Luft­auf­nahmen von Frontex lassen üblen Ver­dacht auf­kommen: Arbeitet Sea Watch mit Schleusern und sogar Dro­gen­händlern zusammen?

Ein Video der euro­päi­schen Grenz­schutz­be­hörde Frontex doku­men­tiert eine Aktion der deut­schen Orga­ni­sation Sea-Watch. Die Auf­nahmen sollen einen Einsatz vom 11. Mai zeigen. Darauf ist zu erkennen, wie Schlauch­boote der Sea-Watch auf ein wei­teres Boot zusteuern. Kurz darauf ver­lassen Men­schen mit Schwimm­westen ein Schnellboot.

Berichten zufolge über­gaben fünf Schleuser rund 90 Migranten an die Besatzung der Sea-Watch. Die Schleuser sollen bewaffnet gewesen sein und Sturm­hauben getragen haben. Die Sea-Watch wartete dem­zu­folge 55 See­meilen nördlich von Tri­polis auf das Boot. Die Migranten stammten größ­ten­teils aus Ban­gla­desch. Frontex bestä­tigte, dass an jenem Tag ein Flugzeug der Behörde in dem Gebiet im Einsatz war.

Die Geste der Schleuser nach der Übergabe wirft neue Fragen nach Absprachen auf

Nach der Übergabe der Migranten winken die Schleuser und recken den Daumen nach oben. Diese sichtbare Zustim­mungs­geste nährt den Ver­dacht, dass es sich nicht um eine zufällige Begegnung han­delte. Ita­lie­nische Behörden ermitteln inzwi­schen wegen Bei­hilfe zur uner­laubten Ein­reise gegen die Organisation.

Wenn Schleu­ser­routen und Dro­genwege sich decken, ent­steht ein zusätz­licher Schatten

Brisant wird die Situation dadurch, dass die Routen der Schleuser im Mit­telmeer sich mit den bekannten Wegen von Dro­gen­händlern über­schneiden. Diese geo­gra­fische Über­ein­stimmung eröffnet den Blick auf mög­liche wei­ter­rei­chende Ver­bin­dungen, die über die reine Migration hin­aus­gehen könnten. Ermitt­lungen von Europol und Berichte des United Nations Office on Drugs and Crime (UNODC) zeigen zunehmend, dass kri­mi­nelle Netz­werke nicht mehr strikt getrennt agieren, sondern die­selben Infra­struk­turen nutzen.

Sea-Watch spricht von selek­tivem Aus­schnitt und bestreitet jede Verabredung

Die Orga­ni­sation weist die Vor­würfe zurück. Die ver­öf­fent­lichten Auf­nahmen zeigten lediglich einen selek­tiven Aus­schnitt. Es bestehe weder ein Ver­hältnis noch irgendeine Form der Kom­mu­ni­kation oder Ver­ab­redung mit den Schleusern.

https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion-hh/politik/arbeitet-sea-watch-mit-schleusern-und-sogar-drogenhaendlern-zusammen/44690

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