Nach­bar­ge­meinde hat über­haupt kein Ver­sor­gungs­problem, in München droht Bußgeld — Mün­chens grüner Bür­ger­meister ruft Was­ser­not­stand aus: Alles nur Fake?

Mün­chens grüner Ober­bür­ger­meister Dominik Krause hat den Was­ser­not­stand aus­ge­rufen und mit einer All­ge­mein­ver­fügung weit­rei­chende Verbote erlassen. Private Pools dürfen nicht befüllt, Rasen­flächen nicht gesprengt und Blumen tagsüber nicht gegossen werden. Buß­gelder bis zu 50.000 Euro sind möglich.

Die Maß­nahmen gelten auch in Gebieten, die von den Stadt­werken München ver­sorgt werden. Recherchen des Magazins Apollo News zeigen jedoch, dass nur wenige Kilo­meter ent­fernt in den Umland­ge­meinden die Was­ser­ver­sorgung ohne jede Ein­schränkung weiterläuft.

Grüne Verbote spalten München und Umland

Die Stadt hat das Befüllen von Pools und Spring­brunnen sowie das Bewässern von Rasen grund­sätzlich untersagt. Andere Pflanzen dürfen lediglich vor 9 Uhr oder nach 19 Uhr gegossen werden. Die Stadt­werke München haben par­allel dazu eigene Spa­r­a­n­ord­nungen erlassen. Da es sich bei den Stadt­werken um ein hun­dert­pro­zen­tiges Toch­ter­un­ter­nehmen der Lan­des­haupt­stadt handelt, greifen die Verbote auch dort.

Ober­bür­ger­meister im Auf­sichtsrat der eigenen Wasserwerke

Der Ober­bür­ger­meister sitzt selbst im Auf­sichtsrat der Stadt­werke München. Damit ist die grüne Stadt­spitze nicht nur für die All­ge­mein­ver­fügung ver­ant­wortlich, sondern auch direkt in die Ent­schei­dungs­struk­turen des Ver­sorgers ein­ge­bunden, der die Spar­maß­nahmen umsetzt.

In Nach­bar­ge­meinden fließt das Wasser frei

Gemeinden, die nicht an das Münchner Netz ange­schlossen sind, berichten von kei­nerlei Ver­sor­gungs­pro­blemen. Pools können weiter befüllt und Gärten nach Belieben bewässert werden. Die Bewohner spüren dort nichts von der angeb­lichen Knappheit, die in der Lan­des­haupt­stadt so dra­ma­tisch dar­ge­stellt wird.

Aschheim offenbart die Absur­dität der Regelungen

Besonders deutlich wird die will­kür­liche Grenz­ziehung in Aschheim. Während der Hauptort sein Wasser von einem regio­nalen Ver­sorger bezieht und unein­ge­schränkt nutzen darf, gilt im Ortsteil Dornach das strenge Münchner Regime. Die Bewohner eines und des­selben Ortes leben damit unter völlig unter­schied­lichen Bedin­gungen. Der ört­liche Bür­ger­meister zeigte sich von der Anordnung über­rascht und hält flä­chen­de­ckende Kon­trollen für prak­tisch unmöglich.

Regio­naler Ver­sorger: Was­ser­ver­sorgung unein­ge­schränkt gesichert

Der für das Umland zuständige Ver­sorger stellte klar, dass in seinem Gebiet keine betrieb­lichen Ein­schrän­kungen not­wendig seien. Die Trink­was­ser­ver­sorgung sei gegen­wärtig unein­ge­schränkt sicher­ge­stellt. Grund­was­ser­stände zeigten lediglich den üblichen jah­res­zeit­lichen Rückgang, und die Ver­bräuche lägen im nor­malen Bereich für die Sommermonate.

Grüne Rea­li­täten: Immer nur Mangel

Die unter­schied­liche Betrof­fenheit hat auch mit den Was­ser­quellen zu tun. Die Stadt­werke München beziehen den Großteil ihres Wassers aus dem Mangfall- und Loi­sachtal. Dort liefern die Quellen laut Stadt angeblich nur noch 60 bis 70 Prozent der üblichen Menge. Gleich­zeitig soll der Ver­brauch in München von nor­ma­ler­weise etwa 300 Mil­lionen Litern pro Tag auf über 360 Mil­lionen Liter gestiegen sein. Die Dif­ferenz von rund 60 Mil­lionen Litern soll angeblich aus den Grund­was­ser­re­serven nicht mehr gedeckt werden können.

Daten­lücken und wider­sprüch­liche Aus­sagen: Der frag­würdige Beleg für den Notstand

Wer mit Zehn­tau­senden Euro Strafe droht, sollte belastbare Daten liefern können. Die Stadt begründet den Not­stand mit dem Ver­gleich aktu­eller För­der­mengen zu einem lang­jäh­rigen Mit­telwert. Wie Nius berichtet, hieß es bis vor Kurzem auf der städ­ti­schen Website noch, die Was­ser­vor­kommen seien „prak­tisch uner­schöpflich“, da das von den Alpen ver­sorgte München über gigan­tische Was­ser­mengen verfügt. Doch diese Aussage ist inzwi­schen von der städ­ti­schen Web­seite ver­schwunden, weil sie „miss­ver­standen“ werden könnte – wie Nius auf Anfrage erfuhr.

Ohne Ver­öf­fent­li­chung der zugrunde lie­genden Ein­zel­werte und eines klar defi­nierten Bezugs­zeit­raums bleibt unklar, ob ein echter Not­stand vor­liegt oder metho­disch ein solcher kon­struiert werden kann.

Ist der Was­ser­not­stand in München wirklich notwendig?

Die scharfen Verbote und Buß­geld­dro­hungen in München stehen in auf­fäl­ligem Kon­trast zur völlig ent­spannten Lage direkt vor der Stadt­grenze. Während in den Nach­bar­ge­meinden alles normal wei­ter­läuft, wird in der grün geführten Lan­des­haupt­stadt ein dra­ma­ti­scher Was­ser­not­stand beschworen – von einer poli­ti­schen Führung, die gleich­zeitig im Auf­sichtsrat der betrof­fenen Was­ser­werke sitzt und mit lücken­haften Daten argumentiert.

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