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Polen will Nord-Stream-Bomber poli­ti­sches Asyl anbieten — Wolo­domyr Z. soll sogar eine Medaille erhalten

Polens Außen­mi­nister Radoslaw Sikorski dankte den USA für die Sprengung der Nord-Stream-Pipeline im Sep­tember 2022. Nun ist er bereit Wolo­dymyr Z. nicht nur Asyl zu gewähren, sondern ihm auch eine Medaille zu verleihen.

Polen schützte und schützt die Täter

Der pol­ni­schen Zeitung Rzecz­pos­polita zufolge, die sich auf gut infor­mierte Quellen beruft, hat Sikorski kürzlich über seinen Asyl- und Medail­len­vor­schlag gesprochen. Das deutsche Ermitt­lungs­ver­fahren zum Nord-Stream-Anschlag wird von der Bun­des­an­walt­schaft gemeinsam mit der deut­schen Polizei geführt und umfasst ein sie­ben­köp­figes Ermitt­lungsteam. Laut Rzecz­pos­polita erließ die deutsche Staats­an­walt­schaft am 21. Juni 2024 einen Euro­päi­schen Haft­befehl gegen Wolo­dymyr Z., der sich damals in Pruszków bei War­schau befand. Wenige Tage nach dem Besuch der deut­schen Bun­des­kanz­lerin in War­schau am 2. Juli soll der Ver­dächtige Polen am 6. Juli in einem Auto mit ukrai­ni­schem Diplo­ma­ten­kenn­zeichen ver­lassen haben. Pol­nische Staats­an­wälte behaup­teten später gegenüber Reuters, der Haft­befehl sei ihnen erst nach dem 6. Juli zugegangen.

Merk­würdige Heldenverehrung 

Auch deutsche Medien äußerten sich ver­ärgert über das Vor­gehen Polens. Der Spiegel beschreibt, wie von pol­ni­scher Seite deut­schen Beamten gesagt wurde: »Warum sollten wir ihn ver­haften? Für uns ist er ein Held.« Die ARD, Süd­deutsche Zeitung und Die Zeit berich­teten eben­falls über man­gelnde pol­nische Koope­ration und das Fehlen von Kame­ra­auf­nahmen aus Koło­brzeg, wo die Angrei­fer­gruppe mit dem gechar­terten Schiff Andromeda angelegt haben soll. Sikorski, ein libe­raler und glo­ba­lis­ti­scher Poli­tiker, der mit der ame­ri­ka­ni­schen neo­kon­ser­va­tiven Kriegs­en­thu­si­astin Anne App­lebaum ver­hei­ratet ist, war zuvor ein bekannter Gegner der Nord-Stream-Leitung. »Danke, USA«, schrieb er als EU-Par­la­men­tarier nach dem Angriff in einem X‑Post, der später nach Kritik, auch aus den USA, gelöscht wurde.

Sikorski mit kryp­ti­schen Äußerungen

Als Außen­mi­nister äußerte sich der links-liberale Poli­tiker im März 2024 gegenüber Rzecz­pos­polita zu seiner Sicht auf die Ver­ant­wort­lichen des Anschlags: »Glaubt man der Presse, war der­jenige, der ein Interesse daran hatte, der Täter. Und die ame­ri­ka­nische Seite wusste im Voraus Bescheid und ver­hin­derte den Anschlag nicht.« Laut Rzecz­pos­polita wartet Italien nun darauf, Serhij K., der in der Nähe von Rimini fest­ge­nommen wurde und als Koor­di­nator der Gruppe gilt, zur Pro­zession an Deutschland aus­liefern zu können. Ein wei­terer der sieben Namen, Wsie­wolod K., soll in der Ukraine im Kampf gefallen sein.

Zuerst erschienen bei freiewelt.net.

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