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Steve Wozniak schlägt Alarm: Das Abo-System macht Nutzer zu Besitz­ob­jekten der Tech-Kon­zerne — Apple-Mit­gründer warnt: “Ihr gehört Big Tech”

Wer heute glaubt, er besitze noch seine Geräte, Filme oder Daten, lebt in einer Illusion. Aus­ge­rechnet ein Mann, der die digitale Revo­lution mit­be­gründet hat, zieht nun die Not­bremse. Steve Wozniak, Mit­gründer von Apple, bringt es unmiss­ver­ständlich auf den Punkt.

 

Was einst als Befreiung begann – der Per­sonal Com­puter als Werkzeug des selbst­be­stimmten Men­schen – hat sich in sein Gegenteil ver­kehrt. Aus Eigentum wurde Zugriff, aus Kon­trolle wurde Abhängigkeit.

Die stille Revo­lution des Abosystems

Früher kaufte man Software. Man instal­lierte sie, nutzte sie, behielt sie. Sie gehörte einem – tech­nisch wie rechtlich. Heute hin­gegen “abon­niert” man Funk­tionen, zahlt monatlich und bleibt dabei stets unter Vor­behalt. Funk­tionen ver­schwinden, Preise steigen, Zugänge werden gesperrt.

Diese Ent­wicklung wird als Fort­schritt ver­kauft. Tat­sächlich handelt es sich um eine schlei­chende Ent­eignung. Der Nutzer bezahlt nicht mehr für ein Produkt, sondern für die tem­poräre Erlaubnis, es zu verwenden.

Das ist kein Zufall, sondern System. Ein Abo-Modell garan­tiert dau­er­hafte Ein­nahmen und maximale Kon­trolle. Wer zahlt, bleibt gefangen. Wer nicht zahlt, ver­liert den Zugang zu dem, was er bereits auf­gebaut hat – sei es Software, Medien oder per­sön­liche Daten.

Der Nutzer als Produkt

Noch gra­vie­render ist die zweite Ebene dieser Ent­wicklung: der sys­te­ma­tische Zugriff auf per­sön­liche Daten.

Moderne Geräte – vom Smart­phone bis zum Fern­seher – sind längst keine neu­tralen Werk­zeuge mehr. Sie beob­achten, ana­ly­sieren und melden zurück. Jeder Film, jede Such­an­frage, jede Gewohnheit wird erfasst und ausgewertet.

Besonders perfide wird dies am Bei­spiel soge­nannter “Smart TVs”. Geräte, die angeblich Komfort bieten, ent­wi­ckeln sich zu Über­wa­chungs­in­stru­menten im Wohn­zimmer. Wer Strea­ming­dienste nutzt, liefert zugleich ein detail­liertes Profil seines Kon­sum­ver­haltens – ver­wertbar für Werbung, Preis­ge­staltung und gezielte Beeinflussung.

Was hier geschieht, ist nichts anderes als die Umkehr des Eigen­tums­ver­hält­nisses. Der Kunde besitzt nicht mehr das Gerät – das Gerät besitzt den Kunden.

Die Ideo­logie hinter der Kontrolle

Diese Ent­wicklung fällt nicht vom Himmel. Sie ist Aus­druck einer tie­fer­lie­genden Ideo­logie: der Auf­lösung indi­vi­du­eller Sou­ve­rä­nität zugunsten zen­traler Steuerung.

Big Tech prä­sen­tiert sich als Dienst­leister, agiert aber als Infra­struk­tur­herr­scher. Wer die Plattform kon­trol­liert, kon­trol­liert den Zugang zur Rea­lität. Kom­mu­ni­kation, Infor­mation, Unter­haltung – alles läuft über wenige Kon­zerne, die nach eigenen Regeln ent­scheiden, was möglich ist und was nicht.

Hier zeigt sich eine gefähr­liche Nähe zu anderen Macht­struk­turen unserer Zeit: supra­na­tionale Büro­kratien, globale Netz­werke und ideo­lo­gisch getriebene Eliten, die den Ein­zelnen nicht mehr als freien Bürger, sondern als ver­waltete Einheit begreifen.

Der Verlust von Eigentum ist kein tech­ni­sches Detail. Er ist ein Angriff auf Freiheit, Ver­ant­wortung und letztlich auf die Würde des Menschen.

Wider­stand beginnt im Kleinen

Es gibt Auswege, auch wenn sie unbequem sind. Lokale Spei­cherung statt Cloud, phy­sische Medien statt Streaming, bewusster Ver­zicht auf “smarte” Funk­tionen – all das sind kleine Akte der Selbstbehauptung.

Doch das eigent­liche Problem lässt sich nicht durch indi­vi­duelle Tricks lösen. Es braucht ein neues Bewusstsein für den Wert von Eigentum und Kontrolle.

Wer seine Werk­zeuge nicht mehr beherrscht, wird selbst zum Werkzeug. Wer seine Daten aus der Hand gibt, ver­liert ein Stück seiner Per­sön­lichkeit. Und wer sich an die per­ma­nente Abhän­gigkeit gewöhnt, ver­lernt, frei zu sein.

Die digitale Leib­ei­gen­schaft ist kein Zukunfts­sze­nario – sie ist längst Rea­lität. Die ent­schei­dende Frage lautet nicht mehr, ob wir kon­trol­liert werden, sondern ob wir bereit sind, uns dagegen zu wehren.

Der Artikel erschien zuerst bei freiewelt.net.

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