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Die Krise der europäischen Kulturen – Emanzipation vom anglo-amerikanischen, globalistischen Weltbild

13. Juli 2017

von Ulrich F. Gerhard

Kulturelle Grundbedingungen
Lassen Sie mich, liebe Leser, mit den alten Griechen anfangen. Platon („Der Staat“) ist wohl allen unter uns bekannt und schon er spricht, indem er sich auf das kosmologische Weltbild Heraklits bezieht, davon, dass sich alles fortbewege und nichts Bestand habe („Pánta chorei kaì oudèn ménei“, „Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“).
Bezogen auf das von den zeitgeistigen Modernisierern so benannte „alte Europa“, und aktuell bezogen auf das, was wir alle gerade mit Masseneinwanderung und mit Wirtschaftserpressung erleben, kann der Erkenntnis Platons bzw. Heraklits nicht widersprochen werden. Es ist wieder mal alles im Fluss und die Gefahr besteht durchaus, dass dabei einiges den atlantischen Bach heruntergeht, was besser bei uns geblieben wäre. Dieser Fluss ist bedenklich angeschwollen und bewegt sich zudem in einer Richtung, die das alte Europa mit einer Überschwemmung nie da gewesenen Ausmaßes bedroht.

Jawohl – sage ich – wir haben ein altes Europa. Wir bekennen uns dazu. Und weil es alt ist, hat es auch einen ganz besonderen Wert. Europa hatte Zeit, um eine Kultur aufzubauen, die aus dem Ringen der Kräfte mit den unterschiedlichsten kulturellen Strömungen entstand, die nicht durch einen bloßen Überfall eines geografisch umrissenen Gebietes erschaffen wurde.
Europa – und mittendrin die deutsche Nation – ist das Ergebnis einer kontinentalen politischen Emanzipation von den einseitigen Machtinteressen religiöser Systeme, indem es über Jahrhunderte hinweg eine starke geistige Kraft entwickelte, die den Entwicklungsgang der zunächst handwerklich und später dann industriell geprägten Volksgesellschaften bestimmte.
Innerhalb dieser europäischen Völkergemeinschaft kommt der Region, die im 19. Jahrhundert dann zu einer deutschen Nation führte, eine besondere Bedeutung zu, wie wir alle wissen.

Aber mit Dichtern und Denkern allein ist noch kein Blumentopf zu gewinnen. Ihre Ideen, ihre Vorschläge, ihre Warnungen und Mahnungen müssen erst in die richtige politische Form gegossen werden, um daraus eine lebensfähige Einheit zu schaffen. Und in diesem Prozess stecken wir bis heute noch drin. Der Widerstreit zwischen Sozialem und Privatem, zwischen Materiellem und Ideellem, zwischen Ego und Gemeinschaft hat Ideologien hervorgebracht, die es zu analysieren gilt und denen wir ihre propagandistischen Verkleidungen nehmen müssen, um zum Kern des Verwertbaren vorzustoßen. Dabei ist immer dann Vorsicht geboten, wenn wir es mit sogenannten -ismen zu tun haben. Denkvorschriften, Doktrinen, Lehrmeinungen sind keinesfalls das A und O politischen Handelns, sondern zeigen nur auf, welche Möglichkeiten und Wege offen stehen, gesellschaftliche Strukturen zu bilden, die über lange Zeiträume tragfähig sind. Wer, wie es heute üblich geworden ist, ständigen Wandel und Mobilität zu zwingenden Prinzipien erklärt, der vernebelt damit nur, dass er keine verlässlichen politischen Strukturen aufgebaut hat und sich dazu auch nicht in der Lage sieht.
Dies aber muss die Herausforderung sein, der wir uns zu stellen haben, liebe Leute.

Geistige Kraft und eine sich aus dem Fleiß und der Strebsamkeit eines Volkes ergebende ökonomische Unabhängigkeit erregt immer auch den Neid von Konkurrenten, die da meinen, sie könnten alles besser, schneller und vor allem mit weniger Einsatz gestalten. Insofern sind  wir „alten“ Europäer aufgerufen, unser Modell unter Schutz zu stellen, statt es der Inbesitznahme international tätiger Geschäftsleute zur Verfügung zu stellen. Ein Patent auf ein funktionierendes Staats- und Wirtschaftssystem wäre das Gebot einer Zeit, in der alles und jedes unter Patentschutz gestellt wird, um damit nicht nur eigene Handlungsräume auszudehnen, sondern auch bei denen abzukassieren, die sich der geschützten Ansprüche unrechtmäßig bedienen wollen.
Solange auf der Welt konkurrierende Systeme bestehen, müssen sie sich auch schützen können vor der Habgier derer, die sie ohne eigenen Einsatz  für ihre Zwecke verwenden wollen. Diesen Schutz hat Deutschland, diesen Schutz hat Europa verdient. Insofern fordern die neuen patriotischen Volksbewegungen nichts weitere als das uns allen Zustehende. Wer sie als rechte Bewegungen diffamiert, verhüllt damit nur seine eigene Absicht, uns abzubringen von dem, was wir uns in langen Epochen erarbeitet haben. Nation und Volk, Staat und Gesellschaft, Heimat als durch besiedelten Raum geschaffene Identität sind eben mehr als ein in DM und Pfennig bewertetes Stück Land. Kulturelle Biotope sind die Entsprechung natürlicher Lebensräume, die in ihrer Summe die Vielfalt eines Kontinents und letztlich der gesamten Erde ausmachen. Wer daraus eine Monokultur machen will, versündigt sich nicht nur an der Schöpfung, sondern zeigt auch seine Verlogenheit, wenn er Vielfalt predigt, aber Monotonie erzeugt.
Wer – wie neuerdings ein federführender EU-Kommissar – die sogenannte Monokulturalität von Europas Staaten abschaffen will, indem er Kultur-, Sprach-, Sitten- und Religionsmixturen in den europäischen Nationen anrührt, der nimmt nicht nur der indigenen Kultur des jeweiligen Staates, sondern auch derjenigen der in diesen Staat Einströmenden den Lebensraum. Er zerstört Vielfalt durch Vermengung und Vereinheitlichung und wird damit nicht nur auf den Widerstand der jeweils einheimischen Bevölkerung, sondern auch auf den der eingewanderten Bevölkerungsteile stoßen. Dass die Natur selbst es ist, die Artenvielfalt hervorbrachte, die an Lebensräume und Lebensbedingungen angepasst ist, zeigt auf, wie unnatürlich und frustrierend ein solches uns aufgezwungenes Disneyland ist. Niemand will sich seine Identität nehmen lassen. Als Entwurzelter und Heimatloser wird er zum soziologischen und letztlich auch biologischen Nichts, einem Fremdkörper und Irrläufer, der seine Identität mit den angebotenen kommerziellen Ersatzwelten gestalten muss. Mit welchen expliziten Zielen diese unmenschliche und widernatürliche Ideologie gegen uns umgesetzt werden soll, darauf gehen wir weiter unten noch ein.
 

