Studien zeigen wie sich unsere Schlaf­ge­wohn­heiten auf unsere Herz­ge­sundheit auswirken

Neue For­schungs­er­geb­nisse zeigen, dass die Hin­zu­nahme von Schlaf zu sieben eta­blierten Mess­größen, ein stär­keres Instrument zur Vor­hersage des Herz­krank­heits­ri­sikos bei Erwach­senen mitt­leren und älteren Alters schaffen könnte.

Die vor­läu­figen Ergeb­nisse, die ver­gangene Woche bei den wis­sen­schaft­lichen Sit­zungen der Ame­rican Heart Asso­ciation zu Epi­de­mio­logie und Prävention/Lebensführung und kar­dio­me­ta­bo­li­scher Gesundheit in Phoenix vor­ge­stellt wurden, emp­fehlen, das Life’s Simple 7‑Maß der AHA für die kar­dio­vaskuläre Gesundheit in das „Simple 8 oder Essential 8“ zu ändern, um Schlaf­me­triken einzubeziehen.

„Schlaf ist wie Ernährung und kör­per­liche Akti­vität ein Gesund­heits­ver­halten, das wir täglich prak­ti­zieren“, sagte der Haupt­autor Nour Makarem, ein wis­sen­schaft­licher Mit­ar­beiter am Irving Medical Center der Columbia Uni­versity in New York. „Zunehmend wird er nicht nur mit dem Risiko von Herz­er­kran­kungen, sondern auch mit den Risi­ko­fak­toren, die zu Herz-Kreislauf-Erkran­kungen führen, in Ver­bindung gebracht. Trotz dieser Bedeutung hat der Schlaf im Gegensatz zu Ernährung und Bewegung weniger Auf­merk­samkeit erhalten und ist derzeit nicht in den Richt­linien zur Prä­vention von Herz-Kreislauf-Erkran­kungen oder als Maß für die kar­dio­vaskuläre Gesundheit enthalten.

Etwa vier von zehn Per­sonen berichten, dass sie durch­gehend gut schlafen, und mehr als 50 Mil­lionen Ame­ri­kaner leiden unter irgend­einer Art von Schlaf­störung. In einer wis­sen­schaft­lichen Erklärung der AHA aus dem Jahr 2016 hieß es, dass unzu­rei­chender und schlechter Schlaf sowie Schlaf­stö­rungen mit einem höheren Risiko für Herz­krank­heiten sowie mit meh­reren wich­tigen Risi­ko­fak­toren für Herz­krank­heiten wie Adi­po­sitas, Typ-2-Dia­betes und Blut­hoch­druck in Ver­bindung gebracht werden.

Das Instrument Life’s Simple 7, das 2010 zur Messung der kar­dio­vasku­lären Gesundheit einer Person geschaffen wurde, umfasst Metriken zu Tabak­konsum, Ernährung, kör­per­licher Akti­vität, Body-Mass-Index, Blut­druck, Gesamt­cho­le­sterin und Blutzuckerspiegel.

In der neuen Studie unter­suchten die For­scher, wie sich eine Kom­bi­nation ver­schie­dener Schlaf­me­triken in diesem Instrument auf die Ergeb­nisse der kar­dio­vasku­lären Gesundheit von 1.920 eth­nisch unter­schied­lichen Erwach­senen mitt­leren und älteren Alters aus­wirken würde, einer Bevöl­kerung, die als hoch­gradig gefährdet gilt, an einer Herz­er­krankung zu erkranken. Dann ver­glichen sie ihre Herz­ge­sund­heits­werte mit und ohne Schlaf­me­triken, um her­aus­zu­finden, welches das bessere Vor­her­sa­ge­instrument war.

„Selbst wenn man die Schlaf­dauer nur als achte Metrik der Herz­ge­sundheit hin­zufügt, wäre die Vor­her­sa­ge­fä­higkeit genauer als die tra­di­tio­nelle Life’s Simple 7“, sagte Makarem.

