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Stra­te­gische Panik­mache: Bill Gates warnt vor KI-Kata­strophe mit einer Mil­liarde Toten

(David Berger) Bill Gates meldet sich mit einer apo­ka­lyp­ti­schen Warnung zurück. Künst­liche Intel­ligenz sei inzwi­schen so mächtig, dass sie Ereig­nisse aus­lösen könne, die „eine Mil­liarde Todes­fälle“ zur Folge hätten, erklärte der Microsoft-Mit­gründer in einem Interview mit NBC. Noch nie habe es eine derart mächtige Waffe gegeben wie die Ver­bindung von Men­schen mit bösen Absichten und den neu­esten KI-Werkzeugen.

Dabei geht Gates noch weiter. Die Ent­wicklung der KI sei nicht einfach mit frü­heren tech­ni­schen Revo­lu­tionen ver­gleichbar. Sie sei vielmehr ein regel­rechtes „evo­lu­tio­näres Ereignis“: Die Menschheit habe eine intel­li­gente Spezies geschaffen, die ihr bereits in mancher Hin­sicht über­legen sei und in den kom­menden Jahren expo­nen­tiell leis­tungs­fä­higer werde. Aus dieser düs­teren Dia­gnose zieht Gates eine poli­tische Kon­se­quenz: Selbst­re­gu­lierung der Tech-Kon­zerne reiche nicht aus. Er fordert gesetz­liche Vor­gaben, staat­liche Kon­trolle sowie die Betei­ligung von Straf­ver­fol­gungs­be­hörden und Politik an Über­wa­chung und Sicherheitsmaßnahmen.

Dass aus­ge­rechnet einer der ein­fluss­reichsten Prot­ago­nisten der digi­talen Revo­lution nun vor deren mög­licher kata­stro­phaler Zuspitzung warnt, besitzt eine gewisse Ironie. Gates ist aller­dings kei­neswegs zum Gegner der KI geworden. Seine Stiftung kün­digte erst Mitte Sep­tember Inves­ti­tionen von min­destens einer Mil­liarde Dollar an, um KI ins­be­sondere in ärmeren Ländern stärker nutzbar zu machen. Gates Bot­schaft lautet nämlich nicht: Stoppt die KI. Sondern: Die Tech­no­logie werde die Welt grund­legend ver­ändern – und müsse deshalb kon­trol­liert werden. Und zwar von ihm und den Seinen. Und genau hier dürfte bei vielen Men­schen ein ungutes Déjà-vu ein­setzen. Schon während der Corona-Krise wurde mit extremen Bedro­hungs­sze­narien argu­men­tiert, um staat­liche Ein­griffe zu recht­fer­tigen, die zuvor kaum vor­stellbar gewesen wären. Auch diesmal folgt auf die Schil­derung einer exis­ten­zi­ellen Gefahr erstaunlich schnell die For­derung nach mehr Regu­lierung, Über­wa­chung und staat­licher Kon­trolle. Den Fehler einer spät ein­set­zenden Kon­trolle des Internets wollen die neuen Groß­in­qui­si­toren und Zen­soren offen­sichtlich nicht noch einmal machen.

Wer Angst vor einer Kata­strophe erzeugt, schafft zugleich die Bereit­schaft, Ein­schrän­kungen und Kon­troll­maß­nahmen hin­zu­nehmen, die unter nor­malen Umständen auf erheb­lichen Wider­stand stoßen würden. Nach den Erfah­rungen der Corona-Jahre sollte man deshalb besonders auf­merksam werden, wenn aus­ge­rechnet die­je­nigen, die eine neue Tech­no­logie mit unge­heurer Geschwin­digkeit vor­an­treiben, ihre Gefahren in apo­ka­lyp­ti­schen Dimen­sionen beschreiben – und anschließend erklären, dass zu unserer Sicherheit vor allem eines not­wendig sei: noch mehr Kontrolle.

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