Foto: KI-Bild (ChatGPT) aus Bildzitat: Video: https://youtu.be/VEWUADkyIiA?si=3Bome3sz1Sn_ABuH

2. Mai 2014: Der »MAS­SEN­BRANDMORD« von ODESSA – Lügen, Fakten, Fake News! (1)


Es ist ein Datum, das kaum jemand im Westen kennt – und doch bis heute nach­wirkt: der 2. Mai 2014 in Odessa. Über 40 Men­schen sterben in einem Flam­men­in­ferno, bei einem „Mas­sen­brandmord“ im Gewerk­schaftshaus, gefangen in einem eska­lie­renden Stra­ßen­kampf zwi­schen pro-rus­si­schen Akti­visten und pro-ukrai­ni­schen Gruppen. War es ein tra­gi­scher Unfall inmitten chao­ti­scher Gewalt – oder ein bewusst her­bei­ge­führtes Ver­brechen? Bis heute sind viele Fragen unge­klärt. Ermitt­lungen ver­laufen im Sande, Ver­ant­wort­liche bleiben unbe­helligt, poli­tische Deu­tungen gehen weit aus­ein­ander. Sicher ist nur: Die Ereig­nisse von Odessa sind längst Teil eines Infor­ma­ti­ons­krieges geworden – instru­men­ta­li­siert, ver­zerrt, umkämpft. Wer ver­stehen will, wie der Kon­flikt in der Ukraine wirklich eska­lierte, kommt an diesem Tag nicht vorbei.


Am 2. Mai jährte sich der Jah­restag des Todes von über 40 (pro-rus­si­schen) Anti­maidan-Akti­visten im Gewerk­schaftshaus von Odessa zum zwölften Mal.

Damals ver­suchte die Regierung, aber auch der Westen alles, um diesen „Mas­sen­brandmord“ zu ver­tu­schen, tot­zu­schweigen oder einem tech­ni­schen Defekt zuzu­schreiben und nicht etwa poli­tisch moti­vierter Brand­stiftung geschuldet.

Bis heute prägt dieses Ver­brechen den Ukraine-Krieg. Und bis heute wird darüber weiter gelogen und selbst von soge­nannten „Fak­ten­che­ckern“ „Fake News“ verbreitet.

Ich selbst war bereits über ein Dutzend Mal in der Ukraine und machte mir auch ein eigenes Bild von den Ört­lich­keiten des Verbrechens.

Hier:

Aber der Reihe nach.

Mit dem Argument der angeb­lichen »Ent­na­zi­fi­zierung« recht­fer­tigte der rus­sische Prä­sident Wla­dimir Putin unter anderem den völ­ker­rechts­wid­rigen Krieg gegen die Ukraine, der am 24. Februar 2022 mit der Bom­bar­dierung und dem Ein­marsch ins Land begann.

Vorab: Bei den vor­ge­zo­genen Par­la­ments­wahlen 2019 schei­terte trotz der Ver­ei­nigung aller rele­vanter faschis­ti­scher und neo­na­zis­ti­scher Par­teien unter dem Dach der Allukrai­ni­schen Ver­ei­nigung Swoboda ihr Anteil an der 5 Prozent-Hürde. Ins­gesamt kamen sie auf rund 4,3 Prozent. Ihr Stim­men­anteil sank von über einer Million auf nur noch rund 315.500.

Das ukrai­nische Par­lament, die Wer­chowna Rada, setzt sich auch im Jahr 2026 wei­terhin aus den Abge­ord­neten der 9. Legis­la­tur­pe­riode zusammen, die bereits 2019 gewählt wurden.

Auf­grund des andau­ernden Kriegs­zu­stands wurden die regulär für Oktober 2023 geplanten Par­la­ments­wahlen sowie die für März 2024 geplanten Prä­si­dent­schafts­wahlen auf unbe­stimmte Zeit ver­schoben. Das ukrai­nische Recht untersagt Wahlen während des Kriegsrechts.

Die ursprüng­liche Ver­teilung hat sich jedoch durch Frak­ti­ons­wechsel, das Verbot pro-rus­si­scher Par­teien und den Man­dats­verlust einiger Abge­ord­neter verschoben.
Die Wer­chowna Rada hat gesetzlich 450 Sitze, von denen fak­tisch nur 424 besetzt sind (da die Wahl­kreise in den bereits 2019 besetzten Gebieten vakant blieben).

Das aktuelle ukrai­nische Par­lament (Wer­chowna Rada, »Oberster Rat«) setzt sich wie folgt zusammen:

Die SN (Sluha narodu (Diener des Volkes)) ist die Partei des Gewinners der Prä­si­dent­schaftswahl 2019, dem 6. Prä­sident der Ukraine, Wolo­dymyr Selenski und ver­einigt 254 Sitze unter sich.

Die Oppo­sition besteht aus der Poli­ti­schen Mitte bis Mitte-links und pro-rus­sisch ver­or­teten OP (Opo­sy­zijna plat­forma – Sa schyttja (Oppo­si­ti­ons­plattform – Für das Leben)) unter dem kreml­nahen und engen Putin-Ver­trauten Wiktor Med­wedtschu mit 43 Sitzen.

Die AVV (Allukrai­nische Ver­ei­nigung »Vaterland«) unter der frü­heren Minis­ter­prä­si­dentin Julija Tymo­schenko errang 26 Sitze. Die poli­tische Zuordnung dieser Partei ist schwer zu erfassen, ver­tritt sie doch zumeist popu­lis­tische Posi­tionen, teils links, Mitte-links oder national-demo­kra­tisch, libe­ral­kon­ser­vativ oder Mitte-rechts.

