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Politik

Das Kreuz mit den Konvertiten

13. Oktober 2019

Wenn jemand sich bewusst einer bestimmten Religion zuwendet, ist er in der Regel eifrig in der Befolgung der entsprechenden Regelwerke. Man kann das aktuell gerade bei den Jünger*innen der Klimakirche beobachten, die jeglichen Anstand über Bord werfen und sich in rasanter Geschwindigkeit radikalisieren. Immer mehr Brandanschläge werden gemeldet. Der orientierungslosen Groko-Regierung geht es wie dem Zauberlehrling. Die Geister, die man mit Fördergeldern, Appeasement, Windmühlen und Kampf gegen Rächts rief, wird man nicht mehr los. Die laufen aktuell nicht mit Wassereimern, sondern mit brennbarem Material herum. Dr. Merkel fehlen die Konzepte, um die Monster zum Stehen zu bringen.

Stehe! stehe! 
Denn wir haben 
Deiner Gaben 
Vollgemessen! – 
Ach, ich merk es! Wehe! wehe! 
Hab ich doch das Wort vergessen!

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Das betrifft aber auch andere Religionen mit Gewaltphantasien. Eine kämpferische globale Mission verfolgen die Klimakatastrophisten, Radikalveganer und Genderisten genauso wie die Stalinisten und die frommen Moslems. Seit Jahren plakatieren die Grünen die Scheinalternative: „Entweder Schluss mit Kohle oder Schluss mit Klima“. Wird da nicht eine apokalyptische Auseinandersetzung gefühlt und propagiert? Wähnen sich Greta, Soros, Rackete, Langstreckenluisa und Merkel als Agenten einer globalen Idee? Produzieren einige Groko-Großköpfe nicht auch Parolen einer mataphysischen Gewißheit statt demokratische Diskussionen auszuhalten?

In Paris hat ein moslemischer Konvertit ein 30-Zentimeter-Keramikmesser in eine Polizeiinspektion geschmuggelt und Kollegen gemessert. Die Frage, wie lasch in Frankreich die Eingangskontrollen in ein öffentliches Gebäude sind, lasse ich mal beiseite. Viel interessanter ist die Frage, wie der Koran auf den unvorbelasteten Leser wirkt.

Im Sommer 2000 hatte ich am Strand von San Elpidio den Koran gelesen. Das war vor Neun-Elf, vor dem Irak-Krieg und den Soros-Revolutionen in Arabien. Mein Interesse resultierte aus dem Afghanistan-Krieg und dem Tschetschenien-Krieg, denn die Moslems hatten Osteuropa auf den verschlungenen Wegen der Machtpolitik letztlich die Freiheit geschenkt, indem sie Russland in eine tiefe Krise stürzten oder zumindest die bestehenden technologischen Schwächen offenlegten.

Drei Tage klare Ansagen des Propheten, Moral und Rechthaberei in hohen Verabreichungen. Tolle Belohnungen für die Anhänger, und fürchterliche Strafen für Ungläubige sowohl vor als auch nach der Ankunft in der Hölle. Der Islam wartet nicht in jedem Fall das Jüngste Gericht ab, sondern straft im Auftrag Allahs selber, wenn es passt. Wer Gegner hat und von deren Vernichtung träumt, sollte den Koran lesen. Er kommt volle Kanne auf seine Kosten. Darin liegt der Reiz und die Anziehungskraft des Buches. Aber auch seine Gefahr. Ich erwischte mich beim Studium der Schrift einige Male, als ich mir genüßlich ausmalte, wie das grüne Führungspersonal geröstet, geköpft, gesteinigt und von hohen Türmen gestürzt wird. Statt „Schluss mit Kohle“, Schluss mit den Grünen? Solange ich das Buch las, war ich begeistert. Apokalypse now. Einmal träumte ich nachts wie Claudia Roth, Jürgen Trittin und Joschka Fischer in einem Käfig im Meer ertränkt werden. Es war ein Blasentraum. Ich musste vor Sechs raus aus dem Canadese und sah beiläufig einen wunderschönen Sonnenaufgang aus dem Meer. Es sieht aus, wie bei der Glasbläserei: Die Sonne reißt aus dem Wasser ab und einen Augenblick sieht man die Sonne und deren Widerschein auf dem Wasser. Sonnenuntergänge bieten dieses Schauspiel nicht, weil die Luft abends nicht klar ist.

Der Koran löst alle Probleme ganz banal. Alle Ungläubigen und Abweichler einfach versklaven oder tot machen, und dann ist Frieden. Der Kommunismus hatte ja dasselbe einfältige Konzept: Alle Kapitalisten und Kulaken, die bei drei nicht im Westen waren, ermorden und die soziale Gerechtigkeit herrscht. Der Nationalsozialismus wollte alle Probleme durch die Ausrottung der Juden lösen. Und dann käme endlich das zinsfreie Tausendjährige Reich.

Gegen diese naiven Säuberungsphantasien gibt es immer ein Rezept: Man muss sich die Landstriche ansehen, wo diese Konzepte verfolgt werden oder wurden. Den Nahen Osten und das Frankreich der Gegenwart, Deutschland 1945 oder das Sowjetimperium 1990. Dann werden Sie geholfen.

Drei Tage lang hatte ich mich radikalisiert, drei Tage dauerte die Normalisierung. Ich kann mich in die schöne neue Welt der religiösen Schwärmerei seit San Elpidio hereinversetzen. Konvertiten – gleich welcher Religion – sollte man bei Polizei und Militär nicht beschäftigen, auch wenn sie bisher noch so lieb waren wie der Pariser Ausraster.


Quelle: prabelsblog.de


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