Pressefoto Marc Friedrich (c)

Kupfer – das neue Silber? Ein Gast­beitrag von Marc Friedrich

Während Silber bereits explo­diert ist, ent­steht im Schatten der Märkte der nächste große Roh­stoff-Schock. Kupfer läuft auf eine his­to­rische Ange­bots­lücke zu, genau in dem Moment, in dem Elek­tri­fi­zierung, Ener­gie­wende und Künst­liche Intel­ligenz den Bedarf struk­turell nach oben treiben. Einer der rele­van­testen Roh­stoffe wird knapp, während seine Bedeutung für die neue Welt­ordnung explo­diert und der Markt hat diese Rea­lität bis heute nicht eingepreist.

Silber steckt klar in einem his­to­ri­schen Bul­len­markt. Der Preis ist in kür­zester Zeit explo­diert und hat zwi­schen­zeitlich sogar die psy­cho­lo­gisch wichtige Marke von 100 Dollar über­schritten. Diese Bewegung war begleitet von extremer Vola­ti­lität – ein typi­sches Zeichen für einen hoch­ge­he­belten Papier­markt, in dem Preise schneller fallen können, als sich Fun­da­men­tal­daten ändern. Genau deshalb ist die Unter­scheidung ent­scheidend: Phy­si­sches Silber ist kein Papier­silber. Während Futures und Derivate von Liqui­da­tionen und Margin Calls getrieben werden, bleibt der phy­sische Markt struk­turell eng. Para­bo­lische Anstiege zeigen, dass ein Großteil der kurz­fris­tigen Fan­tasie bereits ein­ge­preist ist.

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Für lang­fristig ori­en­tierte Sach­wert­in­ves­toren geht es deshalb nicht um die nächste schnelle Bewegung im Chart, sondern um die Frage, wo der nächste struk­tu­relle Engpass ent­steht – und damit die nächste große Chance?

Kupfer: Unter­schätzter Roh­stoff der Künst­lichen Intelligenz

Die Antwort führt zu einem Metall, das deutlich weniger emo­tional auf­ge­laden ist als Gold oder Silber, aber für die moderne Welt ungleich wich­tiger: Kupfer.

Silber pro­fi­tiert aktuell von meh­reren Fak­toren gleich­zeitig: monetäre Unsi­cherheit, Infla­ti­ons­er­war­tungen, geo­po­li­tische Span­nungen und eine wach­sende indus­trielle Nach­frage. Gleich­zeitig steigt mit zuneh­mendem Preis­niveau die Wahr­schein­lichkeit starker Rück­setzer, so wie wir Sie bereits Ende Januar ein­drucksvoll erlebt haben, als Silber innerhalb eines Tages um satte 35 Prozent ein­brach. His­to­risch betrachtet enden para­bo­lische Anstiege fast immer in hoher Volatilität.

Inter­essant ist dabei ein oft über­se­hener Aspekt: Ab einem Sil­ber­preis von rund 134 US-Dollar beginnt Sub­sti­tution wirt­schaftlich sinnvoll zu werden (siehe nächster Chart). In indus­tri­ellen Anwen­dungen kann Silber dann zunehmend durch güns­tigere Metalle wie Alu­minium ersetzt werden. Auch das setzt dem Auf­wärts­po­tenzial mit­tel­fristig Grenzen.

Quelle: eigene Dar­stellung nach https://x.com/abcampbell/status/2015543236798849070?s=12&t=mWSeF7GPejwqHypTfUx1zw

Für Anleger bedeutet das: Silber bleibt lang­fristig inter­essant – doch der asym­me­trische Chan­cenraum ver­schiebt sich. Kupfer hat hin­gegen keine monetäre Kom­po­nente. Kupfer ist ent­scheidend für die Infra­struktur des 21. Jahrhunderts.

Ohne Kupfer funk­tio­nieren weder Strom­netze noch Elek­tro­mo­bi­lität, Rechen­zentren, erneu­erbare Energien oder moderne Indus­trie­pro­zesse. Die Elek­tri­fi­zierung der Welt ist ohne Kupfer schlicht unmöglich. Und der Bedarf ist enorm. Ein Blick auf den Ver­kehrs­sektor ver­deut­licht die Dimension:

Und dabei ist die gesamte Lade- und Netz­in­fra­struktur noch nicht berück­sichtigt. Trans­for­ma­toren, Hoch­span­nungs­lei­tungen, Schnell­la­de­sta­tionen und Spei­cher­lö­sungen sind extrem kup­fer­intensiv. Während die Nach­frage struk­turell steigt, gerät das Angebot zunehmend unter Druck.

