Warschau — Im Vorfeld des Jahrestages zum Ausbruch des 2. Weltkriegs bekräftigt der polnische Präsident Andrzej Duda die Forderungen seines Landes nach Reparationen. Das sei “eine Frage von Verantwortung und Moral”, sagte Duda der “Bild-Zeitung” (Samstagausgabe). “Der Krieg, über den wir heute sprechen, hat in Polen gewaltige Schäden verursacht.”

Weit größere Folgen habe der Krieg selbst verursacht: “Fast sechs Millionen polnischer Bürger wurden ermordet, unsere Städte in Trümmern, unsere Hauptstadt komplett zerstört. Polen lag am Boden. Keine Familie in Polen blieb davon verschont, jede Familie hat Angehörige verloren. Nicht nur Soldaten oder Partisanen. Die Großteil waren unschuldige Zivilisten, ermordet bei Razzien, Mordaktionen, in Ghettos und Konzentrationslagern. Wir vergessen das nicht: Rund die Hälfte der polnischen Opfer, drei Millionen, waren Juden, brutal ausgelöscht durch Hitlers Rassenwahn.” Dennoch sei das Verhältnis zwischen Polen und Deutschland heute “ein Vorbild für die Völker dieser Welt”. Duda sagte der “Bild” weiter: “Heute kann ich mit ganzem Herzen sagen: Polen ist frei. Wir haben die Geschichte niemals vergessen. Aber Deutschland und Polen haben sich ausgesöhnt, ganz und gar.”
Quelle: dts
























