Die gesetzliche Pflegeversicherung steuert auf ein großes Finanzproblem zu. Es droht ein Defizit von bis zu acht Milliarden Euro im kommenden Jahr. Nun wird mit Sparmaßnahmen bei der Pflege gerechnet, während beim Rüstungsprogramm aufgestockt wird.
Seit der Reform von 2017 gibt es fünf Pflegegrade statt drei Pflegestufen. Dadurch erhalten deutlich mehr Menschen Leistungen. Die Zahl der Anspruchsberechtigten hat sich auf über sechs Millionen verdoppelt und liegt weit über den damaligen Prognosen. Die Ausgaben steigen deshalb deutlich schneller als die Einnahmen.
Darlehen des Bundes reichen nicht aus
Bereits in diesem Jahr braucht die Pflegeversicherung Kredite vom Bund, um zahlungsfähig zu bleiben. Ein Darlehen von 3,2 Milliarden Euro wird voraussichtlich nicht bis Jahresende reichen. Für 2027 rechnen Experten mit einem Loch von rund acht Milliarden Euro. Das entspricht mehr als einem Zehntel der jährlichen Ausgaben von etwa 70 Milliarden Euro.
Reform soll das System stabilisieren
Die frühere Gesundheitsministerin Nina Warken hatte bereits vor einer Lücke von 7,5 Milliarden Euro 2027 und über 15 Milliarden Euro 2028 gewarnt. Ein Gesetzentwurf sieht Ausgabenbremsen und Mehreinnahmen vor. Der neue Gesundheitsminister will jedoch bestimmte Einsparungen bei pflegenden Angehörigen vermeiden. Kassen fordern zusätzlich, dass der Bund offene Corona-Kosten von mehreren Milliarden Euro erstattet.
https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion/familie/pflegekasse-droht-milliardenloch-bis-zu-acht-milliarden-euro-fehlen-2027/44991























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