Während die barbarischen Verbrechen der Nationalsozialisten zu Recht bekannt sind, wissen nur wenige, mit welcher Brutalität sowjetische Propaganda den Hass auf alles Deutsche schürte. »Töte den Deutschen!« – mit solchen Parolen wurden Millionen Rotarmisten indoktriniert. Historiker, Zeitzeugen und sogar sowjetische Offiziere dokumentierten später eine Spur von Gewalt, Vergeltung und Kriegsverbrechen, die sich vor allem gegen deutsche Zivilisten richtete. Warum wird über dieses dunkle Kapitel der Geschichte bis heute so selten gesprochen?
Es war der russische Schriftsteller und Journalist Ilja Ehrenburg, der offiziell vom sowjetischen Diktator Stalin beauftragt worden war, Hass gegen Deutsche zu propagieren. Dabei machte er keinen Unterschied zwischen Militärpersonen und Zivilisten.

– »Deutsche sind keine Menschen. Deutsche sind zweibeinige Tiere, abscheuliche Geschöpfe, Bestien. Wir sagen nicht mehr ‚Guten Morgen oder gute Nacht‘. Wir sagen am Morgen: ‚Töte den Deutschen‘ und in der Nacht: ‚Töte den Deutschen‘.«
– »Töte den Deutschen, wo du ihn antriffst. Spreng ihn mit der Granate, stich das Bajonett in ihn, die Mistgabel, spalte ihn mit dem Beil, setze ihn auf den Pfahl, zerschneide ihn mit dem Messer, aber töte! (…) Überall musst du die Bestie schlagen! Wenn er Halt macht und schläft – zerfleische den Schlafenden. Geht er durch den Wald – wird er dort den Tod finden. Ist er unterwegs – eine Mine soll ihn zerreißen. Fährt er in der Eisenbahn – lass den Zug entgleisen.«
– »Zerdrücke, zerspalte, zersteche ihn im Wald, auf dem Feld, auf den Straßen, vernichte ihn überall!«
– »Die Deutschen sind keine Menschen. Von jetzt ab ist das Wort ‚Deutscher‘ für uns der allerschlimmste Fluch.«
– »Wenn Du im Lauf eines Tages nicht wenigstens einen Deutschen getötet hast, so ist es für Dich ein verlorener Tag gewesen.«
– »Wehe Dir Deutschland! (…) Wir werden totschlagen!«
– »Die deutschen Frauen werden die Stunde verfluchen, in der sie ihre Söhne – Wüteriche – geboren haben. Wir werden nicht schänden. Wir werden totschlagen.«
– »(…) für uns gibt es nichts Lustigeres als deutsche Leichen.«
– »Zähle nicht die Tage. Zähle nicht die Kilometer. Zähle nur eines: die von dir getöteten Deutschen.«
– »Töte den Deutschen – dieses bitte dich deine greise Mutter. Töte den Deutschen – dieses bitten dich deine Kinder. Töte den Deutschen – so ruft die Heimaterde. Versäume nichts. Versieh dich nicht. Töte.«
Der russische Systemkritiker und Schriftsteller Alexander Solschenizyn berichtete darüber, dass am Grenzübergang nach Deutschland Schilder aufgestellt worden waren, mit der Aufschrift: »Rotarmist, Du stehst jetzt auf deutschem Boden – die Stunde der Rache hat geschlagen.«[ii]
Solschenizyn war es auch, der unter anderem wegen Kritik an dem russischen Diktator Josef Stalin und seines Einsatzes gegen diese barbarische Behandlung Unschuldiger, später verhaftet und in den Archipel Gulag (russische Umerziehungs- und Arbeitslager) verbannt wurde.
Dasselbe Schicksal erlitten auch Major Lew Kopelew und andere sowjetische Offiziere, die sich für einen humaneren Umgang mit der deutschen Zivilbevölkerung einsetzten, Offiziere und Soldaten, die nicht Rache üben wollten.[iii]
Solschenizyn schrieb ein Gedicht über seinen Aufenthalt im ostpreußischen Neidenburg, das noch heute das Grauen jener Zeit plastisch vor Augen führt[iv]:
(…)

