Wer in einer aufgeklärten, westlichen Gesellschaft unterwegs ist, muss mit offenem Gesicht auftreten. Diese einfache Regel hat das portugiesische Parlament jetzt in ein Gesetz gegossen.
Mit klarer Mehrheit wurde die Verhüllung des Gesichts in der Öffentlichkeit und in öffentlichen Einrichtungen untersagt. Der Fokus liegt ausdrücklich auf der öffentlichen Sicherheit und der Aufrechterhaltung der Ordnung.
Sicherheit beginnt beim sichtbaren Gesicht
Die Vorlage, die ursprünglich von der Partei Chega stammte, wurde nach langen Beratungen und Anpassungen verabschiedet. Unterstützt haben sie die Regierungspartei PSD, Chega selbst, die Iniciativa Liberal und die CDS. Die linke Opposition stimmte dagegen. Direkte Hinweise auf den Islam wurden gestrichen, um verfassungsrechtliche Probleme zu vermeiden. Stattdessen steht der Schutz der öffentlichen Sicherheit im Zentrum. Wer das Gesicht absichtlich verhüllt – sei es durch Burka, Niqab oder andere Formen –, muss mit Bußgeldern rechnen, die von mehreren hundert bis zu mehreren tausend Euro reichen. Bei Fahrlässigkeit fallen die Beträge niedriger aus.
Ausnahmen bleiben möglich: In Gotteshäusern, in Flugzeugen oder in diplomatischen Einrichtungen darf das Gesicht weiterhin bedeckt sein. Ursprünglich hatte Chega sogar Haftstrafen von bis zu drei Jahren für das Erzwingen einer Verhüllung gefordert. Diese Passage wurde gestrichen. Chega-Chef André Ventura begrüßte das Ergebnis und machte deutlich, dass diejenigen, die die portugiesische Kultur ablehnen, in ihre Herkunftsländer zurückkehren könnten.
Kein Brandmauern: Mehrheiten jenseits alter Gräben
Die Entscheidung reiht sich in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen die Minderheitsregierung unter Premierminister Luís Montenegro (PSD) Einwanderung und Einbürgerung strenger regelt. Nachdem die PSD zunächst eine rote Linie gezogen hatte, arbeitet sie inzwischen enger mit Chega zusammen. Das zeigt, dass politische Grenzen in Portugal nicht mehr starr sind, wenn es um den Schutz des öffentlichen Raums geht.
Linke Organisationen und Amnesty International Portugal protestieren lautstark. Sie sprechen von Diskriminierung und einem Angriff auf Menschenrechte. Das Verbot treffe vor allem muslimische Frauen und verstoße gegen Religions‑, Meinungs- und Versammlungsfreiheit, auch bei Demonstrationen. Dabei wird natürlich ausgeklammert, dass Burka und Niqab oft Ausdruck einer Haltung sind, die Frauen systematisch unterordnet. Ähnliche Regelungen gelten längst in Frankreich, Belgien, Dänemark oder der Schweiz und werden dort als selbstverständlich hingenommen.
https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion-hh/politik/portugal-beschliesst-burka-verbot/44692























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