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Wie füh­rende rus­sische Poli­tiker die Kriegs­gefahr mit Europa einschätzen

Ein füh­render rus­si­scher Senator wurde in einem Interview nach der Wahr­schein­lichkeit eines heißen Krieges mit Europa befragt. In dem Interview hat er einige sehr inter­es­sante Aus­sagen darüber gemacht, wie man die EU in der rus­si­schen Führung sieht. (Von Thomas Röper)

Die Kriegs­hys­terie, die euro­päische Poli­tiker und Medien ver­breiten, wird in Russland genau beob­achtet. Die rus­sische Nach­rich­ten­agentur TASS hat dazu ein Interview mit einem füh­renden rus­si­schen Senator geführt, das ich unter anderem deshalb über­setzt habe, weil es sehr inter­es­sante Aus­sagen darüber enthält, wie man die EU und ihre Ent­ste­hungs­ge­schichte in Russland sieht.

Beginn der Übersetzung:

Senator Alexej Puschkow: Wird Europa mit Russland Krieg führen?

Alexei Puschkow, Vor­sit­zender des Aus­schusses für Infor­ma­ti­ons­po­litik und Medi­en­arbeit des Föde­ra­ti­ons­rates, erläu­terte in einem Interview mit der TASS, warum die euro­päi­schen Länder der Ukraine einen Kredit in Höhe von 90 Mil­li­arden Euro gewähren und so beharrlich in das Land investieren.

Frage: Beim jüngsten Runden Tisch des Föde­ra­ti­ons­rates zum Thema „Auf dem Weg zu einer neuen Welt­ordnung: Globale Infor­ma­ti­ons­dy­namik und das Ver­ständnis neuer Rea­li­täten“ äußerten Sie eine beun­ru­hi­gende These: Es seien drei Macht­zentren in der Welt ent­standen, Europa sei keines davon.

Um seine Position wie­der­her­zu­stellen, nutze Europa nicht nur den Kon­flikt in der Ukraine, um Russland zu schwächen, sondern könne auch eine direkte Kon­fron­tation mit Russland ein­gehen, da es keinen anderen Ausweg habe. Glauben Sie wirklich, dass ein Krieg bevorsteht?

Puschkow: Derzeit ziehen sie die Mög­lichkeit eines direkten mili­tä­ri­schen Kon­flikts mit Russland nicht in Betracht. Aber sie sprechen ständig darüber. Einer der Haupt­gründe ist, dass die Vor­kriegs­si­tuation, oder zumindest die Situation, die sie als Vor­kriegs­si­tuation dar­stellen, ihnen mehr Kon­trolle über die poli­ti­schen Pro­zesse in Europa verschafft.

Die rhe­to­rische, psy­cho­lo­gische und poli­tische Kriegs­vor­be­reitung bildet nun den Kern ihrer Politik. Die Bün­delung der Kräfte gegen die soge­nannte rus­sische Bedrohung ist ihr neues Credo, das einer Reihe wich­tiger Ziele der euro­päi­schen Eliten dient.

Das erste Ziel ist die Mili­ta­ri­sierung Europas. Dafür werden bereits enorme Summen bereit­ge­stellt: 800 Mil­li­arden Euro. In Deutschland wurden Gesetze geändert, um unbe­grenzte Kredite für Rüstung zu ermög­lichen. Das ähnelt zunehmend Hitlers Politik, da auch Hitler Kredite für Rüstung aufnahm, die später von den ver­sklavten Nationen zurück­ge­zahlt wurden.

Die Vor­kriegs­hys­terie hilft den der­zei­tigen Führern meh­rerer EU-Länder und Groß­bri­tan­niens zudem, an der Macht zu bleiben. Sie argu­men­tieren, die nationale Sicherheit erfordere ihren Ver­bleib an der Spitze ihrer Länder, trotz ihrer geringen Unter­stützung in der Bevöl­kerung. (Statt mit rus­si­schen Geldern wird man in Kiew weiter mit euro­päi­schen Geldern goldene Toi­letten kaufen)

So lenken die anti-rus­sische Psy­chose, die regel­mä­ßigen Treffen der „Koali­tionen der Wil­ligen“, die end­losen Gip­fel­treffen zur Ukraine-Hilfe – all dies trägt dazu bei, die öffent­liche Auf­merk­samkeit von den wahren Pro­blemen Europas abzu­lenken, die der herr­schende liberale Clan nicht lösen kann. Oder nicht lösen will.