Durch die Wand gedämpft – ein Stöhnen:
Lebend find ich noch die Mutter.
Waren’s viel auf der Matratze?
Kompanie? Ein Zug? Was macht es!
Tochter – Kind noch, gleich getötet.
Alles schlicht nach der Parole:
NICHTS VERGESSEN! NICHTS VERZEIH’N!
BLUT FÜR BLUT! Und Zahn für Zahn.
Wer noch Jungfrau, wird zum Weibe,
und die Weiber – Leichen bald.
Schon vernebelt, Augen blutig,
bittet: »Töte mich, Soldat!«
Ein verwaister Kinderwagen –
ganz in Rüschen, himmelblau –
drum ein Knäuel von Soldaten:
»Guck, der Säugling, auch ein Deutscher!
Wird mal groß, setzt auf den Helm;
war’s nicht besser – gleich abknallen?
Hat die Führung doch befohlen:
Blut für Blut.«
Zwischendurch die Frau erschossen;
Teppich rot mit Blut bespritzt,
und den kranken Mann im Bette
gleich in einem auskuriert (…)
In einem Memorandum über das Verhalten der Roten Armee auf deutschem Gebiet vom 22. Februar 1945, hieß es unter anderem[v]:
– »Dem Einbruch der Roten Armee auf Reichsgebiet war eine systematische Hetze durch die politischen Abteilungen der Truppe vorausgegangen. Der Truppe wurde durch Armee- und Frontzeitungen, bei politischen Versammlungen und Vorträgen gesagt, dass sie in Deutschland gegenüber der Bevölkerung freie Hand hätten (…) Als Folge dieser systematischen Hetze scheinen die Ausschreitungen einer Reihe von Truppenteilen und Verbänden einen derartigen Umfang angenommen zu haben, dass die Disziplin gefährdet wurde und die Truppe der Führung entglitt. Aus diesem Grunde sieht sich die sowjetische Führung offenbar gezwungen, zurzeit den gröbsten Übergriffen Einhalt zu gebieten (…)«
– »Durch erbeutete Tagebücher (nebst Augenzeugenberichten/GG) und Feldpostbriefe werden Einzelheiten dieses bestialischen Vorgehens bestätigt.«
– In solchen Feldbriefen hieß es unter anderem: »Von den Deutschen sind nur Greise und Kinder da, junge Frauen sehr wenige. Doch werden auch diese totgeschlagen.«
Oder: »Wir befinden uns weit in Ostpreußen, wo wir die Preußen ausräuchern, so dass die Federn nur so fliegen. Unsere Jungens haben bereits alle deutschen Frauen ausprobiert.«
Die unbequeme Wahrheit:
Die von Historikern, Völkerrechtlern und sogar von russischen Intellektuellen und Offizieren selbst vorgelegten Dokumente und Aussagen belegen: Die Grausamkeiten der Roten Armee waren kein Mythos, sondern Realität – Ausdruck einer systematisch geschürten Hasspolitik, die sich in Völkerrechtsbrüchen und bestialischer Gewalt gegen deutsche Soldaten und Zivilisten entlud. Dass diese Verbrechen – im Gegenteil zu jenen, die die Wehrmacht verübte – bis heute in der öffentlichen Erinnerungskultur kaum thematisiert werden, ist ein Skandal und verdeutlicht die Einseitigkeit zeithistorischer Aufarbeitung. Wer Gerechtigkeit fordert, darf nicht länger nur eine Seite der Geschichte erzählen.
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Quellen:
[i] Franz W. Seidler: Verbrechen an der Wehrmacht – Kriegsgreuel der Roten Armee, Selent 2015, S. 40, 41, 42; Klaus Rainer Röhl: Verbotene Trauer – Ende des deutschen Tabus, München, 2002, S. 143; PA, Kult, Pol. Geheim. Akten des VAA von zur Mühlen 148. Siehe dazu auch Ehrenburgs Buch, Moskau 1943, Bd. 2, S. 22f. und in einem Artikel der Frontzeitung Krasnaja Swesda. Zitiert nach: Alfred M. de Zayas: Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts – Dokumentation alliierter Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg, München 1979, S. 28
[ii] Alexander Solschenizyn: Ostpreußische Nächte, Neuwied 1976, zit. nach Röhl, S. 143
[iii] Alfred M. de Zayas: „Die deutschen Vertriebenen – Keine Täter, sondern Opfer – Hintergründe, Tatsachen, Folgen“, Graz 2006, S. 85
[iv] Alexander Solschenizyn: Ostpreußische Nächte, Neuwied 1976, zit. nach Röhl, S. 1445, 146 und: Alfred M. de Zayas: Die deutschen Vertriebenen – Keine Täter, sondern Opfer – Hintergründe, Tatsachen, Folgen, Graz 2006, S. 83, 84
[v] Alfred M. de Zayas: Die deutschen Vertriebenen – Keine Täter, sondern Opfer – Hintergründe, Tatsachen, Folgen, Graz 2006, S. 78–82
Zuerst erschienen bei GuidoGrandt.de.


























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