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Die alten Ägypter wären heute an deut­schen Schulen weit unterfordert

Das, ist ein Fragment des Rhind-Papyrus:

Der Rhind-Papyrus wurde Mitte des 19. Jahr­hun­derts von Alex­ander Henry Rhind auf dem Anti­qui­tä­ten­markt in Luxor (Theben) erworben. Nach dort hat es den Papyrus wohl als Ergebnis von „ille­galen“ Gra­bungen ver­schlagen, und von dort ist er nach Groß­bri­tannien gekommen, wo bis heute das größte Fragment des Papyrus im British Museum zu bewundern ist. Ein wei­teres, klei­neres Fragment wurde nach dem Tod von Rhind von Edwin Smith erworben und ist heute im Brooklyn Museum von New York zuhause. Der Rhind-Papyrus ist 5,2 Meter lang und 32 Zen­ti­meter breit. Die vor­han­denen Frag­mente decken das gesamte Dokument mit Aus­nahme eines zen­tralen Teils von 18 Zen­ti­metern, der fehlt, ab.

Ein Schreiber names „Ahmes“ hat den Papyurs, wie er selbst angibt, nach einer Vorlage aus der Zeit von Amen­emhet III. erstellt. Das datiert die Vorlage auf 1.850 vor Christus. Ahmes hat sie um 1.550 vor Christus kopiert. Der Rhind-Papyrus ist damit zwi­schen 3.600 und 3.900 Jahren alt.

Eine rund 4.000 Jahre alte Sammlung von All­tags­ma­the­matik aus dem alten Ägypten mit dem Titel „Genaue Rechnung zur Erfor­schung der Dinge und zum Wissen von allem, was exis­tiert, von den Geheim­nissen und allen Rätseln“. Ein etwas pathe­ti­scher Titel, der drei Teilen vor­an­ge­stellt ist, in die der Papyrus unter­teilt ist.

Der erste Teil ist der Algebra gewidmet. Es findet sich die 2/n Zah­len­reihe von 3 bis 101, eine Nähe­rungs­rechnung für Π, die auf 1% Abwei­chung genau ist, mathe­ma­tische Auf­gaben zu Brot­ver­teilung, Mul­ti­pli­ka­tionen, Glei­chungen erster und zweiter Ordnung runden den ersten Teil ab.

Der zweite Teil ist der Geo­metrie gewidmet, umfasst Flächen- und Volu­men­be­rech­nungen, Vor­formen von Tri­go­no­metrie und einen Vor­läufer des Satzes von Pythagoras.

Im dritten Teil finden sich prak­tische Anwen­dungen aus dem Alltag, von der Berechnung der rich­tigen Fut­ter­menge für Tiere bis zu geo­me­tri­schen Reihen.

Der Papyrus ist eine Zusam­men­stellung der All­tags­ma­the­matik, von der man, auf­grund der gewählten Themen, aus­gehen muss, dass sie mehr oder minder All­ge­meingut der Bewohner der Zeit war. Man kann den Papyrus Rhind als eine Form von Mathe­matik-Lehr­pa­pyrus ansehen, der der Ver­mittlung dieser All­tags­ma­the­matik gewidmet ist.

All­tags­ma­the­matik auf hohem Niveau.

Die fol­genden Auf­gaben werden in Nord­rhein-West­falen genutzt, um Schüler der 10. Klasse mit einem Abschluss ver­sorgen zu können, von dem dann behauptet wird, er belege deren, in diesem Fall, mathe­ma­tische Reife.

Das sind Anfor­de­rungen an Schüler, die einen Mitt­leren Schul­ab­schluss erreichen wollen, das, was man früher Real­schul­ab­schluss bzw. Mittlere Reife genannt hat. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Hätte man mir nicht gesagt, aus welcher Klas­sen­stufe diese Auf­gaben stammen, ich hätte auf die 5. oder 6. Klasse getippt. Und nun, da ich weiß, es sind Abschluss­auf­gaben für die 10. Klasse, die Prüfung zum „Mitt­leren Abschluss“, bin ich mir nicht sicher, was mich mehr scho­ckiert, Aufgabe 1, 2 oder 3 oder der Hinweis in der Über­schrift, dass dies die Auf­gaben sind, zu deren Lösung KEINE HILFS­MITTEL ver­wendet werden dürfen…


Zuerst erschienen bei ScienceFiles.org.

 

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