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Hamburg: SPD stärkste Kraft – Scheitert die AfD an der 5-Prozent-Hürde?

23. Februar 2020

Die ersten Hochrechnungen in Hamburg prophezeien das Scheitern der AfD an der 5-Prozent-Hürde. Die Partei kommt laut Zahlen von Infratest im Auftrag der ARD bei der Bürgerschaftswahl auf 4,7 Prozent und ist laut Senderangaben sicher nicht mehr in der nächsten Bürgerschaft. Die weiteren Zahlen der Hochrechnung: SPD 37,6 Prozent, CDU 11,4 Prozent, Grüne 25,4 Prozent, Linke 9,1 Prozent, FDP 5,0 Prozent.

Erste Hochrechnung bestätigt AfD-Scheitern in Hamburg

Die AfD ist laut Prognosen von ARD und ZDF nicht mehr in der nächsten Bürgerschaft vertreten. Für die ARD sieht Infratest die AfD bei 4,7 Prozent, für das ZDF prognostiziert die Forschungsgruppe Wahlen 4,8 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 6,1 ProzentAuch die FDP muss bangen, beide Sender sehen die Liberalen bei 5,0 Prozent, bei der letzten Wahl waren es noch 7,4 Prozent.

Stärkste Kraft wurde klar die SPD, die auf 37,5 (ARD) bis 38,0 Prozent (ZDF) kommt. Das ist allerdings auch deutlich weniger als bei der letzten Bürgerschaftswahl 2015, als die Sozialdemokraten in der Hansestadt 45,6 Prozent holten. Die CDU wird kommt laut Prognosen auf 11,0 (ZDF) bis 11,5 Prozent (ARD), ein deutlicher Verlust im Vergleich zur letzten Wahl, als die Christdemokraten 15,9 Prozent holten. Deutliche Zugewinne holen die Grünen, die von beiden Sendern bei 25,5 Prozent gesehen werden. Das ist mehr als doppelt so viel wie 2015, damals holte die Öko-Partei 12,3 Prozent. Die Linken werden bei 9,0 (ARD) bis 9,5 Prozent (ZDF) gesehen, etwas mehr als die 8,5 Prozent vor fünf Jahren.

SPD hat in Hamburg drei Machtoptionen

Nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg hat die SPD trotz Stimmenverlusten als weiterhin stärkste Kraft wohl drei Machtoptionen. So ist komfortabel eine Fortsetzung von Rot-Grün möglich, die SPD könnte aber auch jeweils mit der CDU oder den Linken eine Regierungsmehrheit in der Bürgerschaft bilden. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak gratulierte den Sozialdemokraten.

„Es gibt nichts zu beschönigen, das ist ein historisch schlechtes Ergebnis und ein bitterer Wahlabend“, sagte Ziemiak am Sonntagabend. „Der Gegenwind vor allem aus Thüringen für die CDU Hamburg war enorm. Wir müssen offen darüber sprechen, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen.“ Für die AfD ist die Wahl voraussichtlich ein Debakel, laut Prognosen von ARD und ZDF verpasst die Partei mit 4,7 bis 4,8 Prozent den erneuten Einzug in die Bürgerschaft. Die letzten Umfragen hatten die AfD in Hamburg noch bei 6 bis 7 Prozent gesehen, die wurden allerdings überwiegend vor dem Anschlag in Hanau durchgeführt. Für diesen war der AfD vielfach in der politischen Debatte eine moralische Mitschuld gegeben worden.


über dts Nachrichtenagentur