Politik

Rundfunkbeitrag – Ein Gewissenskonflikt?

14. Juni 2019

von Pierre Kranz

Kann die monatliche Zwangsabgabe wirklich zu einem Gewissenskonflikt führen? Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stellt die mediale Grundversorgung eines jeden Einzelnen sicher. Das klingt erst mal vernünftig und auch richtig. Doch eine Auswahl, welches Programm ich als meine eigene Grundversorgung mit meiner Monatsabgabe genießen möchte, gibt es nicht. Mit anderen Worten: Das Nachrichtenmonopol liegt einzig und allein in den Händen der selbsternannten Rundfunkanstalten.

Anlässlich des medialen Wandels der letzten Jahrzehnte und der damit verbundenen Anzahl an Nachrichtenquellen stellt sich also die Frage, ob nicht auch andere Nachrichtenredaktionen, wie Epoch-Times, RT-Deutsch, CNN, Fox-News, eine solche Grundversorgung zur Verfügung stellen könnten, wodurch jeder frei entscheidet, was er als seine persönliche Grundversorgung definiert. Vergleichbar ist diese Idee mit einem Internetzugang. So schließt jeder einen Tarif ab, mit welchem ihm der Zugang ins Internet gewährt wird. Öffnet man jetzt einen beliebigen Internet-Browser, so steht es jedem frei, welche Nachrichtenseiten er jetzt öffnet, um sich zu informieren.

Hilfe bei der Einordnung der Information! – So lautet der Leitsatz der Rundfunkanstalten

Das Narrativ uns die Welt so zu erklären, wie diese Sender sie empfinden, stößt bei vielen auf einen inneren Gewissenskonflikt.

Tagtäglich geschehen über dem gesamten Globus hinweg Millionen Ereignisse, die eine Daseinsberechtigung in den Nachrichten verdienen würden. Schaut man sich aber an einem Tag die Tagesschau sowie das heute-Journal an, so stellt man fest, die Priorisierung der Nachrichten ist immer identisch. In einer so pluralistischen Gesellschaft, mit tausenden Redakteuren und Journalisten, stellt sich die berechtigte Frage, wie es sein kann, dass die Priorisierung der Nachrichten sowie die Schlussfolgerung und Einordnung des täglichen Weltgeschehens so synchronisiert stattfindet. Wie kann das sein?

So berichtete die Tagesschau am 17.10.2015, anlässlich der Grenzöffnung, über eine von Menschen gebildete Lichterkette für Flüchtlinge in Berlin, an der 100.000 Menschen teilnahmen.
Allerdings stammten die gezeigten Aufnahmen aus dem Jahr 2003, bei denen Menschen gegen den damals bevorstehenden Irak-Krieg demonstrierten, denn in Wirklichkeit waren es in Berlin keine 100.000 Menschen, sondern lediglich 8.000. Diese Bewusstseinsbeeinflussung blieb selbstverständlich nicht unbemerkt. So heißt es in der oben verlinkten Tagesschau-Sendung:

„Der Beitrag zur Lichterkette darf aus redaktionellen Gründen nicht gezeigt werden, da in diesem Beitrag irrtümlich drei Sekunden Archivmaterial enthalten war, das wir nicht gekennzeichnet haben.“

Auf eine Anfrage hin vom Focus antwortete der Chefredakteur der Tagesschau Kai Gniffke:

„In dieser Sendung wurde auch Archivmaterial aus dem Jahr 2003 verwendet, aus dem auch in der Tagesschau insgesamt rund 3 Sekunden gezeigt wurden. Während im RBB im Text darauf hingewiesen wurde, dass es sich um Archivmaterial handelt, unterblieb in der Tagesschau dieser Hinweis. Auch wenn die Gesamtaussage dieses Nachrichtenfilms den Tatsachen entsprach, hätte die Verwendung der kurzen Archivbildsequenz natürlich unterbleiben müssen. Dieses Versäumnis bedauern wir“

Diese Stellungnahme ist natürlich an den Haaren herbeigezogen. Denn unabhängig von der Kennzeichnung eines aus dem Jahr 2003 stammenden Archivmaterials macht es keinen Sinn, dieses überhaupt in eine Berichterstattung einfließen zu lassen. Das ist, ob mit oder ohne Hinweis, schlicht und einfach Propaganda!

Realitätsverzerrungen dieser Art treiben immer mehr Menschen in einen Gewissenskonflikt. Mehr und mehr Menschen kommen aus ihrem inneren Herzen heraus zu dem Schluss:
Man könne diese, nach eigener Interpretation, tendenziöse und propagandistische Berichterstattung finanziell nicht mehr unterstützen.

Ein häufig fallendes Gegenargument lautet, man sei nicht gezwungen die Tagesschau zu schauen. Das ist ungefähr so, als würde man zu einem Pazifisten sagen, du musst zwar nicht in den Krieg ziehen, aber zahle doch bitte jährlich 1.000 Euro an die Waffenlobby.

Der Monatsbeitrag von 17,50 Euro hat lediglich einen Symbolcharakter. Es geht vielmehr darum, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass jeder mit seinem Monatsbeitrag diese Medienpropaganda mitfinanziert.

Abschließend möchte ich Sie, soweit noch nicht bekannt, auf die Internetseite Rundfunk-Frei aufmerksam machen. Eine bundesweite Selbstermächtigungsinitiative zur Befreiung vom Rundfunkbeitragszwang. Unter Federführung von Olaf Kretschmann haben Sie dort die Möglichkeit, Online-Befreiungsaktivist zu werden.


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