Der Mitte-rechts aus­ge­richtete Partei ES (Euro­päi­schen Soli­da­rität) unter Ex-Prä­sident Petro Poro­schenko erhielt 25 Sitze. Und die liberale ST (Partei Stimme) unter Julija Leo­ni­diwna Kly­menko 20 Sitze. Andere unbe­deu­tendere Par­teien und Unab­hängige erreichten 56 Sitze.

Sitz­ver­teilung in der Wer­chowna Rada
Partei Prozent Mandate
nach Parteiliste
Direkt­mandate Ins­gesamt
SN 43,16 124 130 254
OP 13,05 37 6 43
AVV 8,18 24 2 26
ES 8,10 23 2 25
ST 5,82 17 3 20
andere Par­teien
Unabhängige
56 56
Quelle:[19]

Quelle: https://ukraine-nachrichten.de/offizielle-ergebnisse-vorgezogenen-parlamentswahlen-2019_4926

Erst gar nicht zur letzten Par­la­mentswahl ange­treten ist die Volks­front von Ex-Regie­rungschef Arsenji Jazenjuk, die 2014 mit über 22 Prozent und knapp 3,5 Mil­lionen Stimmen stärkste Kraft wurde. Ein Teil der Abge­ord­neten, wie bei­spiels­weise Par­la­mentschef Andrij Parubij, zieht über die Liste von Poro­schenko dennoch wieder in die Rada ein.

Parubij ist Mit­be­gründer der rechts­extremen, natio­nal­so­zia­lis­ti­schen und anti­se­mi­ti­schen Sozial-Natio­nalen Partei der Ukraine (heutige Swoboda-Partei). Auf ihn werde ich noch zu sprechen kommen. Obwohl die SwobodaPartei bei den letzten Wahlen nur etwas mehr als zwei Prozent der Stimmen bekam, erhielt sie jährlich noch rund 890.000 Euro zur Par­tei­fi­nan­zierung aus dem Staatshaushalt.

Putins Aus­sagen, die Ukraine würde von Faschisten regiert, ist also falsch, recht­fertigt gleich gar nicht einen völ­ker­rechts­wid­rigen Angriffs­krieg gegen das Nach­barland. Die Rechts­extremen spielen in der Ukraine poli­tisch keine Rolle mehr. Und auch keine rechts­extreme Partei ist mehr mit­be­stimmend in der Rada vertreten.

Aller­dings sah das einmal ganz anders aus: Nämlich bei der Über­gangs­re­gierung, die nach den Maidan-Auf­ständen gegründet wurde. Zu diesem Zeit­punkt tum­melten sich tat­sächlich Rechts­extreme, Faschisten, Anti­se­miten und Rus­so­phobe in hohen poli­ti­schen Ämtern – und das mit tat­kräf­tiger Unter­stützung des Westens; ins­be­sondere der Bundesregierung.

Fakt ist auch, dass die EU, allen voran Deutschland, und die USA wichtige Sach­ver­halte in diesem geo­po­li­ti­schen Kon­flikt ver­schwiegen und immer noch ver­schweigen und ganz bewusst lügen, ver­tu­schen oder verharmlosen.

Bei der Maidan-Revo­lution wurde das als »tota­litär« gel­tende Regime des dama­ligen Prä­si­denten Viktor Janu­ko­witsch zwar gestürzt, aber bei diesem Staats­streich hatten deutsche, euro­päische und US-ame­ri­ka­nische Poli­tiker und Geheim­dienste ihre Hände mit im Spiel.

CDU-Aus­hän­ge­schild und Box­welt­meister Vitali Klit­schko und Arsenji Jazenjuk reprä­sen­tierten bei diesem Putsch die liberal-zen­tris­tische Opposition.

Doch auch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn weit­gehend von Politik und Medien ver­schwiegen gingen auf dem Maidan nicht nur demo­kra­tie­lie­bende und fried­liche Men­schen auf die Bar­ri­kaden, die euro­päische Werte for­derten, sondern ebenso faschis­tische, rechts­extreme, anti­se­mi­tische und rus­so­phobe Kräfte, wie bei­spiels­weise die der Swoboda-Partei oder Grup­pie­rungen des Rechten Sektors.

So machten sich Merkel, Stein­meier & Co. mit genau jenen Kräften gemein, die in Deutschland und Europa poli­tisch bekämpft werden. 

Schlimmer noch: Die Faschisten und Rechts­extremen saßen mit kräf­tiger Unter­stützung des Westens in der Über­gangs­re­gierung und stellten neben dem zweiten Minis­ter­prä­si­denten auch wichtige Minister des Landes.

Damit bestimmten erstmals seit 1945 anti­se­mi­tische und faschis­tische Poli­tiker, die den Natio­nal­so­zia­lismus ver­tei­digten, in einer euro­päi­schen Haupt­stadt die Regie­rungs­ge­schäfte mit. 

Sie wurden mit Geldern aus dem IWF und der EU mit­fi­nan­ziert und somit auch mit deut­schen Steuergeldern!

Und dann kam es am 2. Mai 2014 in Odessa zu einem bru­talen Massenbrandmord. 

Die Aus­schrei­tungen waren das fol­gen­reichste Ein­zel­er­eignis nach dem Euro­maidan und außerhalb der Kampf­hand­lungen des Ukraine-Krieges.

FORT­SETZUNG FOLGT!

Zuerst erschienen auf dem Blog von GuidoGrandt.de.

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