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Hanta-Fest­spiele: Ort­ho­han­ta­viruse sollen zum neuen HIV auf­gebaut werden

Ich gebe es zu, ich hatte keine Lust mich an den Hanta-Fest­spielen zu beteiligen.

Die Ver­suche der Shit­stream-Medien mit einem Virus Angst und Schrecken zu ver­breiten, das sich seit Jahren ein­stellt und weltweit Opfer fordert, waren zu lächerlich, um ernst genommen zu werden.

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Quelle: Chay Bowes

Nun gibt es bei uns dennoch etwas über das Hanta-Virus, genau über das einzige ver­meintlich von Mensch zu Mensch über­tragbare Han­ta­virus „ANDES Ort­ho­han­ta­virus (ANDV)“, das das Han­ta­virus Car­dio­pul­monary Syn­drome (HCPS) eine üble und oftmals töd­liche Erkrankung, aus­zu­lösen imstande ist, zu lesen. Wie viele dieser üblen Gesellen, die sich in viraler Gestalt unter Men­schen mischen, so sind auch Han­ta­viren imstande eine statt­liche Mor­ta­lität unter denen, die ihnen anheim­fallen, her­vor­zu­rufen. Gemeinhin liegt die Sterb­lichkeit irgendwo zwi­schen 5% und 15%, wenn man das ent­spre­chende Fact Sheet der US-ame­ri­ka­ni­schen CDC liest und bis zu 50%, wenn man die Leute von der WHO, die wie gewöhnlich am Rädchen drehen, ernst nehmen würde.

Han­ta­viren sind eben eklige Gesellen, so wie Zika-Viren, Ebola, Chi­kun­gunya oder Rift-Valley Fieber Phlobo­viren. Sie alle sind in der Lage, ihre Opfer zu töten. So wie Men­schen in der Lage sind, Men­schen zu töten. Das Leben hat eben Risiken zu bieten und manche von uns, die suchen diese Risiken, etwa in der Weise, in der sie ein 55jähriger Schweizer gesucht hat, der mit seiner Frau von Ecuador nach Chile gewandert ist und seine Wan­derung mit Camping in freier Natur und Schlamm­bädern ange­rei­chert hat.

Kurze Zeit nach seiner Rückkehr in die Schweiz hat sich ein Mit­bringsel in Form von HCPS bemerkbar gemacht: Fieber, Frösteln, Müdigkeit, Kopf­schmerzen und nach Hos­pi­ta­li­sierung erheb­liche Atem­pro­bleme, die eine künst­liche, nicht-invasive Beatmung erfor­derlich gemacht haben, waren das Ergebnis, das im fol­genden Beitrag ein­gehend als Kon­se­quenz von ANDES, dem in letzter Zeit so pro­minent gewor­denen Sprößling aus der Familie der Ort­ho­han­ta­viren, beschrieben wird.

Kuenzli, Andrea B., Jonas Mar­schall, Joerg C. Schefold, Mar­garet Schafer, Oliver B. Engler, Rahel Ackermann-Gäumann, David C. Reineke, Fran­ziska Suter-Riniker, and Cor­nelia Sta­ehelin (2018). Han­ta­virus car­dio­pul­monary syn­drome due to imported Andes han­ta­virus infection in Switz­erland: a mul­ti­di­sci­plinary challenge, two cases and a lite­rature review. Cli­nical Infec­tious Diseases 67(11): 1788–1795.

Falls Sie sich fragen, warum aus­ge­rechnet ANDES zu glo­baler Berühmtheit geschrieben wurde. ANDES ist das einzige Han­ta­virus, von dem ver­mutet wird, dass es von Mensch zu Mensch über­tragen werden kann. Indes, die Frau des schweizer Wan­derers scheint gegen Hanta immun gewesen zu sein, teilte jeden­falls nicht das Schicksal ihres Mannes und ist ent­spre­chend dem Ver­gessen anheim gestellt worden.

