Die italienische Regierung hat gegen die Besatzung der Sea-Watch 5 durchgegriffen. Eine Geldstrafe von 7500 Euro und ein 45-tägiges Auslaufverbot treffen das unter deutscher Flagge fahrende Schiff.
Innenminister Matteo Piantedosi wirft der Crew vor, erneut geltende Verpflichtungen bei Einsätzen auf See missachtet zu haben, wie die Zeitung “Junge Freiheit” berichtet. Such- und Rettungsmaßnahmen auf See müssten von den zuständigen Staaten geleitet und koordiniert werden, nicht von Nichtregierungsorganisationen, betonte Piantedosi. Nach italienischem Recht kann der Innenminister Schiffen den Aufenthalt im Küstenmeer untersagen, wenn sie bei einem Rettungseinsatz nicht sofort das Maritime Rescue Coordination Centre und den Flaggenstaat informieren. Dieses Piantedosi-Dekret gilt seit 2023.
Als Rettung getarntes Schleppertum von illegalen Migranten
Die Besatzung der Sea-Watch 5 erklärte, sechs Menschen in internationalen Gewässern aus dem Wasser geholt zu haben. Sprecherin Giulia Messmer nannte die Strafe eine aktive Behinderung von Nothilfe statt Migrationspolitik. Die Organisation widerspricht der Darstellung des Ministers. Direkt nach der Rettung sei ein nicht identifizierbares libysches Schiff nähergekommen, dessen Besatzung sie mit einer Schusswaffe bedroht habe. Anschließend habe man alle zuständigen Stellen informiert, darunter das Auswärtige Amt und das MRCC Bremen. Außerdem seien acht Leichen geborgen worden.
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Vize-Regierungschef Matteo Salvini kündigte an, Italien werde solange keinen einzigen illegalen Einwanderer aus Deutschland mehr aufnehmen, wie deutsche Hilfsorganisationen im Mittelmeer unterwegs seien. Seit Jahresbeginn sollen rund 2200 Asylbewerber auf diese Weise nach Italien gebracht worden sein.
Ein bekanntes Spiel wiederholt sich
Bereits im März hatten italienische Behörden das Schiff im Hafen von Trapani festgesetzt. Wieder ging es um die Missachtung des Dekrets. Damals hatte Sea-Watch 93 Migranten an Bord genommen und sie nach tagelangen Diskussionen nach Trapani gebracht. Die Behörden wollten das Schiff in den 1100 Kilometer entfernten Hafen Marina di Carrara schicken. Die Retter lehnten das wegen der Distanz ab und weigerten sich auch, mit libyschen Milizen zusammenzuarbeiten.
Wer kommt wirklich nach Europa?
Die Organisation Sea-Watch besteht seit 2014 und verfügt neben Schiffen über drei Flugzeuge, die das Mittelmeer überfliegen, um vermeintliche Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren. International in die Kritik geriet sie 2020, als in Italien drei Migranten wegen Folter und Vergewaltigung verurteilt wurden. Diese waren ein Jahr zuvor von der deutschen Kapitänin Carola Rackete mit der Sea-Watch 3 nach Europa gebracht worden. Der damalige Sprecher Ruben Neugebauer erklärte, man könne nicht prüfen, wer die Leute seien. Sie kämen ohne Pässe.
https://www.freiewelt.net/artikel/redaktion-hh/politik/meloni-regierung-verbietet-deutschem-sea-watch-schiff-auszulaufen/44981
























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