Der linke Tagesspiegel hyperventiliert. Die Überschrift eines Gastartikels von Richard K, Sherwin lautet: „Elon Musk und Twitter als Dystopie – Ein Unternehmer auf dem Weg zur globalen Bedrohung“. Dieser Beitrag ist ein Musterbeispiel dafür, wie die linksgrüne Blase in hysterische Aufregung verfällt, weil es jemanden mit einem Riesenhaufen Geld gibt, wie Elon Musk, der ankündigt, auf einem großen, global eingeführten Sozialen Medium Meinungsfreiheit zu gewähren.
Verständlich. Die internationale Linke hat einen Jahrhundertkampf gefochten, sich gewandelt von einer echten Arbeiterbewegung gegen Not und Elend zu einer Schicht intellektueller, gouvernantenhafter Elfenbeinturmbewohner und sich auf ihrem „Marsch durch die durch die Instanzen“ an die Fleischtöpfe und die Schaltstellen der Meinungsmache vorgerobbt. Statt blutiger Revolutionen wandelte sich die linke Welteroberungs-Strategie zu einem moralischen Züchtigungs- und Einschüchterungskartell der Pseudogutmenschen, das systematisch jede abweichende Meinung bestrafen will, jeden aufmüpfigen Geist ins gesellschaftliche Abseits verbannen.

Sogar innerhalb der Familien ist das geistige Gefängnis schon etabliert. Wer von uns hat noch nicht im Familien- oder Freundeskreis die Erfahrung gemacht, dass schweigende, einsame, kritische Selbstdenker geradezu aufatmen, wenn sie mal unter vier Augen ihren Sorgen und ihrem Ärger Luft machen können. Aber immer wieder unterbrochen von „Sag das aber bloß nicht meinem Mann/meiner Frau/meinen Eltern, Kindern …“.
Kein Wunder, dass bei der Aussicht, auf Twitter könnte wieder eine freiere Rede erlaubt sein, das linksgrüne Meinungskartell aufjault. Einer davon ist Richard K. Sherwin.
„Er ist Autor und Professor für Rechtswissenschaften an der New York Law School. Dort führt er momentan das Projekt ‚Visual Persuasion‘ durch, das sich einem umfassenden Verständnis von Recht und Gesetz im Umfeld der modernen digitalen Welt widmet. Das Projekt möchte Anwält:innen, Richter:innen und Student:innen dabei unterstützen, neue digitale Anwendungen in traditionelle Rechtsprozesse zu integrieren.“
„Das Ziel des Visual Persuasion Project ist es, ein besseres Verständnis der Rechtspraxis, ‑theorie und ‑lehre im gegenwärtigen, von Bildschirmen dominierten, durchdringenden visuellen digitalen Zeitalter zu fördern. Das Projekt wurde 2005 gegründet, um die Kultivierung kritischer visueller Intelligenz zu untersuchen und voranzutreiben, kreative Visualisierungen von Beweisen, Fallerzählungen, politische Analysen und rechtliche Argumentationen zu inspirieren und Anwälten, Richtern, Jurastudenten und der Laienöffentlichkeit dabei zu helfen, sich neu zu integrieren visuelle Werkzeuge in traditionellere (textliche und verbale) Ansätze zur Rechtsanalyse.“
Es wäre ein eigener Artikel, diese typisch linksintellektuellen Formulierungen einmal zu analysieren. Wer sich öfter mit den Texten des WEF und der Stiftungen von Herrn George Soros, Bill Gates und anderen beschäftigt, kennt die Chiffren. „Ein besseres Verständnis … der Rechtspraxis im digitalen Zeitalter zu fördern … um die Kultivierung kritischer visueller Intelligenz … voranzutreiben … politische Analysen und rechtliche Argumentation inspirieren … Anwälten, Richtern, Jurastudenten und der Laienöffentlichkeit dabei zu helfen, sich neu zu integrieren …“
Das bedeutet eine direkte Einflussnahme auf das Denken und die Rechtsauffassung in der Rechtsprechung durch geschickte Manipulation via Filmen und Medien – also weg von den trockenen, juristisch exakten Texten, weg von dem akribisch sachlichen, un-emotionalen Abarbeiten von Tatmerkmalen und Schuldvoraussetzungen. „Neu integrieren“ bedeutet für Juristen, sich in eine moralische, schwammige, politisch ausgerichtete Rechtsprechung zu bewegen und der Einflussnahme von emotional eingefärbten Filmen und Diskussionen ausgesetzt zu werden. Das sagt schon der Name des Projekts erstaunlich deutlich: „Visual Persuasion Project“ heißt „Visuelles Beeinflussungsprojekt“.
Das englische Wort „Persuasion“ hat eine ziemliche Bedeutungspalette: Überzeugung, Glaubensrichtung, Überredung, Überredungskunst, Beeinflussung, Verführung, Überzeugungskraft, Überzeugungsarbeit.
Mit seinem Aufsatz im Tagesspiegel, im österreichischen Standard, im Project Syndicate, und vielen, vielen weiteren Veröffentlichungen weltweit bläst Herr Sherwin zur Jagd auf Elon Musk. Gibt man die Namen Richard K. Sherwin und Elon Musk in Google ein, erscheinen seitenlang Titel und Links in allen möglichen Sprachen von Beiträgen des Herrn Sherwin gegen Musk. Interessant, wie dominant sich Herr Sherwin schlagartig verbreiten kann. Offenbar hat man wirklich Angst vor einer großen Plattform mit freier Rede und schickt ihn an die Front – und die Medien gehorchen. Immerhin ist nun wieder einer der offensichtlich wichtigen Köpfe der linksgrünen Elite im Gefolge des WEF sichtbar geworden. Herr Sherwin verdient unsere weitere Aufmerksamkeit.
Herrn Sherwins Argumentation ist durchsichtig und wenig überzeugend. Wenn man den Inhalt einmal so liest, als richte er sich gegen Bill Gates oder George Soros, die über die Sozialen Medien und Google Macht haben und diese auch ausnutzen, passt der Artikel genauso gut:
„Die Mittel der Massenkommunikation haben sich seit Hearsts Zeiten verändert, nicht aber das Verhalten der Plutokraten. Bill Gates, der Twitter sehr effektiv zur Werbung für seine eigenen Unternehmen genutzt hat, hat erkannt, dass die Plattform einen bedeutenden Einfluss auf das heutige öffentliche Leben hat. (…) Bill Gates Behauptung, er werde den ‚öffentlichen Platz‘ der Gesellschaft retten, ist im Grunde genommen falsch. Er wird ihren Zerfall vorantreiben, indem er zulässt, dass sie von giftiger Desinformation überschwemmt wird, einschließlich tiefgreifender Fälschungen, fader Propaganda, Aufrufen zur Gewalt, Doxing und anderen Formen illiberaler, gegen die Meinungsfreiheit gerichteter Handlungen.“