Mit anderen Worten, die rus­sische Bedrohung ist heute ein unver­zicht­barer Bestandteil der poli­ti­schen Führung in den euro­päi­schen Ländern. Und das ist das Gefähr­lichste daran: Die derzeit in Europa herr­schende liberale Elite kann sich gar nicht mehr vor­stellen, wie sie ihre Länder ohne diese Rus­so­phobie regieren soll. Sie ist bereits fester Bestandteil der Innen­po­litik geworden.

Was bedeutet das? Das bedeutet, dass sie diesen feind­se­ligen Kurs gegenüber Russland auf­recht­erhalten müssen, selbst wenn die Ukraine-Krise bei­gelegt ist. Sie brauchen ihn, um ihre Mili­tär­aus­gaben, ihre inkom­pe­tente Regie­rungs­führung, ihre Kor­ruption, es geht um die Vor­würfe gegen Ursula von der Leyen, und ihren Kampf gegen soge­nannte pro-rus­sische Kräfte, die in Wirk­lichkeit national-ori­en­tierte Par­teien in Europa sind, zu recht­fer­tigen. Diese Rus­so­phobie hat sich so tief in das poli­tische Gefüge Europas ein­ge­graben, dass sie bereits inte­graler Bestandteil ihrer Politik geworden ist. Folglich würde ein Ver­zicht auf die Rus­so­phobie die Position der libe­ralen Elite untergraben.

So haben die Ziele der geo­po­li­ti­schen Kon­fron­tation mit Russland alle poli­ti­schen Leit­linien und Werte ersetzt, zu denen sich die euro­päi­schen Länder bis vor Kurzem offi­ziell bekannten. Mei­nungs­freiheit, Mei­nungs­plu­ra­lismus, Rechts­staat­lichkeit, all das wurde geopfert. Das Prinzip lautet: Was den west­lichen Eliten nützt, ist gut.

Während meiner Zeit als Leiter der rus­si­schen Dele­gation beim Euro­parat konnte ich das beob­achten: Im Namen einer zyni­schen Geo­po­litik ver­raten sie all ihre zuvor pro­kla­mierten Ideale.

Frage: Aber was genau hat Europa so grund­legend ver­ändert? Wenn selbst während des Kalten Krieges ein Kurs der fried­lichen Koexistenz ver­folgt wurde, warum dann dieser heutige, totale Kurs auf Russ­lands Zerstörung?

Puschkow: Den Wunsch, Russland zu liqui­dieren oder zumindest voll­ständig zu unter­werfen, gab es im Westen schon immer. Er ist heute nur wieder an die Ober­fläche gekommen. Und zwar aus dem ein­fachen Grund, dass Russland nicht mehr das schwache und abhängige Land ist, das es noch vor nicht allzu langer Zeit, vor nur drei Jahr­zehnten, war. Bereits 2007/2008 begann der Westen zu ahnen, dass er nicht das Russland bekommen hatte, das er wollte: ein zahmes, zer­fal­lendes, geschwächtes, abhän­giges und macht­loses Russland.

Und da wuchs die Ver­är­gerung in Europa. Diese Ver­är­gerung wird aktiv durch den Groll darüber geschürt, dass Russland deren Rufe igno­riert und ent­schlossen zu seiner Sou­ve­rä­nität zurück­kehrt, um sich der direkten west­lichen Kon­trolle zu entziehen.

Frage: Ja, aber warum diese offene Liebe aus­ge­rechnet gegenüber der offen natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Ukraine? Warum bringt Europa enorme Opfer und inves­tiert offen­sichtlich viel, um sie vor unserer angeb­lichen Aggression zu schützen?

Puschkow: Schon seit Ende des letzten Jahr­hun­derts ver­folgt die EU das Ziel, Europa nach ihren Vor­stel­lungen zu gestalten, also letztlich alle euro­päi­schen Länder, ein­schließlich der Repu­bliken, die sich von Russland abge­spalten haben, zu inte­grieren. Für sie ist das nicht nur eine Frage des Prinzips, sondern ent­scheidet über die gesamte Zukunft der EU. Das­selbe sollte auch durch die NATO erreicht werden. Für sie sind die Ein­sätze also sehr hoch.