Nicht so der 55jährige, dessen moderate Erkrankung an HCPS keine wei­ter­ge­henden Folgen für sein Leben hatte. Er wurde 2023 auf­ge­wärmt und nun Mitte Mai wie­der­ent­deckt, um die fol­gende Schlag­zeile pro­du­zieren zu können:

Quelle: Tele­graph

Ich weiß nicht, ob solcher BS im Tele­graph bereits das Ergebnis der Über­nahme der Zeitung durch den Springer Konzern ist, dessen unge­achtet ist das einzige Ziel, das mit diesem Beitrag ver­folgt wird, die Ver­breitung von Furcht. Das bringt uns zurück zum mitt­ler­weile jen­seits der 60er ange­kom­menen Schlamm­bader auf dem Weg von Ecuador nach Chile. Er wurde zum Gegen­stand eines wei­teren Beitrags:

Züst, Roland, Rahel Ackermann-Gäumann, Nicole Liechti, Denise Sie­grist, Sarah Ryter, Jasmine Portmann, Nicole Lenz et al. (2023). Pre­sence and per­sis­tence of andes virus rna in human semen. Viruses 15(11): 2266.

In diesem Beitrag beschreiben Züst et al. (2023) wie es dem 55jährigen sechs Jahre später ergeht und sind über­rascht, wei­terhin in seinem Blut neu­tra­li­sie­rende Anti­körper gegen ANDES zu finden. Eigentlich ein Befund, über den man sich freuen kann, denn gemeinsam mit dem Befund, dass nicht ein Fall doku­men­tiert ist, indem ein Erkrankter ein zweites Mal von einem Han­ta­virus befallen und in Krankheit ver­setzt wurde, deutet er dar­aufhin, dass das mensch­liche Immun­system b‑Zellen abstellt, die sich im Falle eines Falles an den patho­genen Übel­täter erinnern und ihn eli­mi­nieren können, auch noch nach Jahren. So mancher Her­steller von Impf­stoffen würde Mil­li­arden inves­tieren, um ein solches Ergebnis auch nur ansatz­weise erreichen zu können.

 

Züst et al. (2023) beschreiben darüber hinaus, dass sie zwar RNA-Frag­mente von ANDES in zunächst Blut und dann nur noch dem Sperma des 55jährigen finden konnten, aber nicht in der Lage waren, das Virus zu isolieren:

„Unfort­u­nately, the iso­lation of the infec­tious virus was not suc­cessful for ANY of the samples or culture systems used“.

Züst et al. (2023) sind sich also ganz sicher, dass das, was sie per PCR-Test zumindest als in Frag­menten vor­handen nach­weisen können, auch wirklich da ist, sind aber nicht in der Lage, das, was sie denken, dass es vor­handen sei, zu iso­lieren. Eine dieser Merk­wür­dig­keiten, die stutzig machen und einem mit nor­maler Ver­ant­wort­lichkeit Aus­ge­stat­teten ver­bieten, Schlag­zeilen wie die im Tele­graph zu lancieren.

Zumal: Züst et al. (2026) zwar spe­ku­lieren, dass ANDES, in welcher Form auch immer und in jedem Fall auf eine Weise, die kei­nerlei Repli­kation (eigentlich das, was ein RNA-Virus antreibt) beinhaltet, in den Zellen der Hoden des einen Mannes, den sie unter­suchen, wei­terhin vor­handen ist, indes, so merken die Autoren an, sei bislang kein ein­ziger Fall bekannt, in dem es zu einer sexu­ellen Über­tragung des Virus gekommen sei.

Der Stoff aus dem Shit­stream-Mel­dungen sind: Etwas, das man nicht iso­lieren kann, das min­destens 30 PCR-Zyklen benötigt, um über­haupt nach­ge­wiesen werden zu können und somit eng am Bereich von Murks ange­siedelt ist, für das nicht bekannt ist, dass es jemals sexuell über­tragen worden wäre, das aber mit vielen anderen Viren die Gemein­samkeit teilt, sich in Zellen in Hoden ein­zu­nisten und dort in voll­stän­diger Untä­tigkeit zu ver­harren, wird plötzlich zur Gefahr auf­gebaut, und den anderen Viren, die sich in Hoden ein­nisten, wie Zika, Ebola, Chi­kun­gunya und Phlobo­viren, vor­ge­zogen, einfach deshalb, weil es ein Kreuz­fahrt­schiff gibt, vor dessen Hin­ter­grund man eine voll­kommen unbe­legte Spe­ku­lation als reale Gefahr aus­geben kann.

Salam, Alex P., and Peter W. Horby (2017). The breadth of viruses in human semen. Emerging infec­tious diseases 23(11): 1922.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, ich finde das widerlich.


Zuerst erschienen bei ScienceFiles.org.

 

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