Die Kinder des alten Europa
Den Informierten unter uns ist ohnehin längst klar, dass die neuen Selbstbereicherer des Globalhandels außerhalb Europas lediglich mit den Perlen ihrer Vorfahren glänzen, dass sie ohne den europäischen Input in ihr System weder in Nordamerika, noch in Mittel- und Südamerika und auch nicht in großen Teilen Asiens und in Australien etwas Nennenswertes hätten auf die Beine stellen können. Die aus Europa wegen des dort mangelhaft funktionierenden Wirtschaftssystems „Kapitalismus“ Vertriebenen und in fremdes Terrain Umgesiedelten zehrten, als sie in die Landstriche fremder indigener Völkerschaften einfielen und beträchtliche Teile von ihnen einfach physisch beseitigten, weiterhin vom alten europäischen Kuchen. Darum drängten sie denen auch ihre Lebensphilosophie auf, die Arme und Reiche als selbstverständliche Volksteile des Systems ansah und konnten der Gleichberechtigung indianischer Stammesangehöriger wenig abgewinnen. Statt sich aber mit den indigenen Erstbesitzern des Landes zu arrangieren, ihnen ihr Land nicht einfach zu stehlen, sondern gemeinsam durch friedliche Integration und Assimilation etwas Neues zu schaffen, sich die klugen Gedanken dieser Leute anzuhören, dominierten sie sie einfach, exekutierten sie, verbannten sie in Reservate und machten sie zu Menschen zweiter und dritter Klasse. Da nützt es auch nichts, wenn diese Volksgruppen heute als „first nations“ bezeichnet werden. Damit ist nichts repariert und der entstandene Schaden ist nicht beglichen.
Nun aber, im Jahre 2016, soll den Nachkommen dieser Konquistadoren das alte Europa sozusagen als Rückeroberungskontinent dienen. Wir sollen, weil drüben in Amerika offenbar alles ausgelutscht, das System ad absurdum geführt und der Karren nicht mehr aus dem Dreck zu ziehen ist, nun für deren Fehler bluten. Mit schönen Schlagworten und falschen Versprechungen sollen wir alten Europäer als die eigentlichen Eltern der Neuen Welt nun für das Versagen unserer irgendwie missratenen Enkel haftbar gemacht werden, da die Kopie des Frühkapitalismus in Amerika offensichtlich nur für einen bestimmten Zeitraum, aber nicht für alle Ewigkeit funktioniert hat. Und solange sie funktioniert hat, tat sie dies auch nur unter Einsatz illegaler Mittel, durch Missbrauch importierter, rechtloser afrikanischer Arbeitssklaven, durch Ausbeutung des eigenen Landes und dann auch großer Gebiete Mittel – und Südamerikas  sowie auch bestimmter Regionen Afrikas sowie unter Zuhilfenahme finanztechnischer Tricksereien wie der künstlichen Geldvermehrung durch sogenannte Zinsen im kapitalistischen Geld- und Banksystem. Gründlich daneben gegangen, aber niemand will es zugeben. Man sucht die Sündenböcke lieber bei den europäischen Patrioten.
Kann es denn tatsächlich unsere Aufgabe als Europäer sein, diesen in ihre selbstaufgestellten Fallen geratenen Glücksrittern und Schnellschützen des Raubkapitals nun mit unseren wertvollen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Errungenschaften eines gemäßigten und am Gemeinwohl orientierten Wirtschafts- und Wertesystems in Form von Programmen wie TTIP und TISA ohne jede Gegenleistung zur Ausplünderung zur Verfügung zu stehen?