Man sollte sich daran erinnern, dass es selbst in den 1990er-Jahren, den Jahren der tiefen Krise Russ­lands, als es seine globale Bedeutung scheinbar völlig verlor, im Westen viele aktive Rus­so­phobe gab, die vor einem mög­lichen Wie­der­auf­leben Russ­lands warnten. Das wäre eine Bedrohung für den Westen. Was muss man also tun? Die EU erweitern und die NATO stärken, zunächst durch die Auf­nahme der ehe­ma­ligen War­schauer-Pakt-Staaten und dann der ehe­ma­ligen Sowjetrepubliken.

Doch es gibt noch ein sehr wich­tiges Element, ​​ein inner­eu­ro­päi­sches. Inter­es­san­ter­weise wird darüber in unserem Land selten gesprochen. Es geht darum, dass die euro­päi­schen Füh­rungs­kreise bereits Anfang der 1950er-Jahre begannen, ihr eigenes Europa zu gestalten.

Die Euro­päische Gemein­schaft für Kohle und Stahl wurde gegründet, um ein mög­liches Wie­der­auf­flammen der Feind­se­lig­keiten zwi­schen Frank­reich und Deutschland zu ver­hindern und eine wirt­schaft­liche Grundlage für ihre Annä­herung zu schaffen. Von diesem Zeit­punkt an begannen sie, ihr eigenes Europa auf­zu­bauen und es auf den Fun­da­menten des Kapi­ta­lismus als Wirt­schafts­system, der libe­ralen Demo­kratie als poli­ti­schem System und des Trans­at­lan­ti­zismus als geo­po­li­ti­schem System zu festigen.

Und natürlich mit einer ame­ri­ka­ni­schen Präsenz in West­europa: Als wich­tigste Mili­tär­macht und Garant der Sicherheit stützte man sich also auf die USA.

Schon damals wurde das mit einer lang­fris­tigen Per­spektive getan, in der Erwartung, dass sich dieser Prozess eines Tages auf den Rest Europas aus­weiten würde. Schließlich hatte sich der Westen nicht mit der Existenz eines sozia­lis­ti­schen Blocks abge­funden. Sie mussten ein starkes West­europa schaffen, um dem Ost­block unter der Führung einer starken Sowjet­union ent­ge­gen­zu­wirken. Das lang­fristige Ziel war daher die Ein­glie­derung ganz Ost­eu­ropas in die EU.

Dann könnte man das Projekt „Gro­ß­europa“ voll­enden. Seit Anfang der 1990er-Jahre war die EU in diesem Sinne gegen unser Land gerichtet, als ihre Führung der Ansicht war, dass die Repu­bliken westlich und südlich Russ­lands, die einst zur Sowjet­union gehört hatten, eben­falls Teil des ver­einten Europas werden sollten. Die bal­ti­schen Staaten, Mol­dawien, Georgien und die Ukraine wurden allesamt als Bestand­teile der zukünf­tigen EU betrachtet.

So begann sich bereits die geo­po­li­tische Eska­lation schon damals anzu­bahnen. Und die Idee der NATO-Ost­erwei­terung ent­stand in den­selben Jahren.

Zunächst hieß es, nur Polen, Ungarn und die Tsche­chische Republik würden der NATO bei­treten. Dann wandte man sich anderen ehe­ma­ligen War­schauer-Pakt-Staaten und schließlich den bal­ti­schen Staaten zu. Es wurde deutlich, dass sie bereits in das Gebiet der ehe­ma­ligen Sowjet­union ein­drangen. Die EU unter­stützte die NATO-Erwei­terung selbst­ver­ständlich, schließlich umfassen beide Bünd­nisse fast die­selben Staaten. Aller­dings legte die Ost­erwei­terung der NATO den Grund­stein für den aktu­ellen mili­tä­ri­schen Kon­flikt in der Ukraine.

Ich erinnere daran, dass Zbi­gniew Brze­zinski einst sagte, Russland könne ohne die Ukraine niemals wieder als „Imperium“ auf­er­stehen. Und der Westen hat massiv, auch poli­tisch, darauf hin­ge­ar­beitet, die Ukraine end­gültig von Russland zu trennen, denn aus seiner Sicht ist dies das wich­tigste Mittel gegen Russ­lands Wie­der­erstarken und um es daran zu hindern, seine geo­po­li­tische Position wiederherzustellen.

