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Den EU-Ländern fehlen immer mehr Sol­daten — Wie­der­ak­ti­vierung der Wehr­pflicht rückt immer näher

In Europa gehen Länder unter­schiedlich mit dem Mili­tär­dienst um. Deutschland ver­zeichnet stei­gende Zahlen von Kriegs­dienst­ver­wei­gerern, andere Länder (u. a. Kroatien) führen die Wehr­pflicht wieder ein.

 

Stei­gende Kriegs­dienst­ver­wei­gerung in Deutschland

Im 1. Quartal 2026 wurden in Deutschland 2.656 Anträge auf Kriegs­dienst­ver­wei­gerung gestellt. Das sind fast so viele wie im gesamten Jahr 2024 (2.998). Im Vorjahr stieg die Zahl bereits auf 3.867 Anträge; dieses Jahr könnte den höchsten Stand seit Aus­setzung der Wehr­pflicht 2011 erreichen.

Sicher­heits­po­li­ti­scher Kontext

Es gibt mehrere Gründe für diesen Anstieg. Ganz oben steht der anhal­tende Ukraine-Krieg ohne abseh­bares Ende. Hinzu kommen die wach­sende Unsi­cherheit in Europa sowie Span­nungen innerhalb der NATO.

Neuer Wehr­dienst in Deutschland 

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die ver­pflich­tende Erfassung aller 18-jäh­rigen Männer. Sie müssen einen Fra­ge­bogen aus­füllen und sich ver­pflichtend mustern lassen. Der Wehr­dienst bleibt vorerst frei­willig, dis­ku­tiert wird die Ein­führung einer mög­lichen Bedarfs­wehr­pflicht, falls sich zu wenige Frei­willige finden.

Unein­heit­liche Rege­lungen in Europa

Es gilt eine Wehr­pflicht in min­destens 10 EU-Ländern; die gilt aller­dings meist nur für Männer. Nur in wenigen Ländern gilt sie auch für Frauen (z. B. Dänemark, Schweden). Die Dauer der Wehr­pflicht variiert stark von 2 bis 15 Monaten.

Per­so­nal­pro­bleme der Armeen in EU-Ländern

Die euro­päi­schen Streit­kräfte schrumpften von 2010 bis 2020 im Schnitt um 16 Prozent. Ursachen sind die niedrige Bezahlung, die schwierige Ver­ein­barkeit mit dem Pri­vat­leben wie auch ein kri­ti­siertes Arbeitsumfeld.

Zuerst erschienen bei freiewelt.net.

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