Bei­spiels­weise hatten Teil­nehmer, die zusätzlich zur Erfüllung der Life’s Simple 7‑Richtlinien sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht erhielten, eine bis zu 61% geringere Wahr­schein­lichkeit, an einer Herz­er­krankung zu erkranken.

Ihr Team unter­suchte auch die Hin­zuahme ver­schie­dener Schlaf­cha­rak­te­ristika, ein­schließlich der Schlaf­dauer, Schlaf­lo­sigkeit, exzessive Tages­schläf­rigkeit, Schlaf­apnoe, Schla­f­ef­fi­zienz (wie viel Zeit im Bett ver­bracht wird) und Schlaf­va­ria­bi­lität (unein­heit­liche Schlafpläne).

Wie frühere Studien zeigen die Ergeb­nisse eine starke Asso­ziation zwi­schen schlechtem Schlaf und schlechter kar­dio­vasku­lärer Gesundheit.

Die­je­nigen, die weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht bekamen, schnitten in Bezug auf die all­ge­meine kar­dio­vaskuläre Gesundheit schlechter ab und wiesen eine höhere Prä­valenz von Über­ge­wicht und Adi­po­sitas, Typ-2-Dia­betes und Blut­hoch­druck auf. Ins­be­sondere hatten Kurz­schläfer ein 25% höheres Risiko für eine schlechte kar­dio­vaskuläre Gesundheit, während Per­sonen mit Schlaf­apnoe eine mehr als 200% höhere Wahr­schein­lichkeit für eine schlechte Herz­ge­sundheit hatten als die­je­nigen, die länger schliefen. Per­sonen, bei denen die Schlaf­dauer und die Schlafzeit von einer Nacht zur nächsten vari­ierte, hatten ein 24% bzw. 31% höheres Risiko für eine schlechte Herz­ge­sundheit als Per­sonen, die nicht schliefen.

Durch das Hin­zu­fügen dieser und anderer Schlaf­me­triken zu den anderen Mes­sungen der Herz­ge­sundheit der Teil­nehmer wurden die Werte für ihre kar­dio­vaskuläre Gesundheit besser für das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkran­kungen prä­diktiv als bei der Ver­wendung der tra­di­tio­nellen sieben Metriken allein, sagte Makarem.

„Es ist an der Zeit, auf der Grundlage der Erkennt­nisse des letzten Jahr­zehnts die Dinge zu über­denken“, sagte sie. „Bei der Aktua­li­sierung der Ziele und Richt­linien für die Prä­vention von Herz-Kreislauf-Erkran­kungen halte ich es für wichtig, diese Metriken zu über­denken und sie auch auf den Schlaf aus­zu­dehnen“, sagte sie.

Dr. Deepak L. Bhatt, der nicht an der Studie beteiligt war, stimmte zu, dass gesunder Schlaf ein Teil der kar­dio­vasku­lären Gesamt­be­ur­teilung sein sollte.

„Ich denke, das wäre eine ange­messene Metrik“, sagte Bhatt, Geschäfts­führer der inter­ven­tio­nellen kar­dio­vasku­lären Pro­gramme am Brigham and Women’s Hos­pital in Boston.

Zwar hat die For­schung keine optimale Anzahl von Stunden ermittelt, die eine Person schlafen sollte, aber die meisten Studien haben ergeben, dass Schlaf unter sechs oder über neun Stunden das kar­dio­vaskuläre Risiko erhöht.

Diese Stunden kon­se­quent zu erreichen, kann jedoch eine Her­aus­for­derung sein.

Zu den Gewohn­heiten, die einen guten Schlaf fördern, gehören, so Bhatt, dass das Zimmer zur Schla­fenszeit so ruhig und dunkel wie möglich ist (keine LED-Leuchten, Fern­seher oder leuch­tende Telefon-Lade­geräte), dass man sich kurz vor dem Schla­fen­gehen nicht anregen lässt, dass man den Kof­fe­in­konsum ein­schränkt und dass man nicht zu spät in der Nacht eine schwere Mahlzeit zu sich nimmt.


Quelle: connectiv.events