Pro­me­theus-Projekt: Qua­rantäne gegen den Willen und medi­zi­nische Maß­nahmen für Men­schen ohne Symptome

Nachdem eine gesunde US-Ame­ri­ka­nerin gegen ihren Willen in Qua­rantäne gesteckt wurde – trotz eines nega­tiven Han­ta­virus-Tests –, kam heraus, dass die DARPA, eine Behörde des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­riums, solche Sze­narien schon 2016 erforschte.

Im Jahr 2016 startete die Defense Advanced Research Pro­jects Agency (DARPA) das Projekt Pro­me­theus. Dabei handelt es sich um ein mili­tä­ri­sches For­schungs­pro­gramm, das mit­hilfe eines mole­ku­laren Tests und com­pu­ter­ge­stützter Model­lierung fest­stellen soll, ob eine Person ohne Sym­ptome «wahr­scheinlich Krank­heiten ver­breitet». Ziel war es, Qua­rantäne und medi­zi­nische Ein­griffe zu ermög­lichen – vor Aus­bruch der Krankheit.

Wie der US-Jour­nalist Jon Fleetwood berichtet, wurde diese Infor­mation ent­hüllt, nachdem das US-Gesund­heits­mi­nis­terium (HHS) kürzlich eine sym­ptom­freie Ame­ri­ka­nerin gegen ihren Willen zur Qua­rantäne nötigte, nachdem sie negativ auf das Han­ta­virus getestet worden war.

Pro­me­theus ist für Fleetwood eines der deut­lichsten Bei­spiele für das Bestreben der DARPA, die angeb­liche Reaktion auf Infek­ti­ons­krank­heiten weg vom Abwarten auf beob­achtbare Krank­heits­zeichen hin zu einer «prä­dik­tiven» Analyse angeb­licher gene­ti­scher Ver­än­de­rungen im mensch­lichen Körper zu verlagern.

Dies wirft für ihn Fragen darüber auf, inwieweit Regie­rungen sich bei dras­ti­schen Ent­schei­dungen im Bereich der öffent­lichen Gesundheit zunehmend auf Com­pu­ter­mo­delle – statt auf beob­achtbare kli­nische Beweise – stützen könnten. (💉 Die DARPA-Ope­ration „PRO­PHECY“ aus dem Jahr 2010 finan­zierte UNC-Netzwerk zur Erstellung des gene­ti­schen Bau­plans zukünf­tiger Pandemie-Coronaviren)

Dazu gehören:

  • Was pas­siert, wenn ein Com­puter anzeigt, dass man anste­ckend ist, man aber keine Sym­ptome hat?

 

  • Könnten Regie­rungen auf der Grundlage dieser Vor­hersage letzt­endlich Qua­ran­tä­ne­maß­nahmen ver­hängen oder medi­zi­nisch eingreifen?

 

  • Und wenn der Com­puter falsch liegt, wie könnte man das über­haupt beweisen?

Vor­hersage der Ansteckungsgefahr

Die DARPA fasst das Ziel ihres Pro­gramms in unge­wöhnlich direkter Sprache zusammen. Auf der Pro­me­theus-Website der Behörde heißt es:

«Das Pro­me­theus-Pro­gramm zielt darauf ab, die mili­tä­rische Ein­satz­be­reit­schaft und die Gesundheit der Streit­kräfte durch die Ent­wicklung eines Pro­gno­se­tests zu ver­bessern, mit dem fest­ge­stellt werden kann, ob eine Person anste­ckend ist, bevor sie Krank­heits­sym­ptome zeigt.»

Wei­terhin erklärt die Behörde: «Das Ziel der DARPA ist es, einen mole­ku­laren Test zu ent­wi­ckeln, mit dem fest­ge­stellt werden kann, ob eine Person nach Kontakt mit einem Infek­ti­ons­er­reger wahr­scheinlich Krank­heiten ver­breiten wird, und innerhalb von 24 Stunden nach dem Kontakt vor­her­zu­sagen, ob diese Person anste­ckend wird.»

Laut DARPA könnte dieser Test es mili­tä­ri­schen Planern ermög­lichen, poten­ziell anste­ckende Per­sonen zu iden­ti­fi­zieren, bevor sie in den bei mili­tä­ri­schen Ein­sätzen üblichen engen Quar­tieren Krank­heiten übertragen.

Anstatt auf Sym­ptome oder eine her­kömm­liche Dia­gnose zu warten, schlägt die DARPA vor, mole­kulare Bio­marker zu nutzen, um die Anste­ckungs­fä­higkeit vor­her­zu­sagen. Die Behörde schreibt

«Pro­me­theus zielt konkret darauf ab, bei einer Person, die sich kürzlich mit einer Krankheit infi­ziert hat, eine minimale Anzahl bio­lo­gi­scher Signale zu ent­decken, die auf eine poten­zielle Anste­ckungs­gefahr hin­deuten würden (…)»

Diese bio­lo­gi­schen Signale – oder Bio­marker – würden durch die Cha­rak­te­ri­sierung der gene­ti­schen und mole­ku­laren Immun­re­ak­tionen einer Person iden­ti­fi­ziert, die ent­spre­chenden Daten mit­hilfe fort­schritt­licher com­pu­ter­ge­stützter Model­lierung integriert.

Die DARPA gibt an, «eine Genau­igkeit von 95 Prozent bei mini­maler Anzahl von Bio­markern zur Vor­hersage der Anste­ckungs­gefahr innerhalb von 24 Stunden nach Kontakt mit einem Krank­heits­er­reger» anzustreben.

Nach ein­ge­hender Analyse des Themas zieht Fleetwood sein Fazit: Im Zusam­menhang mit dem brei­teren Bio­tech­no­logie-Port­folio der DARPA – ein­schließlich der Pro­jekte Pro­phecyEcho und Prepare, – spiegele Pro­me­theus den all­ge­meinen Wandel der Behörde wider, com­pu­ter­ge­stützte Modelle der Human­bio­logie zu nutzen, um umsetzbare Ent­schei­dungen zu treffen, bevor diese durch her­kömm­liche kli­nische Beob­achtung bestätigt werden.

Da Regie­rungen wei­terhin Tech­no­logien ent­wi­ckeln würden, die angeblich bio­lo­gische Vor­her­sagen treffen können, bevor diese Vor­her­sagen unab­hängig beob­achtet oder auf her­kömm­liche Weise über­prüft werden, lasse sich eine Frage immer schwerer ignorieren:

«Wenn Ent­schei­dungen im Bereich der öffent­lichen Gesundheit auf algo­rith­mi­schen Vor­her­sagen statt auf beob­acht­baren Beweisen beruhen, welche Mecha­nismen gewähr­leisten dann, dass diese Ent­schei­dungen trans­parent, unab­hängig über­prüfbar und nach­voll­ziehbar bleiben?»

Quellen: PublicDomain/transition-news.org am 26.07.2026

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