Trotzig und arrogant, unreif und maßlos wie schlecht erzogene Kinder behaupten diese Re-Konquistadoren nun, die damals schon das christliche Kreuz als ausreichende Rechtfertigung für ihre Taten und Untaten ansahen, alles gehöre ihnen, sie seien von Gott auserwählt, die ganze Welt sei eigentlich ihr Eigentum und die Alten in Europa hätten gefälligst den Mund zu halten, wenn sie nun sogenannte Freihandels-Knebelverträge auf den Tisch gelegt bekommen, von denen jene sich das Erreichen ihrer Ziele versprechen. Müssen wir Deutsche uns solchen Taschenspielertricks wirklich beugen, weil wir nach 1945 einer Wertegemeinschaft eingegliedert wurden, deren politische Hintergründe und Absichten wir gar nicht kannten und die uns bis heute vorenthalten werden?
Der Schluss liegt nahe, dass dies nichts weiter als einen Missbrauch der deutschen und der europäischen Kultur bedeutet, denn die Errungenschaften der französischen Revolution, die Befreiung vom absolutistischen Joch des Vatikans durch Martin Luther und die geistige und wissenschaftliche Aufklärung der europäischen Philosophen und Denker, die die Wurzeln der heutigen Industriezivilisationen Europas sind, tragen ein ganz anderes Potential in sich als nur das, der ökonomischen und sozialen Ausbeutung sowie einer narzisstischen Selbstvergötterung und politischen Dominanz der schnellsten und verschlagensten Mitbewerber in einem Markt von Waren und Dienstleistungen zu dienen. Der nun gepriesenen Kommerzialisierung der Welt muss ganz entschieden entgegengetreten werde, denn Unabhängigkeit von staatlicher Gängelung kann nicht bedeuten, dass die bisher die Regeln aufstellenden staatlichen Mächte ersetzt und nun einfach auf die Ebene von Unternehmen verlagert werden. Märkte brauchen Nationen und umgekehrt.
Und Demokratie kann nur in definierten Räumen stattfinden, in denen die jeweiligen in ihren Staaten lebenden Bürger sich beheimatet fühlen und für die sie ihre Kraft einsetzen. Niemand würde seine Kraft für ein gigantisches Hypersystem „Weltstaat“ einbringen, welches nur Anonymität und Vereinsamung erzeugt und den Menschen zur konsumierenden identitätslosen Ameise macht. Individualität und Selbstverwirklichung, Sinnfindung und Lebenszielbestimmung stehen dazu in krassem Gegensatz, denn diese können nur in funktionierenden Gemeinschaften erfahren werden.
Wenn Absolutismus und feudales Denken heute als überwunden betrachtet werden, kann man sie nicht einfach durch die Hintertür der Globalisierer wieder einführen. Insofern ist es nicht nur ein Gebot der Logik, sondern auch eines unseres unabhängigen, freiheitlichen und auf sozialen Ausgleich bedachten europäischen Selbstverständnisses, wenn wir TTIP, TISA und CETA sowie auch noch die Überwachung durch amerikanische Geheimdienste und Militärbasen auf unserem Grund und Boden strikt ablehnen müssen. Es gibt für all diese Spielchen für uns keinen Grund sie mitzumachen. Eine Teilnahme, eine Anerkennung und ein Sich-Überreden-lassen würde uns auf vergangene feudale Epochen zurückwerfen und die Errungenschaften der letzten Jahrhunderte.
Der Begriff der „westlichen Wertegemeinschaft“
Die europäische Kultur bietet ungleich mehr als die Möglichkeit freier Entfaltung und uneingeschränkter Umsetzung fortschrittlicher Ideen, sie ist auch eine Wertekultur, die wirtschaftlicher Nutzung und Ausnutzung Grenzen setzt und Richtschnur bietet für alle politischen und damit letztlich auch ökonomischen Entscheidungen.
Nach dem Ende des ersten Kalten Krieges ist es im westlichen Establishment üblich geworden, von einer sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“ zu sprechen. Aha, denkt man, die Modernisierer greifen also in die Schublade des alten Europas und suchen nach einem passenden Begriff.  War dieser Begriff etwa aus der Not geboren, dem anglo-amerikanischen Gewinn- und Besitzstreben, dem Bedürfnis nach Oberherrschaft in der westlichen Welt nun nachträglich eine moralische Legitimation zu verpassen oder war es eine bewusste Irreführung, wenn man hier von westlichen Werten sprach? Wollte man damit dem neuen Russland, der GUS, China, den BRICS-Staaten nicht einfach nur sagen: Halt mal, so könnt ihr nicht weitermachen, wir haben da noch ein Wörtchen mitzureden?
Hatte man dabei übersehen, dass es auch östliche Wertegemeinschaften gibt, die ihren Mitgliedern verteidigenswert erscheinen?
Und warum muss man dies alles verteidigen, wenn es doch von niemandem angegriffen wird? Warum muss sich eine NATO so weit nach Osten ausdehnen, wenn sie doch gar keine Bedrohung fürchten muss, sondern vom russischen Präsidenten immer wieder zur  Kooperation aufgefordert wurde? Solche Töne hatte es doch zu Zeiten des ersten Kalten Krieges nie gegeben, nicht wahr? Hat man dies im Westen nicht wahrgenommen oder passte es nicht in das Freund-Feind-Denken, das man möglicherweise weiterhin braucht, um militärische Optionen zur Durchsetzung globalwirtschaftlicher Interessen sinnvoll erscheinen zu lassen?
Und haben Russland und die GUS, hat nicht China längst das westliche Modell übernommen? Reichte das denn nicht aus, im Westen das Gefühl von Sicherheit zu erzeugen?
Und war es notwendig, im Irak, in Nordafrika, in Syrien und auch anderswo sich als westliche Wertegemeinschaft zu präsentieren und die dortigen Regime, in denen durchaus Stabilität herrschte, mit militärischer Gewalt zu beenden? Ging von diesen Staaten eine Bedrohung aus? Eine Bedrohung etwa für die größte Militärmacht der Welt, wie sie sich gern nennen?