Pro­gnosen gehen davon aus, dass die Welt bis 2040 mit einem Kup­fer­de­fizit von rund 10 Mil­lionen Tonnen kon­fron­tiert sein könnte (siehe nächster Chart). Das ent­spricht etwa einem Drittel der heu­tigen Jah­res­nach­frage. Das zeigt der fol­gende Chart der Financial Times.

Quelle: eigene Dar­stellung nach https://www.ft.com/content/9d69ce4d-648e-44f9-812d-ecb811b751e5

Gleich­zeitig wird erwartet, dass die globale Kup­fer­nach­frage von derzeit rund 28 Mil­lionen Tonnen auf etwa 42 Mil­lionen Tonnen ansteigt. Getrieben wird dieser massive Zuwachs vor allem durch die fort­schrei­tende Elek­tri­fi­zierung des Ver­kehrs, den welt­weiten Ausbau der Strom­netze, die anhal­tende Urba­ni­sierung ins­be­sondere in Asien sowie den ins­gesamt stark stei­genden Ener­gie­bedarf. Ein zusätz­licher, zunehmend bedeu­tender Faktor ist der rasante Ausbau der Künst­lichen Intel­ligenz, der enorme Mengen an Strom – und damit Kupfer – erfordert.

Besonders bemer­kenswert ist dabei der rasant stei­gende Kup­fer­bedarf von KI-Rechen­zentren, der bis zum Jahr 2040 um mehr als 120 Prozent zulegen könnte. Rechen­zentren gehören zu den kup­fer­inten­sivsten Infra­struk­turen über­haupt – von der Hoch­span­nungs­an­bindung über Kühl- und Ver­tei­lungs­systeme bis hin zur internen Ver­ka­belung. Dem steht eine Ange­bots­seite gegenüber, die kaum in der Lage ist, fle­xibel zu reagieren: so wird bis 2040 ein Ange­bots­de­fizit von ca. 14 Mil­lionen Tonnen erwartet.

Neue Kup­fer­minen benö­tigen häufig einen Vorlauf von zehn bis zwanzig Jahren, Geneh­mi­gungs­ver­fahren werden zunehmend kom­plexer, die Pro­duk­ti­ons­kosten steigen kon­ti­nu­ierlich und die Erz­ge­halte sind in den ver­gan­genen Jahr­zehnten um rund 40 Prozent gesunken.

Hinzu kommt, dass die größten pro­du­zie­renden Kup­fer­minen weltweit im Durch­schnitt bereits über 60 Jahre alt sind. Besonders alar­mierend ist zudem, dass in den letzten fünf Jahren weltweit lediglich vier größere neue Kup­fer­vor­kommen ent­deckt wurden (siehe nächster Chart). Ein dra­ma­ti­sches Miss­ver­hältnis zur künftig stark stei­genden Nachfrage.

Quelle: eigene Dar­stellung nach https://x.com/ekwufinance/status/2001367378538410153?s=20

Ein oft unter­schätzter Zusam­menhang ist die direkte Ver­bindung zwi­schen Künst­licher Intel­ligenz und Kupfer. KI ska­liert über Rechen­leistung. Rechen­leistung ska­liert über Strom. Strom ska­liert über Kupfer. Ein ein­zelner moderner NVIDIA-KI-Ser­ver­cluster kann heute bereits Leis­tungen von über 100 Kilowatt auf­nehmen. Jeder zusätz­liche Megawatt Rechen­leistung erfordert Kupfer entlang der gesamten Infra­struktur. Von der Hoch­span­nungs­an­bindung über Trans­for­ma­toren und Kabel­trassen bis zur internen Ver­teilung. Überall wird viel Kupfer benötigt. Der ent­schei­dende Punkt: Alle großen Tech-Kon­zerne ska­lieren ihre KI-Infra­struktur gleich­zeitig. Das macht Kupfer nicht nur knapp, sondern strategisch.

