie und die Alli­ierten suchen zum Kampf­einsatz bereite deutsche Partner, weil dann weniger auf­fällt, daß sie ohnehin – Sou­ve­rä­nität hin, Sou­ve­rä­nität her – ihre Mili­tär­ak­tionen von deut­schem Boden aus starten. So ver­binden sich die ein­zelnen Mili­tär­in­ter­essen zu einem kraft­vollen Pro­pa­gan­da­bündel, dem die deutsche Öffent­lichkeit zur Zeit fast wehrlos aus­ge­setzt ist.

Bemer­kenswert an der lau­fenden Kriegs­füh­rungs­pro­pa­ganda ist, daß sie im humanen, demo­kra­ti­schen Män­telchen daher­kommt: Man tut so, als ginge es um die geschun­denen Men­schen in Bosnien und ver­schweigt, daß man dort ja gar nicht kämpfen will, sondern das Schicksal dieser Men­schen nutzt, um den poli­ti­schen, publi­zis­ti­schen und recht­lichen Boden vor­zu­be­reiten für Ein­sätze wie am Golf, für Maß­nahmen zur Auf­recht­erhaltung des freien Welt­handels und des unge­hin­derten Zugangs zu Märkten und Roh­stoffen in aller Welt.

Bemer­kenswert ist, daß dieser infame Pro­pa­g­an­dacoup von Per­sonen gefördert wird, von denen man am aller­we­nigsten eine Unter­stützung dieser Methoden erwartet hätte, z. B. von Cohn-Bendit, Rupert Neudeck oder Freimut Duve. Sie sind die Tro­ja­ni­schen Pferde der Kriegs­füh­rungs­pro­pa­ganda der Herren Wörner und Rühe.

Bemer­kenswert ist die Ver­engung der Politik auf die mili­tä­rische Aktion. Da wird unisono davon geredet, Deutschland müsse bereit sein, seiner „gewach­senen Rolle in der Welt“ gerecht zu werden und dabei ganz selbst­ver­ständlich unter­schlagen, daß wir auf vielen nicht­mi­li­tä­ri­schen Feldern her­vor­ra­gende Arbeit leisten können: Bei der huma­ni­tären Hilfe, beim Kata­stro­phen­schutz, bei der Bekämpfung des Hungers, beim Versuch, Kon­flikte zwi­schen Völkern und Volks­gruppen vorweg zu schlichten und zu ver­hindern. Unter­schlagen wird, daß die mili­tä­ri­schen Ein­sätze in der Regel ja nur deshalb scheinbar not­wendig werden, weil vorher nichts zur Kon­flikt­lösung getan worden ist, ja im Gegenteil häufig durch Waf­fen­lie­fe­rungen diese sogar noch ange­heizt worden sind.

Bemer­kenswert ist, daß so getan wird, als wäre für die huma­nitäre Hilfe das Militär zuständig. Dafür gibt es Tech­ni­sches Hilfswerk, Rotes Kreuz und viele andere Mög­lich­keiten; so etwa der Aufbau eines Umwelt- und Kata­stro­phen­hilfs­korps („Frie­dens­korps“), wie es mein Kollege Hans Wallow vor­ge­schlagen hat.

Bemer­kenswert ist, daß sich auch das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in diese Pro­pa­ganda hat ein­spannen lassen. Es hat sich bei seinem Urteil über die Not­wen­digkeit der Betei­ligung deut­scher Sol­daten und der Bewertung des außen­po­li­ti­schen Schadens einer einst­wei­ligen Ver­fügung allein auf die Argu­mente der Militärs und des Aus­landes gestützt, also die Argu­mente einer Lobby zur Basis seines Urteils gemacht. Auch das ist ein bemer­kens­werter Schritt hin zur Mili­ta­ri­sierung des Rechts und der Politik in Deutschland.

Bemer­kenswert ist die unkri­tische Haltung eines Groß­teils der Jour­na­listen; sie machen sich die gestanzten Formeln der Kriegs­füh­rungs­pro­pa­ganda zu eigen; wie zu alten Zeiten, aber eben human verkleidet.

Die zur Zeit lau­fende Pro­pa­gan­da­aktion zielt darauf, in einer meis­terhaft ange­legten Gehirn­wäsche aus den Köpfen unseres Volkes zu tilgen, was sich im letzten Krieg und im Anschluß daran fest­ge­setzt hat: „Nie wieder Krieg!“

Diese drei Worte soll das deutsche Volk end­gültig vergessen (…)

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/240203-said66.pdf

Der Artikel erschien zuerst auf dem Blog GuidoGrandt.de.

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