Folgerichtig ist der Schluss:  Es war und ist offensichtlich eben doch das Streben nach Oberherrschaft, nach Hegemonie und Expansion, die hinter dem plakativen Begriff „Wertegemeinschaft“ stehen. Denken wir nur mal an das bekannte Brzezinski-Buch: Die einzige Weltmacht. Oder an die Bücher eines Thomas Barnett, Blue Print for Action und Pentagons New Map.

Sollte vielleicht etwas, dass nun mit ca. 1000 Militärbasen in aller Welt mehr oder weniger unverhohlen als eine geostrategisch angelegte Machtpolitik in Erscheinung tritt, sollte die politische und militärische Untermauerung und Absicherung privaten kapitalistischen Handelns nun mit einem Wertekanon legitimiert werden, der sich auch auf das Christentum bezieht? Darf sich eine solche Machtpolitik überhaupt christlich nennen, wo doch Teilen, Nächstenliebe und Verzicht auf eigene Vorteile wesentliche Maximen des christlichen Handelns sein müssen? Da die Religionen des Westens von ihrer Prägung her christlich sind, liegt es nahe, diese Grundsätze mit dem Begriff der „Wertegemeinschaft“ in Zusammenhang zu bringen.

  • Sind also „Freihandelsabkommen“ im Sinne des Kapitals christlich legitimierbar?
  • Ist die wirtschaftliche Vernichtung afrikanischer und südamerikanischer Kleinbauern, deren Produkte durch die Dumpingpreise global agierender Konzerne nicht mehr konkurrenzfähig sind, westlich-christlich begründbar?
  • Ist Landaufkauf und Landenteignung in Süd- und Mittelamerika und Afrika zugunsten globaler Konzerne westlich-christlich zu untermauern?
  • Ist die Vernichtung der Regenwald-Restbestände zugunsten der Anlage profitabler Palmölplantagen oder Sojakulturen christlich zu rechtfertigen?
  • Ist die Überfischung der Meere zwecks Belieferung von Feinschmeckerrestaurants ein durch christliche Überzeugungen bedingter Zustand?
  • Müssen unabhängige Herrscher des Ostens und Südens zu Schurken erklärt werden, damit internationale Konzerne Zugang zu deren Öl- und Bodenschätzen bekommen und ist dies mit christlichen Maximen zu rechtfertigen?

Die Liste könnte noch beliebig fortgesetzt werden.

Hatte man bei der Ausbreitung seiner Handels- , und nun inzwischen zum Globalhandelsanspruch ausgewachsenen Marktphilosophie also protestantisch-kalte Füße bekommen oder ein schlechtes Gewissen dem europäischen Abendland gegenüber, dass man eine Wertegemeinschaft benötigte? War einem das Eingeständnis von Expansionsdrang und Machtanspruch „im Zeichen des Kreuzes“ nicht geheuer und wollte man es weltlich verschleiern, indem man es nur „Wertegemeinschaft“ nannte? War das Bedürfnis nach moralischer Anerkennung die treibende Kraft einer nach wie vor auf Ressourcenausbeutung beruhenden Wirtschaftsweise, die sich nicht den Regelkreisläufen der Schöpfung unterwirft?

Wie wir schon aufzeigten – während der Zeit des ersten Kalten Krieges war von einer westlichen Wertegemeinschaft nichts zu hören, man brauchte dies nicht zu betonen, da man ein klar definiertes Feindbild hatte: Auf der einen Seite der Kommunismus mit seiner Theorie von der angeblichen Gleichheit aller Menschen und Bedürfnisse, seiner Gleichmacherei, Uniformität und seinem totalen System. Auf der anderen Seite der Westen mit seiner Demokratie, seinem an Geld orientierten Denken und seiner relativen Freiheit des Einzelnen. Dort der böse, hier der gute Teil der Welt. Das aber ist nun alles in Bewegung geraten. Was heute noch richtig und gut ist, kann morgen bereits falsch oder böse sein und umgekehrt, denn die Strömungen sind ineinandergelaufen, die Marschrichtungen sind für die Völker nicht mehr erkennbar, die Zukunft auf diesem Planeten ist ungewisser denn je.

Sozialismus-Recycling
Nach dem Niedergang des kommunistischen Weltteiles war auch der geliebte Feind, den man im Osten brauchte, abhanden gekommen. Die einst so machtvolle Ideologie war förmlich verdunstet und hatte ein Vakuum hinterlassen. Der Westen hatte ihr durch die Verweigerung neuer Kredite das Überleben unmöglich gemacht oder besser: der Kommunismus war als vorheriger Gegenpol des westlichen Systems überflüssig geworden. Man hatte längst etwas Neues ausgeheckt, um das politische Spannungsfeld am Leben zu erhalten. Auch die linken Bewegungen hatten nun den ideologischen Boden unter den Füßen verloren und warteten auf ein sinnvolles gesellschaftliches Recycling, um ihrer weiteren Existenzberechtigung Ausdruck zu verleihen. Da waren sogleich, wie auch schon 1917 in Russland bei der Beseitigung des Zarenreiches, die mächtigen globalen Kräfte hilfreich zur Stelle und boten den absterbenden Linken die Lösung. Die neuen Schlagworte und obersten Ziele heißen nun:

  • Konsum und Spaß für alle
  • Lustbefriedigung für alle
  • Gleichmachung aller Menschen
  • De-facto-Abschaffung der Geschlechter
  • Beseitigung der bisherigen Wertvorstellungen und Normen
  • Zerstörung der Nationen
  • Alle Menschen brauchen den gleichen Lebensstil
  • Alle brauchen die gleichen Produkte
  • Der Kommunismus ist tot, es lebe der Konsumismus! (dies jedoch unausgesprochen)
  • Solche verlockenden Angebote konnten die linken Systemveränderer von einst natürlich nicht ausschlagen. So leicht hatten sie sich den Übergang ins Paradies des Materialismus nun wirklich nicht vorgestellt. Über Nacht waren sie alle die Genossen der Bosse geworden, nachdem es ihnen nur einer von ihnen vorgemacht hatte.

Der Schulterschluss von rechts nach links, die Synthese aus These und Antithese war gelungen, die einst gegnerischen Lager befanden sich nun gemeinsam in einer neuen wie auch immer definierten Mitte. Die ehemaligen Salonrevolutionäre der Aussitzerrepublik, die noch kurz zuvor das Hohelied auf die Herren Mao und Marx gesungen hatten, hatten kaum ihre Turnschuhe ausgezogen, da waren sie schon aufgenommen in die elitären Kreise transatlantischer Klubs und westlicher Denktanks, wo sie vor erlauchtem Publikum mit wohlfeilen und wohl ausgefeilten englischen Formulierungen den Aufnahmeritus bestanden, um sich als die neuen Agenten des globalen Systems zu präsentieren. Das galt von nun an als „modern“. Die neue Zeit war angebrochen. Auch gegensätzliche politische Auffassungen,  wie sie sich in Parteien wiederspiegeln, waren Schnee von gestern. Der neue Block „globaler Produktwohlfahrt“ war durch nichts zu bremsen.
Und was von den alten Doktrinen noch nicht komplett umfrisiert war, übernahmen nun die Sozialingenieure der US-Ostküste sozusagen in Feinarbeit, indem sie eine verbindliche politische Einstellung konstruierten, die sie „politisch korrekt“ nannten, deren Korrektheit jedoch von keiner auf Analyse angelegten Kontrollinstanz und keiner auf politischer Vielfalt beruhenden Wahrheitskommission in Frage gestellt wird, weil sie von ganz oben (UNO) diktiert wird. Warum nimmt die halbe Menschheit dies hin, statt Kritik zu üben?

„Gender mainstreaming“ war eine der perfidesten Laborneuheiten dieser Sozialtechniker. Der neue Mensch. Ein homogenisiertes Wesen aus Mann und Weib, eine Art homunculus ex machina, neu konstruiert in beliebig viele geschlechtliche Abwandlungen mit beliebig vielen neuen Bedürfnissen für beliebig viele neue Dienstleistungen und Produkte. Sexuell bedingte Vermehrung als Grundlage und Sinn jeder Partnerbeziehung war unter den westlichen Nationen nun faktisch ausgeschlossen und konnte nur noch als Ausnahme von der Regel angesehen werden. Lust- und spaßorientiert muss Geschlechtsleben sein, mehr nicht, denn Brot und Spiele sind immer noch der beste Weg, die Menschheit von der brutalen Realität ihrer Lenker abzulenken. Auch über die Legalisierung von Rauschdrogen wird schon auf höchster Ebene nachgedacht.
Und wie ein Wunder erscheint das Wesen aus der Flasche, der neue Konsument, ganz auf sich gestellt, ohne Gemeinschaftsgeist, infantil gehalten, verantwortungsunfähig und damit vollkommen von systemischer Betreuung und Beaufsichtigung abhängig. Jegliche Bedrohung des universellen Machtanspruchs der Eliten von unten ist damit ausgeschlossen. Ein neuer sozial und geistig Be- bzw. Gehinderter als Standardmodell des homo sapiens 2.0. Ein homogenisierter sozialer Klon. Er steht auch der Weiterentwicklung durch gentechnische Manipulation und elektronische Implantate zur Verfügung, beliebig konstruierbar und steuerbar. Das alles mag noch ein wenig futuristisch klingen, aber wir sind auf dem Weg.
Zurück zum Europa der 80er und 90er Jahre.
Was blieb nun für die wahren Werte Europas, die Errungenschaften sozialdemokratischer bis sozialistischer Aktivisten? Wenn die linken Hoffnungen der Jugend auf eine bessere Welt aufgegeben waren, wo war nun das Ziel, wer gab die Richtung an?
Was war mit den internationalistisch und sozialistisch ausgerichteten Idealen? Kopf einziehen und weiter so? Aber wie denn?
Auch dafür war gesorgt. „Wir übernehmen“ hieß die Devise der führenden Unternehmen und der durch Lobbyisten daran hängenden Politiker sowie derjenigen Kreise und Klubs, die sich für zuständig hielten. Gerade noch mal rechtzeitig, um die politische Führung nach konservativen Prinzipien zu sichern und das Staatsschiff auf Kurs zu halten, hatte ein noch unter uns weilender Kanzler das Volk angesichts der neu entstandenen grün-roten Umwelt-, Protest- und Friedensbewegung beruhigt, die schon in großen Teilen das Erbe der Altmarxisten angetreten hatten. Er hatte die Losung ausgegeben: „Die Karawane zieht weiter“. Die neue deutsche Welle brachte einen Song hervor mit dem Text „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt“. Und die Bürgerinitiativen-Bewegung, die noch mit 500.000 Demonstranten im Bonner Hofgarten gegen die atomare Nachrüstung protestiert hatte, war kurze Zeit später bis auf wenige Reste zusammengeschmolzen und ins System integriert. Seitdem war die Jugend unpolitisch und unauffällig, der Idealismus wurde markttechnisch eingedampft, die Aufbrüche und politischen Frühlinge der 60er Jahre sind längst vom Staub der Jahrzehnte zugedeckt. Man gab sich und gibt sich modern und systemkonform, das ehemals Linke ist bereits fest in den Institutionen verankert. Die Revolution braucht nicht mehr stattzufinden, da sie sich bereits evolutiv eingenistet hat. Der Wind weht aus Westen und amerikanische Vorbilder sind das, wonach man strebt Hollywood und Disneyland, Geld machen, d.h. .unbegrenzt erscheinende und finanztechnisch geronnene Träume, Identifikation mit Action Heroes, Terminatoren (Endsieger) und Star Wars Kämpfern, Leben in Ersatzwelten (Cyber) und Paralleluniversen, so lauten die neuen Werteangebote des Westens. Die Welt wird ihnen zu klein. Aber wohin, wenn man seine Hausaufgaben längst nicht gemacht hat?