Top-Inves­toren sehen Chancen

Dass Kupfer zunehmend in den Fokus großer Kapi­tal­geber rückt, zeigt sich auch an den Aus­sagen pro­mi­nenter Inves­toren. Robert Friedland, einer der weltweit erfah­rensten Roh­stoff­un­ter­nehmer, warnt seit Län­gerem vor einem struk­tu­rellen Kup­fer­mangel his­to­ri­schen Aus­maßes. Er betont, dass der Markt das Ausmaß der kom­menden Ange­bots­lücke massiv unter­schätze, ins­be­sondere vor dem Hin­ter­grund von Elek­tri­fi­zierung und Künst­licher Intelligenz.

In eine ähn­liche Richtung argu­men­tiert Chamath Pali­ha­pitiya, einer der bekann­testen Inves­toren aus dem Silicon Valley. Auch er sieht Kupfer als stra­te­gi­schen Eng­pass­roh­stoff der kom­menden Jahre und ver­weist darauf, dass tech­no­lo­gische Ska­lierung ohne massive Inves­ti­tionen in phy­sische Infra­struktur nicht möglich ist. Wenn sowohl erfahrene Roh­stoff­un­ter­nehmer als auch tech­no­lo­gie­ge­triebene Inves­toren unab­hängig von­ein­ander zu ähn­lichen Schluss­fol­ge­rungen kommen, unter­streicht das die besondere Bedeutung von Kupfer im kom­menden Jahrzehnt.

Kupfer schafft den Ausbruch

Auch tech­nisch zeigt sich ein über­zeu­gendes Bild. Nach einer mehr­jäh­rigen Boden­bil­dungs­phase zwi­schen 2022 und 2025 hat Kupfer zuletzt wieder deutlich ange­zogen und sogar den Aus­bruch auf ein neues Hoch geschafft.

Für Anleger stellt sich damit zwangs­läufig die Frage nach dem geeig­neten Invest­ment­ve­hikel. Ein direktes phy­si­sches Investment in Kupfer ist für Pri­vat­an­leger in der Praxis kaum sinnvoll, da Kupfer über­wiegend über Ter­min­märkte gehandelt wird und dabei regel­mäßig Roll­kosten ent­stehen, die die Rendite lang­fristig belasten können. Deutlich effi­zi­enter ist daher der Zugang über Kup­fer­minen-Aktien, die nicht nur vom stei­genden Kup­fer­preis, sondern auch von ope­ra­tiven Hebel­ef­fekten pro­fi­tieren. Ent­scheidend ist dabei die Auswahl qua­li­tativ hoch­wer­tiger Pro­du­zenten und Ent­wickler mit soliden Reserven, wett­be­werbs­fä­higen Kos­ten­struk­turen und sta­bilen poli­ti­schen Rah­men­be­din­gungen. Eine ver­tiefte Analyse aus­ge­wählter Kup­fer­minen findet sich unter anderem in meinem Invest­ment­news­letter, dem Friedrich Report.

Kupfer steht am Beginn eines struk­tu­rellen Mega­trends, getragen von Elek­tri­fi­zierung, Ener­gie­wende und dem rasanten Ausbau Künst­licher Intel­ligenz. Gleich­zeitig stößt das Angebot an harte geo­lo­gische, regu­la­to­rische und zeit­liche Grenzen, was die Wahr­schein­lichkeit eines nach­hal­tigen Eng­passes deutlich erhöht. Für lang­fristig ori­en­tierte Sach­wert­in­ves­toren eröffnet sich damit eine stra­te­gische Invest­ment­chance, dessen Bedeutung vom Markt bislang noch unter­schätzt wird.

Über den Autor

Marc Friedrich ist Deutsch­lands erfolg­reichster Sach­buch­autor (7 SPIEGEL Best­seller in Folge), aus­ge­wie­sener Finanz­ex­perte, gefragter Redner, YouTube-Star, bekannt aus Funk und TV, Vor­denker, Frei­geist und Hono­rar­be­rater. Sein neu­ester SPIEGEL Best­seller trägt den Titel “Die größte Revo­lution aller Zeiten – Warum unser Geld stirbt und wie Sie davon pro­fi­tieren” und beschäftigt sich aus­schließlich mit den Themen Bitcoin, Zyklen und Geld­ge­schichte. Außerdem ist Marc Friedrich Gründer und Initiator des Invest­ment­briefs Friedrich Report, in dem Ana­lysen zu ein­zelnen Aktien, aber auch zu Roh­stoffen und Bitcoin ver­öf­fent­licht werden. 

Mehr Infor­ma­tionen:
www.friedrich-partner.de; www.marc-friedrich.de und friedrich.report
Twitter und Instagram: @marcfriedrich7

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