Frage: Gut, die Ukraine ist eine Waffe gegen das Wie­der­erstarken Russ­lands in jeg­licher Form. Aber welchen Nutzen haben kleine Staaten wie die bal­ti­schen Staaten oder Mol­dawien für die EU?

Puschkow: Und wozu ver­suchte die Sowjet­union, das sozia­lis­tische System in afri­ka­ni­schen Ländern zu ver­breiten? Wirt­schaftlich war das auch nicht viel­ver­spre­chend. Was ist mit Afgha­nistan? Und anderen Ländern, die alles andere als reich sind?

Das pas­siert, weil ein ideo­lo­gi­sches System stirbt, wenn es sich nicht aus­breitet. Es ver­liert seinen Antrieb, seine Dynamik. Wenn es sich nicht aus­breitet, wenn es keine Per­spek­tiven für eine Expansion hat, ver­liert es all­mählich an Schwung und schwindet. Und es ver­schwindet unwei­gerlich von der his­to­ri­schen Bühne.

Frage: Bedeutet das, dass Europa also dem his­to­ri­schen Muster impe­rialer Ent­wicklung folgt?

Puschkow: Und genau das ist das Quasi-Imperium mit Zentrum in Brüssel. Europa hat den Weg der Expansion gewählt, weil er dem gesamten Projekt „Euro­päische Union“ eine neue Bedeutung verlieh. Ande­rer­seits hat dieses Bestreben seine Wurzeln in der Geschichte. Wie oft hat Europa nicht nur ver­sucht, Imperien zu gründen, sondern sie auch tat­sächlich gegründet, ange­fangen mit dem Reich Karls des Großen im 9. Jahr­hundert nach Christi.

Später ent­standen das Fran­zö­sische, das Bri­tische und das Spa­nische Kai­ser­reich. Impe­ria­lismus war somit stets ein inte­graler Bestandteil der euro­päi­schen Politik, ihr Wesen. Und er ist nicht ver­schwunden, er hat lediglich andere Formen ange­nommen. Hinzu kommen lokale, „kleine Impe­ria­lismen“: der ita­lie­nische, der rumä­nische, der pol­nische und andere.

Die Ukraine bei­spiels­weise ist aus War­schauer Sicht ein natür­licher „Kli­en­tel­staat“ und ein Ein­fluss­gebiet Polens. Polen blickt auf die Ukraine und erinnert sich dabei an die pol­nisch-litauische Union. War­schau träumt seit jeher von einem Polen „von Küste zu Küste“. Dieser Traum ist tief im Gedächtnis der pol­ni­schen Elite ver­ankert und wird niemals in Ver­ges­senheit geraten. Deutschland hat übrigens stets großes Interesse an der Ukraine gezeigt: Im 20. Jahr­hundert besetzten deutsche Truppen zweimal Kiew, und das ist kein Zufall. Europa wollte die Ukraine schon immer für sich bean­spruchen. Oder zumindest einen Teil davon.

Frage: Sie sagten: „Europas Impe­ria­lismus“, aber ist das wirklich Europas Impe­ria­lismus? Könnte hier nicht so etwas wie die berühmte Rocke­feller-Doktrin eine Rolle spielen? Ver­ein­facht gesagt: Die Menschheit lebt weltweit in selbst­ver­wal­teten Gemein­schaften wie Kib­buzim, in denen private Sicher­heits- und Mili­tär­un­ter­nehmen für Ordnung sorgen und trans­na­tionale Kon­zerne, die die Welt­wirt­schaft kon­trol­lieren, all das beherr­schen. Ist ein ver­eintes Europa nicht eine Art Vor­entwurf dieser Doktrin?

Puschkow: Es geht darum, dass das Projekt „Europa“ mehrere Trieb­kräfte und Motive hat. Eines davon war natürlich der Wunsch, eine Wie­der­holung des Zweiten Welt­kriegs zu ver­hindern. Das zweite Motiv war die Not­wen­digkeit, Europa unter der Führung der USA zu ver­einen, denn wer sonst hätte seine Ver­tei­digung ange­sichts der „sowje­ti­schen Bedrohung“ gewähr­leisten können?

