Foto: Bildschirmfoto von Ahmed al-Scharaa, YouTube

Syriens Prä­sident al-Scharaa wider­spricht Merz: Von 80 Prozent Syrien-Rück­kehrern sei nicht die Rede gewesen — War wohl alles nur Rhe­torik des Kanzlers

Friedrich Merz hatte davon gesprochen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre rund 80 Prozent der Syrer wieder in ihre Heimat zurück­kehren würden. Die SPD hatte Merz wider­sprochen. Nun wider­spricht auch Syriens Macht­haber Ahmed al-Scharaa.

 

Syriens Macht­haber Ahmed al-Scharaa hat Bun­des­kanzler Friedrich Merz wider­sprochen, was die Rückkehr syri­scher Flücht­linge aus Deutschland betrifft.

Bei einer gemein­samen Pres­se­kon­ferenz in Berlin hatte Merz erklärt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre rund 80 Prozent der nach Deutschland geflüch­teten Syrer in ihre Heimat zurück­kehren sollten. Später schob er diese Aussage al-Scharaa zu.

Scharaa will von 80 Prozent niemals gesprochen haben

In London wider­sprach al-Scharaa nun: Die 80-Prozent-Zahl sei über­trieben und stamme nicht von ihm, sondern vom deut­schen Kanzler [siehe Bericht “BILD-Zeitung”].

Er betonte jedoch, dass er unter den rich­tigen Bedin­gungen vor allem beim Aufbau von Arbeits­plätzen und bei aus­län­di­schen Inves­ti­tionen, eine Rückkehr von 80 Prozent der Syrer län­ger­fristig garan­tieren könne. Die Rückkehr müsse aller­dings orga­ni­siert ablaufen.

Wie glaub­würdig sind die Pläne für die Rückkehr vieler Syrer?

Wenn man die Argu­men­tation von al-Scharaa genau ver­folgt, dann wird die Absicht klar: Er braucht Geld für sein Land. Die Mög­lichkeit der Rückkehr vieler Syrer aus Deutschland in die Heimat könnte ein leeres Ver­sprechen sein, um an die Auf­bau­hilfen zu kommen.

Klar ist aller­dings auch, dass Syrien Men­schen braucht, die das Land wieder auf­bauen. Doch das würde auf die Fach­kräfte zutreffen, die Merz lieber in Deutschland behalten möchte. Was Syriens Macht­haber nicht braucht, sind all jene Syrer, die das Land wieder in eine poli­tische Insta­bi­lität bringen. Denn nicht alle sind vor Assad geflohen. Viele sind auch vor sun­ni­ti­schen Isla­misten geflohen, zu denen auch al-Scharaa gehört, der ehemals ein füh­render Kopf bei Al-Nusra und Al-Qaida war.

Der Artikel erschien zuerst bei freiewelt.net.

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