Und vergessen wir nicht: Feminismus, Sexualismus und Massenmenschentum haben als soziologisch ernstzunehmende Faktoren aus den letzten sechs Jahrzehnten überlebt und weitergewirkt und haben unter dem Stichwort „Gleichstellung“ schließlich so etwas wie eine Homogenisierung des Menschen zu einer einheitlichen Produktionsameise zustandegebracht, die nicht mehr gegen 400-€-Jobs aufmuckt und die die Regale der Supermärkte zu würdelosen Dumpinglöhnen füllt.
Und wenn wir uns dann die propagandistischen Werke des Herrn Barnett zu Gemüte führen, merken wir schnell, wohin die Reise der westlichen Wertegemeinschaft gehen soll. Ich zitiere hier nach Richard Melisch nur den ersten Punkt von Barnetts Forderungen für die Globalisierer: „Ein ungehinderter Strom von Einwanderern: Dieser wird nötig sein, um die abnehmende Bevölkerung der CORE-Länder durch Zuwande­rung aus dem GAP auszugleichen. Bis zum Jahre 2050 werden zwei Drittel der Neueinwande­rer in die USA lateinamerikanische Wurzeln besitzen. Schlimm schaut es in Japan und im ausländerfeindlichen Europa aus. In Europa tummeln sich zahlreiche rechtsgerichtete und einwanderungs­feindliche Politiker, die die schlimmsten Ängste der Bevölkerungen schüren. Anstatt nur 300.000, müsste Europa bis 2050 jährlich 1,5 Millionen Immigranten hereinlassen, um seine Bevölkerungsziffern konstant zu halten.“

Dass eine in den Core (Kern)-Ländern abnehmende Bevölkerung nach Barnetts Einschätzung nur durch Zuwanderung aus dem GAP (=Lücke, gemeint sind die Länder, die noch nicht zum US-Einflussbereich gehören) ausgeglichen werden kann, ist eine leicht zu durchschauende Behauptung, und sie ist gleichzeitig das Eingeständnis des Versagens derjenigen Nationen, die es nicht geschafft haben, ihre Bürger zum Kinderkriegen und damit zum Volkserhalt zu bewegen. Dass weiße Familien mit Kindern (!) aber gar nicht das beabsichtigte Zukunftsmodell sind, sondern dass es um etwas ganz Anderes, nämlich die Erschaffung einer neuen Einheitsrasse (s. Coudenhove-Kalergi, Paneuropa-Bewegung) geht, wird von Barnett ebenfalls erwähnt. Es zeigt, welches Spiel er hier spielt.
Davon einmal abgesehen, ist durch die enorme Steigerung der Produktivität durch Automation und Robotik in den westlich orientierten Ländern eine gleich starke Bevölkerung wie noch vor Jahrzehnten auch gar nicht erforderlich. Wenn Sozialabgaben, ähnlich wie Umweltabgaben, nicht an die Einkommen, sondern an die Produkte gekoppelt wären, die gekauft werden, dann würde sich hier eine neue Finanzierungsmöglichkeit von Altersrenten von selbst ergeben. Damit wird klar, dass Barnett und Konsorten eine reine Ideologie vertreten, nicht mehr und nicht weniger. Man könnte ihn als den Marx der Globalisierer bezeichnen.