Denn, dass in den freien Sozialen Plattformen nun digitaler Mord & Totschlag ungeahndet wuchern kann ist Unsinn. Aufrufe zu Gewalttaten, echte Beleidigungen, Persönlichkeitsrechtsverletzungen sind in den jeweiligen Ländern sowieso unter Strafe gestellt.
Als Beispiel, wie schlimm Desinformation die Gesellschaft untergrabe, bringt Herr Sherwin den Prozess gegen den freien US-Amerikanischen Sender von Alex Jones:
„Dazu gehört auch seine (Alex Jones) ungeheuerliche Behauptung, dass das Schulmassaker von Newtown im Jahr 2012, bei dem ein Bewaffneter 26 Menschen (20 davon Sechs- und Siebenjährige) ermordete, von „Krisendarstellern“ inszeniert wurde. Ein Gericht in Connecticut hat diese Ansicht gerade zurückgewiesen und Jones dazu verurteilt, fast eine Milliarde Dollar an die Familien der Opfer von Newtown zu zahlen.“
Alex Jones muss also eine astronomische Summe zahlen muss, weil er das Leid der Angehörigen der Opfer durch seine Darstellung der Dinge vergrößert hat. Was ist mit den Angehörigen der Opfer durch Migrantengewalt? Musste Twitter, Youtube, Facebook etc. jemals Bußgelder zahlen dafür, dass Kritik an den lächerlichen Strafen für die Täter wegen Rassismus weggelöscht wurde? Vergrößert das nicht das Leid der Angehörigen? Warum toben im Frankreich denn jetzt die Proteste gegen die importierte Gewalt, der die kleine Lola zum Opfer fiel? Das Kind wurde bestialisch gefoltert, vergewaltigt und ermordet – und alles, was darüber nicht politisch korrekt gepostet wird, wurde und wird gelöscht. Hundertfach, tausendfach.
Herr Sherwin sorgt sich um die Spaltung der Gesellschaft? Genau diese überbordende Zensur hat sie geschaffen. Die Spaltung vollzieht sich bereits seit Langem. Die Cancel-Kultur und die Zensiererei hat die eine Hälfte der Gesellschaften in die alternativen, freien Sozialen Medien abwandern lassen und die andere Hälfte, die sich im konformen Rahmen des Denkens und Meinens bewegen, bleiben in den überwachten Medien – in dem Glauben, es gebe jetzt keine nennenswerten anderen Meinungen mehr. Damit ist der Diskurs tot und jeder lebt, denkt und postet in seiner eigenen Blase. Das zementiert und vertieft die gesellschaftliche Spaltung. Es gibt keine Diskussion mehr, keinen Dialog.
Ein freieres Twitter könnte – im Gegenteil — den Dialog auf dem „Marktplatz“ der Meinungen wieder ermöglichen. Aber das ist ja genau nicht gewollt. Die Zensiererei hatte ja gerade zum Ziel, dass die unkonformen Meinungen nicht mehr wahrgenommen werden. Nun haben die globalen Zuchtmeister eine doppelte Niederlage: Zum Ersten haben die „Bösen“ bereits ihre eigenen Plattformen. Das wäre den Welteliten ja noch egal, wenn die Zahl der Nicht-Konformen nicht so stark und so schnell wachsen würde. Aber zum Zweiten: Das weltweit dominante „Twitter“ wird jetzt von mittlerweile argumentativ erfahrenen Nichtkonformen wieder mehr genutzt werden. Die „Konformen“ werden sich damit auseinandersetzen müssen. Die „Nichtkonformen“ auch. Das ist sicher nicht reibungsfrei, aber wird auch dazu führen, dass man wieder miteinander redet.

























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