Evonik-Chef schlägt Alarm: Ener­gie­wende ist der Tod der Che­mie­in­dustrie — Christian Kullmann: Ener­gie­wende hat Deutschland 1.000 Mil­li­arden gekostet — für nichts

Der Chef des Che­mie­kon­zerns Evonik, Christian Kullmann, warnt mit deut­lichen Worten vor den dra­ma­ti­schen Folgen der deut­schen Ener­gie­po­litik. Die teure Ener­gie­wende habe dem Land bisher kei­nerlei Vorteil gebracht und gefährde nun das Über­leben ganzer Industriezweige.

1.000 Mil­li­arden Euro für die Ener­gie­wende – ein teures Expe­riment ohne jeden Nutzen 

Rund 1.000 Mil­li­arden Euro sind bisher in die Ener­gie­wende geflossen. Doch was hat Deutschland davon? Nichts, so Kullmann. Der Anteil des Landes an den welt­weiten CO₂-Emis­sionen liege bei gerade einmal 1,6 Prozent. Für das globale Klima spiele es keine Rolle, ob Deutschland 2045 oder später kli­ma­neutral werde. Für das Über­leben der hei­mi­schen Che­mie­in­dustrie sei der Zeit­punkt dagegen existenzentscheidend.

Nationale Kli­ma­ziele als Selbst­mord­kom­mando für die Industrie

Genau deshalb fordert Kullmann, das deutsche Kli­maziel von 2045 auf das EU-Niveau von 2050 zu ver­schieben. Eine weitere Ver­schärfung des Emis­si­ons­handels lehnt er ab. Europa verfüge bereits über das weltweit strengste CO₂-Beprei­sungs­system. Zusätz­liche Lasten würden die hei­mische Industrie im inter­na­tio­nalen Wett­bewerb nur weiter schwächen.

Trotz über­ra­schend guten Zahlen: Evonik opfert 3.200 Arbeitsplätze

Evonik selbst baut 3.200 Stellen ab, davon 2.150 in Deutschland. Der Konzern steckt in einer kon­junk­tu­rellen und struk­tu­rellen Krise. Gleich­zeitig lief das zweite Quartal über­ra­schend gut. Das Unter­nehmen pro­fi­tiert von der Blo­ckade der Straße von Hormus, die asia­tische Wett­be­werber belastet. Für das Gesamtjahr erwartet Evonik 2,0 bis 2,2 Mil­li­arden Euro Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Der Stel­len­abbau bleibe dennoch nötig, betont Kullmann. Er ergebe sich aus dem harten Kos­ten­ver­gleich mit Asien und Amerika. Darüber hinaus sei nichts geplant. Der Abbau erfolge sozialverträglich.

Koh­le­aus­stieg 2030: Eine gefähr­liche Illusion ohne echte Alternativen

Beim Braun­koh­le­aus­stieg in Nord­rhein-West­falen bleibt Kullmann klar. 2030 sei nicht machbar. Es fehle an aus­rei­chend Gas­kraft­werken, die Netz­in­fra­struktur sei ver­altet wie in Albanien und es gebe keinen bezahl­baren Was­ser­stoff. Die Kohle werde min­destens bis 2033 gebraucht, vor­aus­sichtlich länger.

Die 1000 Mil­li­arden Euro für die Ener­gie­wende hätten diese Pro­bleme nicht gelöst. Im Gegenteil: Die Politik habe zu lange auf Ideo­logie gesetzt. Die Greta-Hörigkeit in Berlin und Brüssel sei zu groß gewesen. Nun sei es Zeit, auf Wachstum umzusteuern.

Regierung liefert zu wenig: Nach Jahren des Still­stands wieder Wohl­stand schaffen 

Zur schwarz-roten Bun­des­re­gierung sagt Kullmann: Die bis­he­rigen Reformen seien nur erste Schritte. Für Union und SPD gelte jetzt: Mit bes­serer Ener­gie­po­litik nach Jahren des Still­stands wieder Wohl­stand schaffen. Die 1.000 Mil­li­arden Euro der Ener­gie­wende dürften sich nicht als reiner Verlust erweisen. Die Politik müsse endlich liefern.

Kritik an der AfD, obwohl sie die Posi­tionen der Industrie unterstützt

Gleich­zeitig grenzt sich Kullmann von der AfD ab, obwohl die Partei die einzige ernst­zu­neh­mende poli­tische Kraft ist, die sich von der grünen Ener­gie­wende dezi­diert abgrenzt und ihre wirt­schaft­lichen und sozialen Ver­hee­rungen klar benennt. Die Wirt­schaft habe sich gegen die „blau-braune Sauce“ gestellt, so Kullmann. Die Partei sei mit ihrer anti-euro­päi­schen Haltung eine Bedrohung für die deutsche Wirtschaft.

Die AfD fordert seit langem eine radikale Reform der zen­tra­lis­ti­schen EU-Herr­schaft. Die not­wendige Abgrenzung zwi­schen EU-Ver­waltung und Europa nahm Kullmann offenbar nicht vor.

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