Ist diese ideologische Umerziehung etwa das, was sich hinter dem Begriff „westliche Wertegemeinschaft“ versteckt ? Es erscheint als trojanisches Pferd mit einer christlich-demokratischen Außenhaut und einem globalfaschistischen Innenleben, welches keine Kritik duldet und kein Pardon kennt.
Gegen diesen unser Land und ganz Europa bedrohenden Irrsinn anzutreten, muss unsere Aufgabe sein. Ansonsten ist Deutschland, ist Europa als Kulturraum unrettbar verloren. Damit wäre der Tatbestand des kulturellen Elternmords durch die eigenen Kinder vollzogen.
Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte
Auch hier die ebenso vielzitierte wie beklagte Demografie. Haben denn Pillenknick, die Befreiung der Frau aus den Fängen des Mannes, der Karrierismus, das „mein Auto-mein Haus-mein Boot“-Denken etwas zu den europäischen Werten und zum Fortbestand unserer Länder beigetragen? War das Fortschritt in Richtung „Wertegemeinschaft“, war das gegenwartstragend und zukunftsführend?  Anscheinend wohl nicht.
Und nun grätschen Brzezinski, Barnett, Soros und andere in unsere Kultur hinein und propagieren „replacement migration“. Aber doch nicht, um uns am Leben zu halten. Mit einer solchen Total-OP wäre der Krebs am europäischen Wohlstandskörper nicht die Heilung, sondern der Exitus.
Aber wenn wir die Politik in den Händen derer belassen, die uns diese Lage nun beschert haben und die den Tanz auf dem Vulkan als die Musikrichtung der Zukunft propagieren, dann hilft uns nur noch Beten.

Heute merken wir, wo wir stehen. Ausländische Lebensgemeinschaften haben sich in diesem deutschen Nachkriegsgebiet, das immer noch unter der UNO-Feindstaatenklausel steht, dauerhaft angesiedelt und überwiegend so „integriert“, dass man von einer weitgehenden gegenseitigen Akzeptanz sprechen kann. Trotz anderer orientalischer Kultur, anderer Sprache, anderen Lebensweisen und Sitten. Aber nun werden der Zuwanderer ins Konsumparadies in rasantem Tempo immer mehr. Wo man früher mit „Gastarbeitern“ argumentierte, deren Einsatz aus der Retrospektive inzwischen als umstritten erscheint, heißt es heute „kulturelle Bereicherung“, „ausländische Fachkräfte“, „hilfsbedürftige Migranten“ .
Niemand von uns weiß, wer da alles wirklich hereinkommt und wer den behördlichen Segen überhaupt verdient hat. Militante sind darunter, aus Gefängnissen Entkommene, Kriminelle, Glücksritter und Wohlstandseroberer. Vielleicht auch ein paar Fachkräfte und dem Krieg Entflohene, die auf Rückkehr in die Heimat warten.

Ich frage Sie, liebe Leser, ernsthaft: Brauchen wir, ein kulturell wie auch wissenschaftlich und sozial reichhaltiges und entwickeltes Land, eine Bereicherung?  Sind wir etwa arm an Kultur? Arm an Fachkräften? Warum wandern denn immer mehr deutsche Fachkräfte nach USA aus?
Sind global orientierte Unternehmen nicht vielmehr an Billig-Fachkräften interessiert, statt an deutschen Fachkräften?  Interessiert diese Herrschaften Deutschland einen Scheißdreck oder warum der ganze Zirkus?
Ist die gutmenschlich unterlegte „Flüchtlingsaufnahme“ wieder nur einer jener Tricks, um uns die bittere Pille „Globalisierung“ schmackhaft zu machen?
Die neuen ausländischen, nicht integrierten und ganz überwiegend nicht integrierwilligen Gemeinschaften haben ihre eigene Sprache, ihre eigene Religion, ihre eigenen Eßgewohnheiten, ihren islamischen Verhaltenskodex. Sie sind Entwurzelte in einem fremden Land. Nur deswegen, weil sie bei deutschen Supermärkten kaufen, sind sie noch lange nicht integriert und dadurch auch nicht integrierbar. Und sie sollen sich ja auch nicht integrieren, wie der türkische Präsident Erdogan vor nicht allzu langer Zeit bereits in einer Rede an seine Landsleute in Deutschland bekräftigt. Er hat sie zum Türkischsein und Türkischdenken aufgefordert, nicht etwa zur Integration.
Aber diese Gemeinschaften kennen weder Pillenknick, noch Feminismus, noch Emanzipation, noch kennen sie Kindermangel. Sie heiraten früh, statt „sexuelle Erfahrungen“ zu machen wie die Westler sie glauben machen wollen, um sich dann nach drei Jahren Ehe wieder scheiden zu lassen. Und Karrieren werden in diesen Kreisen ganz überwiegend noch von Männern gemacht. Häufig mit Bargeld.

Und wie reagieren offizielle Vertreter der „Wertegemeinschaft“ auf diese Kreise? Eindeutig. Nächsten- pardon: fremdenliebend. „Sie gehören zu Deutschland“, sagt unser großer Vorsitzender mit der links-pastoralen Vergangenheit. Gehören zu, sind aber nicht Teil von…. Wir kennen die verlogenen Diskussionen. Sie sind jedenfalls nicht wegzudiskutieren und die über Jahrzehnte erfolgte Aufrechterhaltung ihrer islamischen Kultur nötigt durchaus unseren Respekt ab. Es gab allerdings auch keine großen Widerstände für sie. Sie hatten es leicht mit uns. Aber: Hätten sich ausgewanderte Deutsche in Amerika oder Australien so selbstverständlich selbstsicher und eigenständig aufgeführt und eingeführt, wären sie ganz schnell als „Nazis“ verschrien gewesen und hätten Probleme bekommen. Ausgewanderte Deutsche haben sich stets – und auch schon im 19.Jht. – an die neue Landeskultur angepasst, sich ins dortige System integriert, so gut sie konnten. Und vor allem  – sie mussten sich alle selbst über Wasser halten. Der Staat sprang nicht für sie ein.