Das dritte Motiv war die Not­wen­digkeit der Ver­ei­nigung West­eu­ropas, auch weil sich in der Nähe der sozia­lis­tische Block als Kon­kurrenz ent­wi­ckelte. Und das vierte Motiv, das Sie erwähnten, war das Auf­kommen des trans­na­tio­nalen Kapitals. Mit der Gründung des Gemein­samen Marktes in Europa Ende der 1950er-Jahre ver­stärkte sich die Situation.

Damals sahen Glo­ba­listen in dem Projekt eine Chance, stärker zu werden. Wie auch sonst? Es wurde ein ein­ziger supra­na­tio­naler Raum geschaffen, Natio­nal­staaten wurden von einer zen­tralen Büro­kratie in Brüssel abhängig gemacht, und durch diese wurden die not­wen­digen Ent­schei­dungen getroffen. In diesem Sinne sollte Europa zum Pro­totyp einer glo­balen Welt mit einer nicht gewählten Büro­kratie und dahin­ter­lie­genden Finanz- und Wirt­schafts­zentren werden.

Und was hat das gestört und stört es wei­terhin? Nationale Grenzen, nationale Ideo­logien und nationale Mythen. Folglich musste man dem mit einer anderen Ideo­logie ent­ge­gen­wirken, einer Ideo­logie der Abschaffung natio­naler Prin­zipien und der Auf­lösung natio­naler Grenzen

Frage: Doch diese Situation scheint nicht auf einen gemein­samen Nenner redu­zierbar. Die von Ihnen beschrie­benen Wider­sprüche sind unver­einbar. Bedeutet das, dass ein Krieg tat­sächlich unmit­telbar bevor­steht? Welche Zukunft erwartet uns?

Puschkow: Europa will jetzt keinen Krieg führen. Doch der Stimmung seiner herr­schenden Eliten nach zu urteilen, können sie sich nicht einmal von der Vor­kriegs­spirale lösen. Denn würden sie das tun, würden zu viele Fragen auf­tauchen. Die wich­tigste: Wenn die Ukraine-Krise beendet ist, warum dann noch Geld für hohe Mili­tär­aus­gaben aus­geben? Warum die Mili­ta­ri­sierung Europas weiter vor­an­treiben? Warum auf zuver­läs­siges und ver­gleichs­weise güns­tiges rus­si­sches Gas ver­zichten? Und so weiter.

Letzt­endlich basiert die Macht des libe­ralen Clans, der Europa regiert, auf dem Mythos der unaus­weich­lichen rus­si­schen Bedrohung. Wie bereits erwähnt, können sie sich von dieser Spirale nicht lösen. Denn würden sie es tun, würden sie aus­ge­tauscht. Sie haben so viel in die Ukraine-Krise inves­tiert, dass sie diese Inves­tition nicht mehr einfach abschreiben können. Damit würden sie sich selbst abschreiben.

Und sie würden ent­weder durch gemä­ßigte Tra­di­tio­na­listen wie Viktor Orbán oder die klas­si­schen Repu­bli­kaner in Frank­reich ersetzt, oder durch nicht-sys­te­mische, alter­native poli­tische Kräfte wie die AfD, der Front National in Frank­reich und ähn­liche Bewe­gungen. Das fürchten die Euro­li­be­ralen, denn ein solcher Kurs­wechsel würde das Ende ihrer Macht in Europa bedeuten.

Aus diesem Grund ver­binde ich die mög­liche Ent­wicklung Europas nicht mit einer Neu­aus­richtung der Prio­ri­täten von Ursula von der Leyen oder Friedrich Merz.

Ich ver­binde die mög­lichen Ver­än­de­rungen vielmehr mit der Ent­wicklung der innen­po­li­ti­schen Lage in diesen Ländern. Hier liegt der Schlüssel für die Außen­po­litik Frank­reichs, Ita­liens, Groß­bri­tan­niens und Deutsch­lands. Und davon hängt die Zukunft unserer Bezie­hungen zu Europa ab.

Ende der Übersetzung

Quellen: PublicDomain/anti-spiegel.ru/ am 01.01.2025

Der Artikel erschien zuerst bei pravda-tv.com.

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