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Nestlé-Boykott: Ein kleiner schwä­bi­scher Geträn­ke­händler geht mutig voran

Edeka bereinigt seine Regale aktuell von Nestlé-Pro­dukten, jedoch leider eher aus preis­tak­ti­schen statt aus mora­li­schen Gründen.
Trotzdem schlägt diese Aktion große Wellen, denn viele Ver­braucher sehnen es geradezu herbei, dass jemand dem Lebens­mit­tel­gi­ganten endlich die Zähne zeigt. Der schwä­bische Geträn­ke­händler Grö­zinger handelt nun nach dem Motto: Wenn die Großen die Sache nicht anpacken, dann müssen halt wir Kleinen ran!
Die Art, wie Nestlé mit dem Trink­wasser der Men­schen in dürren Gebieten umgeht, stößt bei vielen ver­ant­wor­tungs­be­wussten Kon­su­menten auf Unver­ständnis und Ärger: Sau­beres Wasser sollte ein Men­schen­recht sein, und kein Han­delsgut, dass sich irgendein Konzern einfach unter den Nagel reißen kann!
Sicher gibt es immer wieder Kunden, die sich vor­nehmen, Nestlé-Pro­dukte zu boy­kot­tieren, doch das erweist sich als sehr mühsam, da das Schweizer Unter­nehmen eine Vielzahl ver­schie­dener Marken ver­treibt. Darum fällt der Wider­stand aktuell allzu schwach aus.
Doch was wäre, wenn der kleine Ein­zel­handel vor Ort endlich wach wird und sich ein Geschäft nach dem Nächsten ent­scheidet, die ent­spre­chenden Pro­dukte gezielt aus den Regalen zu nehmen?
Marco Grö­zinger, der einen lokalen Geträn­ke­handel in Ostelsheim betreibt, lässt nun einen lauten Start­schuss erschallen – wer wird sich außer ihm noch ins Rennen wagen?
Der Geträn­ke­händler postete vor kurzem die Nach­richt auf Facebook, dass er »ALLE Pro­dukte, die zum Nestlé-Konzern gehören, aus dem Pro­gramm nehmen« wird. Dieser Post ging viral und wurde im ganzen Netz gefeiert.
Marco Grö­zinger geht es vor allem darum, den lokalen Handel zu stärken, auch wenn das den Kunden am Ende ein wenig teurer kommt. Er selbst führt sein Fami­li­en­un­ter­nehmen in dritter Generation, mit dabei sind seine Eltern und zwei Angestellte.
Schon vor zwei Jahren hat er mit dem Auf­räumen begonnen und Nestlé-Getränke wie Perrier, Vittel und Nestea aus dem Sor­timent genommen, nun flogen die letzten ver­blie­benen fünf Artikel des Kon­zerns eben­falls raus.

„Mit den Kon­flikten, die Nestlé durch die Was­ser­ent­nahme auslöst, will ich nichts zu tun haben“, teilte Grö­zinger dem Han­dels­blatt mit. Auch Coca-Cola hat er auf dem Kieker, die Lebens­mit­tel­riesen sind ihm ins­gesamt ein Dorn im Auge.

Also begibt er sich auf die Suche nach regio­nalen Alter­na­tiven und hofft darauf, dass die Kunden sich nicht mehr so sehr von Werbung mani­pu­lieren lassen.
Und viel­leicht wünscht er sich ins­geheim auch, dass viele andere Läden seiner Ent­scheidung folgen. 

 


Quelle: pravda-tv.com und PublicDomain/trendsderzukunft.de