Betrachten wir heute die nun zur Massenbewegung erweiterte Version der Einwanderung nach Europa, so sehen wir, was wir von Australien lernen können. „No way“ – wie Australien sich Eindringenden gegenüber äußert – ist eben doch ein Weg, aber ein Weg für die eigenen Interessen.
Wir in Europa können ebenfalls nicht die Ambulanz der durch eine verfehlte Globalpolitik geschädigten Menschen sein. Und wir helfen damit den so Entwurzelten auch nicht. Die Probleme müssen in Afrika und in Nahost gelöst werden. Die Milliarden aus dem Ölgeschäft dafür sind vorhanden.
Desintegrierte Konsumgesellschaften 
Ob die herrschenden ausländischen, meist islamisch orientierten Gemeinschaften aber mit einer westlichen Wertegemeinschaft überhaupt irgendwie konform gehen können und sie verteidigen werden, das ist die Frage. Wir haben zur Zeit den berechtigt gegenteiligen Eindruck. Mit der Masseneinwanderung werden den Blockparteien jedoch neue Wählerschichten zur Verfügung gestellt und den Weltunternehmen neue Konsumentenmassen zugeführt. Bisher immer noch auf Kosten des deutsche Steuerzahlers. Dies ist so erwünscht.
Die amerikanische Politologie-Professorin Kelly Greenhill hat in ihrem Buch „Die Waffe der Massenmigration“ (jetzt auch auf Deutsch erschienen) eindeutig beschrieben, welchen Zweck diese Wanderungen verfolgen, nur hat sie es bisher tunlichst vermieden, ihrem Buch einen aktuellen Teil über die nach Europa gerichtete Einwanderungswelle anzufügen.
Integrieren, was eigentlich sich einverleiben bedeutet, ist das falsche Wort, denn die europäische Wertegemeinschaft wird dadurch vollständig untergraben. Wenn ausländische islamische Mehrheiten unser Land und auch die anderen europäischen Länder eines Tages übernehmen werden, dann ist die Kohl’sche Karawane zum Stillstand gekommen und dann gibt es auch nichts mehr auszusitzen. Dann ist es zu spät. Dann werden die Schleier vor die Gesichter westlicher Ex-Feministinnen gezogen sein und die Kosmetikfirmen werden bankrott machen.
Vollzeitpolitiker sprechen gern von – ich nenne es mal: Vielfachkulturalität, um nicht das dummschwätzerische Wort „Multikulti“, besser aber „Muttikulti“ zu verwenden…
Dabei vernebeln sie völlig, dass die christliche Kultur in unserem Land faktisch längst aufgegeben wurde. Der Gott der Kirche wurde längst entmannt und in ein neutrales Fabelwesen transformiert. Da er alle Menschen liebt, liebt er auch die Abgewandelten, die kulturell Verirrten und Verarmten, die vom Glauben ab- und dem Konsum Anheimgefallenen.
Was soll’s? Die Bibel ist eh nur ein patriarchalisches Machwerk, das bereits in Neufassung umgeschrieben und zeitgeistig angepasst wurde.

Geschlechtsvereinheitlichung, wie schon erwähnt, auch „gender mainstreaming“ genannt, predigt den DEKONSTRUKTIVISMUS oder sollten wir einfacher sagen: Destruktivismus, also Zerstörung alles Gottgegebenen, Gewachsenen, Natürlichen, alles im Abendland von Christen Erkämpften und Erreichten. Es liegt nur eine handbreit neben dem biblischen Auftrag „ Macht Euch die Erde untertan“, denn zerstören ist auch untertan machen. Aber ist das richtig für die europäische Kultur?
Also weiter so mit dieser Form von westlichen Wertegemeinschaft? Oder doch lieber umkehren zu Vernunft und Mäßigung, zu wirklicher Vielfalt statt zu Vereinheitlichung und Monotonisierung ?
Das sind die Fragen, die sich nun der neuen politischen Bewegung stellen, denn die Gesellschaft als Ganzes schweigt dazu, sie schluckt, nimmt hin, ordnet sich unter und hat Angst vor Arbeitsplatzverlust, vor Diffamiertwerden und vor Ausgegrenztsein.
Die Krise der europäischen Kulturen steht vor einer harten Bewährungsprobe. Der Feind steht diesmal in Ost und in West. Alte und gewachsene Werte müssen nun der Abrissbirne globaler Neukonstruktionen und vorderasiatischer Religionsexporteure Stand halten und können auch standhalten, wenn sich Europäer auf ihre Fundamente besinnen und diese als die soliden Säulen der nächsten Jahrhunderte erkennen. So leicht wirft man keinen alten Baum um.

Ich komme zum Schluss:
Alles fließt… Panta rhei… wie Heraklit und Platon sagten. Aber wohin es fließt, das liegt ganz allein in unserer Hand. Ich kann Euch nur dazu aufrufen, die Felsen im Strom dieses Fließens zu sein und damit die Fließrichtung mitzubestimmen, bevor dieser Fluss zu einer einzigen großen und zerstörerischen Überschwemmung geführt haben wird.
Deutschland, auch wenn es immer noch nicht souverän ist, ist es wert. Europa, auch wenn es unter dem EU-und EURO-Diktat immer noch kein Europa wirtschaftlich gleichberechtigter und politisch unabhängiger Vaterländer ist, hat es ebenfalls verdient.


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